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Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Lüwobau-Geschäftsführerin Heiderose Schäfke sowie Heike Mönning (r.), Prokuristin bei der Lüwobau, und Architekt Frank Möller (l.) beim symbolischen Spatenstich. Foto: t&w
Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Lüwobau-Geschäftsführerin Heiderose Schäfke sowie Heike Mönning (r.), Prokuristin bei der Lüwobau, und Architekt Frank Möller (l.) beim symbolischen Spatenstich. Foto: t&w

Wohnen zum kleinen Preis im Speicherquartier

as Lüneburg. Preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Stadt. Dem sieht sich auch die Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft (Lüwobau) verpflichtet, an der die Stadt 92 Prozent der Anteile hält. Im nördlichen Bereich des Speicherquartiers — quasi gegenüber dem eher teuren Pflaster Hanseviertel — wird das kommunale Unternehmen ein Gebäude mit 36 Wohnungen erstellen, „überwiegend für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen“, sagte Heiderose Schäfke, Lüwobau-Geschäftsführerin beim symbolischen Spatenstich.

Das dreigeschossige Gebäude wird auf einer rund 3200 Quadratmeter großen Fläche zwischen Meisterweg und Dorette-von-Stern-Straße entstehen. Das Grundstück erhält die Lüwobau im Erbbaurecht von der Stiftung Hospital zum Großen Heiligen Geist, die von der Stadt verwaltet wird. „Mit einem Investitionsvolumen von mehr als fünf Millionen Euro, welches mit zinsgünstigen Darlehen der N-Bank, der KfW-Bank, mit Eigenkapital und einem weiteren Darlehen finanziert wird, entstehen Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen“, erläutert Heiderose Schäfke. Voraussetzung für künftige Mieter dieser Wohnungen sei ein Wohnberechtigungsschein. „Eine Altersbeschränkung, wie sie zum Beispiel für das kürzlich fertiggestellte Ursula-Haus an der Wallstraße existiert, gibt es hier nicht.“ Der Eingangsmietpreis wird sich voraussichtlich auf 7 Euro pro Quadratmeter belaufen. Sollte das von der Stadt geplante kommunale Wohnungsbauförderprogramm zum Tragen kommen (LZ berichtete), könnte der Einstiegsmietpreis bei 6,50 Euro liegen.

Im Staffelgeschoss des Gebäudes gibt es außerdem vier Drei-Zimmer- und zwei Ein-Zimmer-Wohnungen, die ohne Wohnberechtigungsschein zu den üblichen Marktmieten beziehbar sind. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2016 geplant, die Fertigstellung für Dezember 2017.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge richtete den Blick darauf, dass die Stadt bis 2021 insgesamt 2100 Wohnungen schaffen will, darunter ein Drittel im günstigen Segment. Kommunale Wohnungsbauunternehmen seien dabei diejenigen, die vorangehen. Das sei auch bereits Anfang der 90er-Jahre so gewesen, als Wohnraum für Aussiedler und Spätaussiedler geschaffen werden musste. Damals hätte sich die Lüwobau auch dieser Aufgabe gestellt und Wohnungen am Bockelsberg geschaffen. Mädge machte auch deutlich, „dass Wohnquartiere nur dann lebendig sein können, wenn die soziale Durchmischung stimmt“. Die Stadt werde auch bei künftigen Projekten darauf achten, dass Platz ist für Familien, Paare und Alleinlebende, dass Jung und Alt miteinander gut auskommen können, dass Raum gegeben ist für barrierefreies Leben, preisgünstiges Wohnen möglich sein wird. „Mit diesem Spatenstich gehen wir zusammen mit der Lüwobau einen weiteren Schritt in diese Richtung.“ Man werde sich sicher wiedersehen bei weiteren Spatenstichen, zum Beispiel im geplanten Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg.

Die Gesellschaft plant für das kommende Jahr weitere 52 neue Wohnungen mit moderaten Mieten im Mittelfeld, geht in die energetische Sanierung ihres Bestandes von rund 2000 Mietwohnungen und wird weitere Unterkünfte für Flüchtlinge im Festbau erstellen, die später als Wohnraum für Menschen mit Wohnberechtigungsschein genutzt werden können.