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Arbeitslosenstatistik: Quote in Stadt und Landkreis sinkt trotz des Winters

rast Lüneburg. Steigt die Arbeitslosenzahl in der Regel im Dezember saisonal bedingt, ist sie im vergangenen, von den Temperaturen her recht milden Monat in Stadt und Landkreis Lüneburg sogar gesunken: Sie verringerte sich um 50 auf 5288 Frauen und Männer, das waren 125 Betroffene weniger als noch ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 5,6 Prozent, im November standen 5,7 Prozent in der Statistik, im Dezember 2014 waren es 5,8 Prozent.

Flüchtlinge spiegelten sich laut Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, nur bedingt in der Statistik wider: „Doch das Thema Integration der Flüchtlinge rückt bei uns immer weiter in den Fokus.“

Arbeitsagentur und Jobcenter bereiten sich schon seit geraumer Zeit auf die neuen Herausforderungen vor, Passier: „So wurde unter anderem schnell und unkompliziert die Möglichkeit geschaffen, geflüchteten Menschen die Chance auf Teilnahme an einem Einstiegskursus zu eröffnen. Bildungsträger mussten für diese Kurse kein Ausschreibungsverfahren absolvieren und konnten die nicht arbeitslos gemeldeten Teilnehmer direkt ansprechen.“ Voraussetzungen waren unter anderem, dass die Teilnehmer eine gute Bleibeperspektive haben — also aus Eritrea, Irak, Iran oder Syrien stammen — und den Kursus bis Jahresende begonnen hatten.

Mittlerweile liegen vorläufige Zahlen zu den Kursen vor. Bisher wurden laut dem Agenturchef durch die Bildungsträger gut 620 Teilnehmer gemeldet, mit 380 Personen stellten Hansestadt und Landkreis Lüneburg den größten Anteil, aus dem Bereich Lüchow waren es 102, aus dem Kreis Harburg 88 und aus dem Landkreis Uelzen 47. „Die Sprache ist das Fundament für den Zugang zum Arbeitsmarkt und die gesellschaftliche Integration“, betont Passier: „Durch die Kurse gehen wir einen ersten Schritt in Richtung Arbeit und Ausbildung. Über weitere Sprach- und Integrationskurse sowie praxisorientierte Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen müssen aber die nächsten Schritte folgen. Finanziell ist die Arbeitsagentur dafür gerüstet.“

Der Anteil der Ausländer an den Arbeitslosen betrug im Dezember in Stadt und Kreis Lüneburg 14,2 Prozent, 753 Männer und Frauen aus dieser Personengruppe suchten eine Arbeit. Dabei stellt Bernd Passier fest: „Bei dieser Personengruppe handelt es sich nicht ausschließlich um Flüchtlinge, sondern überwiegend um Arbeitslose mit nicht deutscher Staatsbürgerschaft, die schon länger in Deutschland leben und arbeiten.“

Insgesamt meldeten sich für Stadt und Landkreis Lüneburg im Dezember 1216 Personen neu oder erneut arbeitslos, 92 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1250 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit, macht ein Minus von 43 Personen. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 16524 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 347 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 16624 Abmeldungen von Arbeitslosen (minus 625). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 41 Stellen auf 1614 gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 291 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 360 neue Stellen, 29 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 5116 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 308.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie etwa berufliche Weiterbildung, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Gründungszuschuss gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag in Stadt und Kreis Lüneburg bei 7053 Personen, das sind 65 mehr als noch im Vormonat, allerdings 228 weniger als im Dezember 2014.

Arbeitsmarktreport Dezember 2015