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Beruf, Familie und politisches Ehrenamt unter einen Hut zu bringen, fällt Dr. Christopher Scharnhop zusehends schwerer. Deshalb tritt der 42-Jährige von all seinen Ämtern und Mandaten in der Gemeinde und Samtgemeinde zurück. Foto: A./be
Beruf, Familie und politisches Ehrenamt unter einen Hut zu bringen, fällt Dr. Christopher Scharnhop zusehends schwerer. Deshalb tritt der 42-Jährige von all seinen Ämtern und Mandaten in der Gemeinde und Samtgemeinde zurück. Foto: A./be

Christopher Scharnhop: Nur noch „Bürger“ und nicht mehr „meister“

kre Vastorf. Die Nachricht kommt überraschend: Dr. Christopher Scharnhop (CDU) tritt von seinem Amt als Bürgermeister in Vastorf zurück. Und damit nicht genug: Der 42-Jährige will sich komplett aus der Kommunalpolitik zurückziehen, also auch auf seine Mandate im Gemeinderat Vastorf und im Samtgemeinderat Ostheide verzichten. „Aus persönlichen, nicht aus politischen Gründen!“, stellt Scharnhop klar.

Denn Beruf, Familie und politische Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen, das fiel dem Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei nach eigenem Bekunden nicht immer leicht. „Häufig war es die Familie, die zurückstecken musste, wenn abends wieder Sitzungen anstanden oder ich an den Wochenenden Veranstaltungen besucht habe“, berichtet Scharnhop. Über eine „Auszeit“ aus der Politik habe er deshalb schon längere Zeit nachgedacht. Endgültig gereift sei die Entscheidung dann aber über die Feiertage, sagt der dreifache Familienvater.

Gemeindedirektor Dennis Neumann und seine Ratskollegen hat Scharnhop über seinen Entschluss schon informiert. Ebenso den Ostheider Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer (SPD). Der bedauert die Entscheidung des Christdemokraten: „Es ist schade, dass mit Dr. Scharnhop ein noch recht junger Mann der Kommunalpolitik den Rücken kehrt.“ Die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Vastorfer Bürgermeister bezeichnet Meyer denn auch als „gut, vertrauensvoll und stets zielorientiert.“
Die nächste Ratssitzung in Vastorf wird also die letzte sein, die Scharnhop als Noch-Bürgermeister eröffnen wird. Dann wird er offiziell seinen Rücktritt bekannt geben. In der gleichen Sitzung, so plant es Gemeindedirektor Dennis Neumann, soll dann gleich auch Scharnhops Nachfolger als Bürgermeister und ein stellvertretender Gemeindedirektor gewählt werden. Ein Amt, das der 42-jährige Rohstorfer bislang ebenfalls bekleidet. Danach endet auch offiziell die Ära Scharnhops, der dann „nur“ noch Bürger, aber kein „meister“ mehr ist. Nachrücker für Scharnhop im Vastorfer Rat wird Wolfgang Bartelt, Henning Schmidt aus Thomasburg übernimmt den freiwerdenden Sitz als Nachrücker im Samtgemeinderat.

Ein Kandidat hat auf LZ-Anfrage bereits seine Bereitschaft bekundet, für das Amt des Vastorfer Bürgermeisters zu kandidieren: Der stellvertretende Bürgermeister Peter Lade (SPD) kündigte an, seinen Hut in den Ring werfen zu wollen. Allerdings braucht auch er dazu die Stimmen aus einer anderen Fraktion. Entweder von den Grünen oder auch von der CDU. Spannend wird die Kandidatenkür also allemal.

Zehn Jahre war Dr. Christopher Scharnhop an verantwortlicher Stelle für die Gemeinde Vastorf aktiv: Seit 2006 zunächst als stellvertretender und seit 2009 schließlich als Bürgermeister. Ein Amt, das Durchsetzungsfähigkeit, aber auch die Bereitschaft zum Konsens braucht. Denn Christdemokrat Scharnhop musste ohne Ratsmehrheit „regieren“: Die CDU im Vastorfer Rat hat nur drei Sitze, die SPD bringt es auf vier, die Grünen sind mit zwei Politikern vertreten.

Trotzdem ist Scharnhop mit dem Erreichten zufrieden: „Der Rat konnte wichtige Projekte anschieben und umsetzen“, bilanziert der Rohstorfer und nennt als Beispiel die Überplanung und Erschließung des neuen Abschnitts des Industriegebietes in Vastorf. „Mit der Erstellung eines Bebauungsplans für das Altgebiet wird das Areal nun abgerundet und zukunftssicher gemacht“, sagt Scharnhop.

Auf seinen Nachfolger warten ebenfalls schon wichtige Aufgaben: Etwa die Sanierung der Straßen, die größtenteils noch in den 1960er-Jahren angelegt wurden und entsprechend marode sind. Wir hoffen dafür in das Projekt ‚Dorfentwicklung‘ zu kommen“, sagt Scharnhop – gemeinsam mit der Gemeinde Thomasburg. Die Weichen dafür hat er noch gestellt – realisieren müssen es nun andere.