Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Nurka Casanova hat die Lüneburger Wochen gegen Rassismus initiiert, um ein Zeichen zu setzen und das Bewusstsein vieler Menschen für das Thema zu schärfen. Foto: A/st
Nurka Casanova hat die Lüneburger Wochen gegen Rassismus initiiert, um ein Zeichen zu setzen und das Bewusstsein vieler Menschen für das Thema zu schärfen. Foto: A/st

„Lüneburger Wochen gegen Rassismus“ für März geplant

off Lüneburg. Gemeinsam wollen Lüneburger Organisationen, Gruppen und Institutionen ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Auf Initiative der gebürtigen Peruanerin Nurka Casanova hat sich in den vergangenen Monaten ein Netzwerk zusammengeschlossen, um sich im März 2016 mit einem eigenen Programm an den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ zu beteiligen. „Aktuell sind wir rund 40 Organisationen und Beteiligte, die bei den Aktionswochen mitmachen“, sagt Nurka Casanova. Geplant ist eine große Veranstaltungsreihe von Donnerstag, 10. März, bis Montag, 21. März, unter dem Motto „Lüneburger Wochen gegen Rassismus — für eine offene Gesellschaft“. Viele Aktionen sind bereits in der Vorbereitung — von Projekten an Schulen und Kindergärten über verschiedene Workshops, Konzerte, Filme, Lesungen, Sportaktionen und Feste bis hin zu Podiumsdiskussionen und Vorträgen mit renommierten Experten.

Vor 20 Jahren hat der Interkulturelle Rat die Wochen gegen Rassismus in Deutschland ins Leben gerufen, im März vergangenen Jahres fanden bundesweit mehr als 1400 Veranstaltungen statt, an denen mehr als 100000 Menschen in mehr als 300 Städten und Gemeinden teilnahmen. Die Aktionswochen finden jedes Jahr um den 21. März statt — dem internationalen Tag gegen Rassismus. 2016 wird auch Lüneburg dabei sein — und Nurka Casanova hofft, „dass sich viele Menschen aktiv daran beteiligen“.

Sie selbst ist vor 26 Jahren aus Peru nach Lüneburg gekommen, organisiert hauptberuflich interkulturelle Veranstaltungen, ist zudem beim Kreissportbund als Ansprechpartnerin für das Thema „Integration und Sport“ aktiv. Schon im Frühjahr vergangenen Jahres hatte sie bei einem Treffen mit Tänzerin Claudia Daniels die Idee, in Lüneburg Wochen gegen Rassimus auf die Beine zu stellen. „Das war allerdings ein bisschen kurzfristig“, erzählt sie, „also haben wir gesagt: Lass es uns für 2016 planen.“ Zehn Leute kamen zum ersten Treffen im Juli, 25 waren beim zweiten Mal dabei — „und mittlerweile sind wir ein Netzwerk mit rund 40 Beteiligten“, sagt Nurka Casanova, „wobei wir noch offen sind für weitere Mitstreiter.“

Mit der Organisation der Lüneburger Wochen gegen Rassismus hofft Nurka Casanova, ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus — gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation. „Dabei soll es nicht darum gehen, mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere zu zeigen“, sagt sie. Sie will vor allem aufklären, aufmerksam machen und das Bewusstsein schärfen nicht nur für die gewalttätigen Folgen von Rassismus, sondern auch für den im Alltag versteckten Rassismus. „Wovon fast alle Menschen betroffen sind“, sagt sie, „mich eingeschlossen.“

Die Hoffnung der Initiatorin: Die Lüneburger Wochen gegen Rassismus machen viele Menschen sensibler für das Thema, „und vielleicht auch ein bisschen mutiger, wenn es mal darum geht, sich gegen die Ausgrenzung anderer Menschen zu wehren“.

Wer die Aktionswochen unterstützen oder sich beteiligen möchte, kann sich bei Nurka Casanova melden unter: interkultur_events@yahoo.de

Der 21. März 1960
Hintergrund des internationalen Tages gegen Rassismus sind die Geschehnisse des 21. März 1960: Damals demonstrierten im südafrikanischen Sharpeville 20000 Menschen friedlich gegen die diskriminierenden Passgesetze des damaligen Apartheid-Regimes. Die Polizei reagiert darauf mit brutaler Gewalt. 69 Menschen werden erschossen und mehr als 180 verletzt.
Dieses Blutbad ging als das „Massaker von Sharpeville“ in die Geschichte ein und war, sechs Jahre später, für die Generalversammlung der Vereinten Nationen ausschlaggebend, den 21. März zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung zu erklären. Im Laufe der Jahre haben sich auf der ganzen Welt um diesen Tag Aktionswochen etabliert. Seit 1994 auch in Deutschland.

One comment

  1. Mechthild Burger

    Als 1960 Apartheid-Polizei gegen Demonstranten (Schwarze?) vorgingen, könnte das rassistisch geprägt gewesen sein.

    Heute wird dauernd Rasse und Ausländer begrifflich gleichgesetzt. Rassismus? Antisemismus ist begrifflich mehr als anti-jüdisch, Anti-Schwarze ist mehr als anti-afrikanisch. Aber z.B. Anti-Islam ist nicht rassistisch.

    Wie sollen Probleme gelöst werden, wenn die Fragestellung/Aktion schon vermutlich falsch formuliert ist?