Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Zweieinhalb Jahre nach Einreichung der Klage hat Dietmar Wienecke sein Auto an den Händler zurückgegeben. Ein vom Gericht bestelltes Gutachten hat bei dem Wagen einen zu hohen Spritverbrauch festgestellt. Foto: t&w
Zweieinhalb Jahre nach Einreichung der Klage hat Dietmar Wienecke sein Auto an den Händler zurückgegeben. Ein vom Gericht bestelltes Gutachten hat bei dem Wagen einen zu hohen Spritverbrauch festgestellt. Foto: t&w

Spritverbrauch zu hoch: Käufer gibt Auto zurück

dth Bardowick/Lüneburg. Im Gerichtsverfahren um den Mehrverbrauch seines Autos geht der Kunde Dietmar Wienecke aus Bardowick endgültig als Sieger hervor. Der Lüneburger Händler, der stellvertretend für den Hersteller Mazda seinen Kopf hinhalten musste, hat nach der Urteilsverkündung auf eine Berufung verzichtet. Mittlerweile liegt die schriftliche Urteilsbegründung vor, wonach der Händler den Wagen zurücknehmen muss. Das ist dieser Tage geschehen. Dabei musste sich das Lüneburger Landgericht kürzlich sogar korrigieren, hatte sich bei der Verrechnung der gefahrenen Kilometer (Gebrauchsvorteil) mit dem zurückzuerstattenden Kaufpreis vertan. Der Kläger erhält mehr als 1000 Euro zusätzlich zurück als bei der mündlichen Urteilsbegründung verkündet wurde.

Schlüsselübergabe beim Autohaus: Wienecke ist die Erleichterung anzusehen, genauso wie Inhaber Ronald Unger, dass der Gerichtsstreit nun ein Ende hat. Seit der Einreichung der Klage sind zweieinhalb Jahre vergangen, der letzte Verhandlungstag war im November. Zunächst hatte „Mazda Motors Deutschland“ dem Lüneburger Händler empfohlen, das Urteil der 3. Zivilkammer des Landgerichts anzufechten (LZ berichtete). Doch der hat sich wegen des Aufwands dagegen entschieden. Schließlich musste bisher auch Unger vor Gericht sitzen, obwohl es eine Auseinandersetzung zwischen Wienecke und Mazda war. „Die Rückabwicklung des Kaufes stellt aus Sicht unseres Händlers die bessere Lösung dar“, sagt Jochen Münzinger, Sprecher von Mazda Motors, auf LZ-Nachfrage. Der Hersteller zweifelt aber nach wie vor an der Richtigkeit der Messungen beim vom Gericht bestellten Sachverständigengutachten.

Nach dem Gutachten stand für das Gericht fest, dass der Kraftstoffverbrauch des getesteten CX-5L 2.0l Skyactiv-G mit 6,7 Liter auf 100 Kilometer „bereits für ein Fahrzeug mit Basis­ausstattung mehr als zehn Prozent über den Prospektangaben der Firma Mazda liegt“. In der Urteilsbegründung heißt es dazu weiter: „Eine Überschreitung des im Verkaufsprospekt angegebenen (kombinierten) Kraftstoffverbrauchs um mehr als zehn Prozent stellt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung eine erhebliche Pflichtverletzung dar, die zum Rücktritt (vom Kaufvertrag) berechtigt (vgl. BGH, Urteil vom 18,06.1997, Aktenzeichen VIII ZR 52/96 BGH …).“
Mazda-Sprecher Münzinger hatte zuletzt betont, dass der Gutachter die richtigen Werte hätte ermitteln können, wenn er die im Auftrag des Herstellers ermittelten Kalibrierungsangaben genutzt hätte. Münzinger: „Zukünftig werden wir unsere Händler beziehungsweise deren Rechtsbeistand in eventuellen ähnlich gelagerten Rechtsstreitigkeiten vor Beauftragung eines Gutachtens durch das Gericht noch besser unterstützen, um eine korrekte Vergleichbarkeit zu gewährleisten.“

One comment

  1. Zehn Prozent Abweichung sind lächerlich. Ein völlig weltfremdes Urteil. Eigentlich könnten jetzt alle Autokäufer den Kauf rückgängig machen, weil man doch schon immer wusste, dass die Werksangaben nur wenig mit dem realen Verbrauch zu tun haben, hat aber zwei Augen zugedrückt. Aber vielleicht hat´s ja ein Gutes, vielleicht ist jetzt mit den Lügen Schluss.