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2014 hatte die VGH-Stiftung die Außenstelle der Ratsbücherei bei der Anschaffung von Bilderbüchern unterstützt. Regionaldirektor Martin Aude überreichte die Spende an Büchereileiterin Ulrike Ritter. Foto: A/t&w
2014 hatte die VGH-Stiftung die Außenstelle der Ratsbücherei bei der Anschaffung von Bilderbüchern unterstützt. Regionaldirektor Martin Aude überreichte die Spende an Büchereileiterin Ulrike Ritter. Foto: A/t&w

Bücherwürmer: 100 000 Ausleihen in Kaltenmoor

kre Lüneburg. Es ist ein Rekord, der Hoffnung macht: Denn der geballten elektronischen und digitalen Konkurrenz durch I-Phone, Tablet und Co. zum Trotz – das klassische Buch hat seinen Reiz nicht verloren. Exakt 100 182 Ausleihen registrierte allein die Zweigstelle der Lüneburger Ratsbücherei in Kaltenmoor für 2015. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 8137. Dieses gute Ergebnis hatten die Mitarbeiter der Bücherei-Außenstelle zuletzt in den 1990er-Jahren. Nur, dass die Bücherei damals an fünf Tagen in der Woche geöffnet war, „jetzt aber an nur zweieinhalb Tagen“, gibt Außenstellenleiterin Ulrike Ritter zu bedenken.

Für das kontinuierliche Ausleih-Plus gibt es viele Gründe. „Ganz sicher ist da als erstes der Umbau der Außenstelle in Kaltenmoor 2011 zu nennen“, sind Ulrike Ritter und ihr Chef Dr. Thomas Lux überzeugt. „Seitdem wird die Zweigstelle der Ratsbücherei Jahr für Jahr von immer mehr Lesern entdeckt“, freut sich Ritter.

Auf zwei Etagen können Bücherfreunde stöbern. Ganz klassisch in den zahlreichen gedruckten Ausgaben und Zeitschriften. Wer will, kann aber auch auf elektronischem Weg mittels E-Book dem Lesegenuss frönen, Hörbücher, Musik-CDs, DVDs und auch elektronische Spiele ausleihen. Dass diese Angebote auch in öffentlichen Bibliotheken immer mehr nachgefragt werden, zeigen die Zahlen: 1723 CDs wurden im vergangenen Jahr in Kaltenmoor ausgeliehen, 18 377 DVDs und 23 713 Hörbücher. Spitzenreiter aber bleiben die gedruckten Werke – angefangen von Sach- und Schulbüchern bis hin den Bestsellern. Exakt 53 001 Exemplare fanden 2015 ihre Leser.
Vor allem Kinder- und Jugendliteratur war und ist gefragt (+4602), aber auch die Belle­tristik im Erwachsenenbereich legte zu (+94). Und welche Bücher sind da besonders gefragt? „Alles von ‚Star Wars‘, aber auch die ‚Schule der magischen Tiere‘, ‚Tom Gates‘ und ‚Die Helden des Olymp‘“, listet die Diplom-Bibliothekarin auf. Bei den Jugenbüchern beobachtet sie bei der „Selection“-Reihe von Kiera Cass, aber auch bei „Skulduggery Pleasant“ eine starke Nachfrage.

Was Dr. Lux und Ulrike Ritter gleichermaßen freut. Denn Lesen ist und bleibt der Schlüssel zum Verstehen. Auch in einer zunehmend digitalisierten Welt. Je früher Kinder an Sprache, Schrift und Medien herangeführt werden, umso größer ist ihr Wortschatz, ihre Konzentrationsfähigkeit. Oder einfach ausgedrückt: Lesen bildet! In einer Pisa-Umfrage gaben 72,5 Prozent der befragen Mädchen an, dass ihnen Lesen Spaß und Vergnügen bereite, aber nur 45,1 Prozent der Jungen. Da verwundert es nicht, dass Mädchen statistisch gesehen die besseren Noten in der Schule bekommen.

Ritter und ihr Team bieten daher auch ganz viele Aktionen an, um Jugendliche möglichst früh und vor allem nachhaltig an die Faszination des Lesens heranzuführen. Beispielsweise durch Veranstaltungen wie „Gedichte für Wichte“, die sich an Kleinkinder richten oder durch das „Bilderbuchkino“ (LZ berichtete). Und die nächste Aktion für Kleinkinder ist bereits in Planung. Ähnlich dem japanischen Erzähltheater „Kamishibai“ wird den Kindern eine Geschichte mit Musik und Fingerspielen präsentiert. „Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 20. Januar, statt“, berichtet Ulrike Ritter.

Und Angebote für Erwachsene? „Auch die gibt es natürlich“, versichern Dr. Lux und die Außenstellenleiterin. Auf Autoren-Lesungen müssen sie allerdings verzichten, „das ist personell und finanziell leider nicht machbar“, bedauert Dr. Lux. Dafür aber bemühen sich seine Kollegen, den Medienbestand in den Büchereien stets auf aktuellem Stand zu halten und entsprechend der Nachfrage des Publikums zu erweitern. Nicht nur in der Hauptstelle der Ratsbücherei am Marienplatz, sondern auch in der Außenstelle in Kaltenmoor sowie in der Kinder- und Jugendbücherei auf dem Klosterhof – getreu dem Sprichwort: „Bücher mögen sich nicht rechnen, aber sie zahlen sich aus“.