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Das Flachdach in diesem Entwurf des Architektenbüros Prell und Partner für den Rathaus-Neubau der Samtgemeinde Ilmenau in Melbeck stößt im Gemeinderat auf Widerstand. Grafik: nh
Das Flachdach in diesem Entwurf des Architektenbüros Prell und Partner für den Rathaus-Neubau der Samtgemeinde Ilmenau in Melbeck stößt im Gemeinderat auf Widerstand. Grafik: nh

Gemeinderat Melbeck lehnt Planungsdetail für Rathausbau ab

uk Melbeck. Dass die Samtgemeinde Ilmenau im kommenden Jahr in Melbeck ein neues Rathaus bauen will, wird von der Gemeinde Melbeck grundsätzlich positiv gesehen. Schließlich können sich Rat und Verwaltung gut vorstellen, mit dem Gemeindebüro selbst in den Neubau der Samtgemeinde einzuziehen. Doch die Architektur des geplanten Gebäudes behagt dem Gemeinderat Melbeck nicht. Speziell das Flachdach im Entwurf des Architektenbüros Prell und Partner ist den Melbeckern ein Dorn im Auge. Das bekräftigte der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung des Jahres im Melbecker Bootshaus: In einer Stellungnahme zum Bauantrag der Samtgemeinde Ilmenau spricht sich die Gemeinde gegen einen Flachdach-Bau aus, weil „er sich nicht in die Umgebung einfügt“. Behindern wollen die Melbecker damit die Planung der Samtgemeinde aber nicht, wie Günter Preikschas (SPD) klarstellte: „Über Alternativen lässt sich reden.“

Als alternativlos scheint der Mehrheit im Rat dagegen die Breitband-Initiative des Landkreises Lüneburg. Mit der geplanten Ausschreibung der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke erhoffen sich die Melbecker schnelles Internet für jeden Haushalt. Auf etwa 180000 Euro beliefen sich voraussichtlich die Kosten für die Gemeinde, teilte Bürgermeister Klaus Hübner (CDU) mit. „Sollte das auf Landkreisebene nicht klappen, können wir immer noch selbst tätig werden“, schlug er vor. Das hielt Karsten Albrecht (CDU) ohnehin für die bessere Lösung, stimmte deshalb dagegen. Es sei zweifelhaft, ob das Projekt wie geplant zu realisieren sei, viel wahrscheinlicher sei eine Kostenerhöhung: „Es ist falsch, hier einem Privatunternehmen Geld in den Rachen zu schmeißen.“ Auch Preikschas gestand: „Das tut mir weh. Aber wir haben kurzfristig keine andere Möglichkeit.“ Das Landkreisprojekt sei derzeit der vernünftigste Weg. Karsten Fuhrhop (Bürgerliste Ilmenau) war skeptisch, ob die versprochene Leistung von 50 Mbit pro Sekunde auch tatsächlich erreicht werde: „Dafür hätte ich gerne eine Garantie. Wenn 20 Prozent weniger ankommen, möchte ich auch 20 Prozent weniger bezahlen.“

Mehrheitlich abgelehnt wurde ein Antrag der Gruppe SPD/UWI, in dem bereits im Sommer 2013 die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Windenergiestandort Melbeck gefordert wurde. „Nur mit einem Bebauungsplan können wir von vornherein unsere Wünsche für das Gebiet festlegen“, begründete Preikschas den Vorstoß. Inzwischen sind die Planungen für den Bau von fünf Anlagen mit einer Höhe von knapp 200 Metern im Vorranggebiet zwischen Melbeck und Häcklingen an der Lüneburger Stadtgrenze weit fortgeschritten. Einen Bebauungsplan hält die Mehrheit im Rat nicht für notwendig. Die aus Sicht der Gemeinde wichtigen Punkte, etwa Zuwegung oder Ausgleichsflächen, ließen sich auch über einen städtebaulichen Vertrag regeln, sagte Bürgermeister Hübner.

Im kommenden Jahr werden die Melbecker Bürger eine Zeitlang ohne Lebensmittelmarkt im Ort auskommen müssen. Wie berichtet, wird der Edeka-Markt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Abriss sei nach Ostern geplant, die Fertigstellung bis Jahresende, teilte Gemeindedirektor Peter Gentemann mit. „Das ist eine sehr optimistische Planung.“ Immerhin soll es eine Zwischenlösung für Post- und Bankgeschäfte geben: Die Sparkasse werde einen Container auf dem Grundstück der Gemeinde an der Floetstraße aufstellen und die Post eine „Filiale“ im Sitzungsraum der Verwaltung einrichten. Geplante Öffnungszeiten: mindestens zwei Stunden täglich.