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Im Briefkasten von Peter Rentz fehlt immer wieder seine Post, weil die bei einem Nachbarn falsch eingesteckt wird. Foto: t&w
Im Briefkasten von Peter Rentz fehlt immer wieder seine Post, weil die bei einem Nachbarn falsch eingesteckt wird. Foto: t&w

Wenn der Nachbar die Post bringt . . .

mm Lüneburg. Der Dienstplan eines Postboten ist eng getaktet. Er hat nur wenige Minuten Zeit, um zum Haus zu gehen, Briefe einzustecken, Einschreiben abzugeben. Im Haus von Peter Rentz müssen 110 Postfächer gefüllt werden — da passieren Fehler. Doch bei allem Verständnis für die Zusteller, der Ärger von Peter Rentz auf den Arbeitgeber, die Deutsche Post, steigt unaufhörlich. Weil bei ihm immer wieder Fehler passieren, immer wieder dieselben. Er erhält seine Post nicht, stattdessen jemand anderes, der im selben Haus wohnt. Und fast denselben Namen trägt, er heißt Renz. Seit einigen Monaten spielen die Nachbarn nun ungewollt Briefchen wechsle dich.

Peter Rentz steht vor der Briefkastenanlage in seinem Wohnhaus in der Wilhelm-Leuschner-Straße 30. Der 58-Jährige versucht die vielen Briefkästen zu überblicken, es gelingt ihm nicht. Es sind zu viele. Er weiß aber, wo sein Postfach und das von Vladimir Renz ist. Sie liegen weit auseinander. Peter Rentz wohnt schließlich im zweiten Stock, Vladimir Renz im achten. Und eigentlich kannten sich die beiden Männer gar nicht — inzwischen schon. Seit Vladimir Renz immer wieder die Post von Peter Rentz bekommt.

Mehrmals sei das nun schon der Fall gewesen. Schreiben von der Versicherung, der Bank oder ein Rentenbescheid landeten im falschen Briefkasten. Der Zusteller muss die sehr ähnlichen Namen verwechselt haben. Vladimir Renz ist der falsche Empfänger, aber ein ehrlicher. Stets steckte er die Briefe beim richtigen Adressaten zurück ins Postfach. Auch umgekehrt kam es schon vor, dass Peter Rentz die Post von Vladimir Renz erhielt und sie dann an ihn weiterverteilte. Auf Dauer aber könne es nicht so weitergehen, findet Peter Rentz, der seit etwa drei Monaten in dem Mehrparteienhaus lebt.

Er beschwerte sich beim Lüneburger Hauptpostamt — man wollte sich kümmern, hieß es. Doch es passierte nichts. Die Post kam auch weiterhin verkehrt an. Dafür ereilten Peter Rentz Entschuldigungsschreiben mit Gratis-Briefmarken — als Wiedergutmachung. Er vermutet, dass, seit der feste Briefträger in Rente ging, das war kurz nachdem der 58-Jährige in das Haus einzog, Vertreter nicht immer Bescheid wüssten über die Verwechslungsgefahr. Eine LZ-Nachfrage bei der Deutschen Post bestätigt diesen Verdacht.

Die Zusteller in diesem Bezirk würden oft wechseln, sagt Unternehmenssprecher Jens-Uwe Hogardt. Ihm ist auch das Problem mit der falsch eingesteckten Post von Peter Rentz bekannt. Und er gelobt Besserung für seine Kollegen. Man habe die zuständigen Austräger über eine große Karteikarte im Zustellfach informiert, sie sollten darauf achten, dass ein ähnlicher Name zweimal auftauche.

Für Verwirrung könnte jetzt allerdings noch sorgen, dass auch der Hersteller der Briefkastenanlage Renz heißt, einige leere Postkästen mit diesem Namenszug versehen sind. Vielleicht muss jetzt Vladimir Renz länger auf seine Post warten. Vielleicht kommt sie pünktlich und im ersten Anlauf. Peter Rentz hofft jedenfalls, dass Letzteres bei ihm künftig zum Regelfall wird.

One comment

  1. Ob es die Herren schon mal mit kleinen Hinweis-Aufklebern („Hier nur Post für Rentz“ – Renz weiter links“ o.ä.) versucht haben? Das dürfte doch einfacher sein als der Weg über entfernte Post-Zentralen.