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Oft organisieren Feuerwehren das Tannenbaumverbrennen, in Bardowick kümmert sich darum seit Jahren die Siedlergemeinschaft, auch am Freitag gibt es wieder ihr kleines Fest rund um die lodernden Tannenbäume. Foto: A/sel
Oft organisieren Feuerwehren das Tannenbaumverbrennen, in Bardowick kümmert sich darum seit Jahren die Siedlergemeinschaft, auch am Freitag gibt es wieder ihr kleines Fest rund um die lodernden Tannenbäume. Foto: A/sel

Tannenbaumfeuer sollen nun doch nicht geahndet werden

off Lüneburg. Rolle rückwärts beim Verbot der Weihnachtsbaumfeuer: Noch vor einem Jahr zeigte sich der Landkreis Lüneburg rigoros — und kündigte an: 2016 wird endgültig Schluss sein mit den Dorffesten rund um die lodernden Tannenbäume. Schuld daran, so hieß es damals aus der Kreisverwaltung, ist das niedersächsische Umweltministerium. Genauer: Eine neue Verordnung, die das Verbrennen pflanzlicher Abfälle verbietet. Inzwischen hat sich Landrat Manfred Nahrstedt korrigiert — und Kreissprecherin Elena Bartels bestätigt: Weihnachtsbäume, die am heutigen Dreikönigstag traditionell abgeschmückt werden, dürfen auch weiterhin bei Dorffesten verbrannt werden.

Unter den Feuerwehrleuten — in den meisten Orten die Organisatoren der Feste — hat sich der Sinneswandel des Kreises längst herumgesprochen, in vielen Dörfern und Gemeinden sind die Veranstaltungen bereits organisiert, die Tannenbäume eingesammelt oder entsprechende Termine bekanntgegeben. Lüneburgs Kreisbrandmeister Torsten Hensel freut es: „Ich habe dieses Verbot noch nie richtig verstanden“, sagt er. „Denn für die Dörfer und die Feuerwehr sind diese Veranstaltungen rund ums lodernde Feuer längst feste Tradition.“

Die Tannenbaumfeste brächten die Menschen auf den Dörfern zusammen, sie seien eine gute Öffentlichkeitsarbeit für das Ehrenamt und für viele Mitglieder der Jugendfeuerwehr einer der Höhepunkte im ganzen Feuerwehrjahr, sagt Hensel. Argumente, die auch Vertreter der Jugendfeuerwehr bei ihrer Delegiertenversammlung im vergangenen Februar anbrachten — damit beim Landrat allerdings auf Granit bissen. Auch wenn er den jungen Leuten Recht gab, blieb er dabei: Das Umweltministerium in Hannover habe das Verbrennen pflanzlicher Abfälle als unzulässig erklärt. „Und wir können das nicht einfach außer Kraft setzen.“

Was sich bis heute daran geändert hat? Offenbar einiges. Der Landrat hat das Thema damals nicht ad acta gelegt, „es gab verschiedene Gespräche zu dem Thema“, sagt Kreissprecherin Bartels, „unter anderem bei einer Landräte-Konferenz.“ Dabei sei dem Verwaltungschef klar geworden: Der Landkreis Lüneburg sei in dieser Sache so rigide gewesen wie kein anderer Kreis in Niedersachsen. Grund genug, das angekündigte Verbot noch einmal zu überdenken.

Das Ergebnis: Der Kreis erkennt die Tannenbaumfeste nun doch als Brauchtum an, womit sie von der neuen Pflanzenabfallverordnung ausgenommen sind. Vor einem Jahr hieß es aus der Pressestelle des Kreises noch: Die scheinbare Tradition des Tannenbaumverbrennens sei erst vor einiger Zeit von einer großen schwedischen Möbelhauskette aufgebracht worden. „Dadurch handelt es sich nicht um Brauchtum.“ Nun erklärt Kreissprecherin Bartels: „Nach erneuter Prüfung sind wir der Auffassung, dass diese Feste im Begriff sind zum Brauchtum zu werden.“ Außerdem wolle der Landrat jungen Menschen mit einem Verbot der Feste nicht die Motivation nehmen, sich weiterhin für die Feuerwehr zu engagieren.

Kostenlose Entsorgung bei der GfA
Wer seinen Tannenbaum nicht für eines der Feste spendet, hat natürlich auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, ihn kostenfrei über den kommunalen Abfallentsorger GfA entsorgen zu lassen. Die Abholung der ausgedienten Bäume beginnt am 11. und läuft bis Ende Januar. Die genauen Termine stehen in den individuellen Abfuhrplanern.
„Ganz wichtig: die Bäume müssen von jeglichem Schmuck befreit sein!“, betont Fuhrbetriebsleiter Andreas Jung. „Nur so können Sie umweltgerecht entsorgt werden.“ Bäume, die länger als zwei Meter sind, müssen in zwei Teile gesägt werden. Eine Anlieferung der Bäume in haushaltsüblicher Menge zur Deponie Bardowick oder auf die Recyclinghöfe im Kreis ist kostenfrei.