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Claudia von Bernstorff und Bauchef Robert Luczak planen den weiteren Ausbau der alten Barskamper Schmiede zum Dorfladen. Erste Baufortschritte sind schon zu sehen, das dunkle Garagentor ist verschwunden, drei große Glastüren sind eingebaut worden. Foto: t&w
Claudia von Bernstorff und Bauchef Robert Luczak planen den weiteren Ausbau der alten Barskamper Schmiede zum Dorfladen. Erste Baufortschritte sind schon zu sehen, das dunkle Garagentor ist verschwunden, drei große Glastüren sind eingebaut worden. Foto: t&w

Ein Dorfladen für Barskamp

off Barskamp. Als Claudia von Bernstorff sich 1978 für ein Leben in Barskamp entscheidet, gehören zum Dorf noch drei Kaufmannsläden und ein Fleischer. Hals über Kopf hat sie sich in das kleine Örtchen verliebt, „ein Dorf mit eigener Kirche, Schule und so vielen Einkaufsmöglichkeiten“, sagt sie, „das war einfach wunderbar.“ Heute blickt sie mit Wehmut auf die Zeit zurück, denn weder Supermärkte noch Fleischer haben die Jahrzehnte überdauert. Zwei Jahre nach der Eröffnung hat nun auch noch das Dorflädchen geschlossen. Für Claudia von Bernstorff der Moment, in dem sie sich entschieden hat: „Jetzt kümmere ich mich darum.“

„Ich wollte niemals einen Dorfladen aufmachen“, sagt sie. „Aber ich will auch nicht in einem Dorf leben, in dem ich noch nicht mal Brötchen kaufen kann.“ Als vor zwei Jahren ein kleines Dorflädchen mit einem ausgewählten Sortiment an Bio-Produkten eröffnete, schöpfte sie Hoffnung. Doch die Betreiber haben ihren Laden in alter Form wieder geschlossen, „wir arbeiten derzeit an einem neuen Konzept“, erklärt Ilka Vock. Statt einem Kiosk will sie einen Raum bieten, in dem die Dorfbewohner künftig eigene Lebensmittel zubereiten und verkaufen können. Der Beginn für etwas Neues, gleichzeitig aber auch das Ende des klassischen Dorfladens mit Butter, Milch und Mehl — und damit letztlich der Auslöser für Claudia von Bernstorff zu handeln.

Die alte Schmiede am Markt hat die 62-Jährige bereits gekauft, die Umbauarbeiten des Backsteinhauses laufen, „mit den künftigen Betreibern bin ich in engem Gespräch“, sagt von Bernstorff. Ihr Ziel: Pünktlich zum Frühlingsanfang soll es in Barskamp wieder Brötchen, Milch und Butter zu kaufen geben. „Außerdem kommt ein DHL-Paketshop mit in den Laden, es wird einen Mini-Mittagstisch, belegte Brötchen und die Möglichkeit zum gemeinsamen Kaffee geben.“ Noch weiß sie nicht, ob es funktionieren wird. „Aber ich wollte nicht mehr nur darüber jammern, dass mir etwas fehlt“, sagt sie, „ich wollte endlich was tun.“

Und Claudia von Bernstorff ist mit ihrem Bestreben nach einem Dorfladen für Barskamp nicht allein. Bei einer Umfrage des Dorfvereins vor einigen Jahren war der größte Wunsch der Befragten ein Treffpunkt zum Kaffeetrinken und eine Möglichkeit zum Einkaufen. 2007 hatte der letzte von drei Supermärkten geschlossen, auch das Gasthaus machte dicht, „jahrelang gab es dann 0,0 Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeiten“, sagt von Bernstorff. „Jetzt haben wir die Situation wieder und damit will ich mich einfach nicht abfinden.“

Stattdessen investiert die 62-Jährige also in einen Dorfladen — und in ihre Vision vom Altwerden in Barskamp. Dazu gehört für sie, zu Fuß das Nötigste einkaufen zu können, sich mit den Freunden beim Kiosk um die Ecke zu treffen und die Enkelkinder zu Fuß zum Brötchenholen zu schicken. Es ist nur ein Lädchen. Doch Claudia von Bernstorff hat die Hoffnung, dass mehr daraus wird. Ein Platz zum Klönen. Ein neuer Dorfmittelpunkt. Ein Stück mehr Lebensqualität. Oder sogar mit ein Grund, warum sich jemand in Barskamp verliebt.