Aktuell
Home | Lokales | Vizepräsident Keller verlässt Uni Lüneburg +++ mit Video
Nach zehnjähriger Amtszeit räumt Holm Keller seinen Posten als Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg  Foto: t&w
Nach zehnjähriger Amtszeit räumt Holm Keller seinen Posten als Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg Foto: t&w

Vizepräsident Keller verlässt Uni Lüneburg +++ mit Video

jj Lüneburg. Vizepräsident Holm Keller verlässt überraschend die Leuphana-Universität Lüneburg. Keller ist die schillerndste Führungsgröße auf dem Campus. Er hat den „Innovations-Inkubator“, 100 Millionen Euro schwer, gefüttert vor allem mit EU-Geld, für die Uni Lüneburg an Land gezogen und gemanagt. Der 48-Jährige steht auch wie kein anderes Mitglied des Präsidiums für den Libeskind-Bau an der Scharnhorststraße, das neue Wahrzeichen der Uni. Das Zentralgebäude ist das ambitionierteste Bauprojekt der Stadtgeschichte in der Gegenwart, hat wie kein anderes Kritiker und Befürworter und macht regelmäßig Schlagzeilen wegen höherer Baukosten.

Zehn Jahre war Keller an der Leuphana, immer an der Seite von Präsident Sascha Spoun, der betont, dass er seine Amtszeit trotz des Weggangs seines Weggefährten bis 2020 erfüllen wolle. Keller wird eine Aufgabe in einer Stiftung auf Malta übernehmen, an der die Leuphana mitgewirkt hat. Ende Februar legt Keller nun auf eigenen Wunsch sein Amt nieder – vorzeitig. „Er will sich künftig neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Stiftungsrat und Präsidium haben seine Ankündigung mit großem Bedauern, aber auch mit allem Respekt zur Kenntnis genommen. Wir werden die Nachfolge im dafür vorgesehenen Verfahren in den nächsten Monaten zügig regeln“, heißt es in einer Mail der Uni.

Holm Keller sei eine der markantesten Persönlichkeiten der Leuphana, ein manchmal unbequemer, stets streitbarer Motor der Universitätsentwicklung. In einer internen Mail schrieb Präsident Spoun: „Seine Energie, seine Kreativität und sein Gespür für Themen der Zeit werden uns fehlen. Mir persönlich war Holm Keller immer ein wichtiger Ratgeber und entscheidender Wegbegleiter bei der Neuausrichtung der Leuphana zu einer national und international anerkannten Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts.“

Der Präsident lobt: Es gebe viele weitere Entwicklungen an der Leuphana, die Kellers Handschrift tragen – seien es z.B. der Major Digital Media im College oder die Projekte der Digital School wie das Online-Angebot „Ready4Study“ für Flüchtlinge, das jetzt an den Start geht. Besonders die Startwoche habe immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. Unvergessen sei die „ARTotale“ im Jahr 2009, als Street Art-Künstler aus der ganzen Welt das historische Lüneburg als Projektionsfläche ihrer Kunst eroberten – und dafür viel Beifall der Bevölkerung ernteten.

Beim Versuch, ein noch größeres EU-Projekt an die Uni zu holen, musste Keller anderen den Vortritt lassen — „KENUP“. So heißt ein Konsortium mit 80 internationalen Partnern, das Projekte, von der Leuphana koordiniert, im Rahmen des sogenannten Juncker-Plans realisieren will. Insgesamt soll der Plan zwischen 2015 und 2017 mehr als 300 Milliarden Euro mobilisieren in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Forschung, soll Beschäftigung und Wachstum gerade im Süden Europas ankurbeln.

Keller bleibt Kenup treu, ein Partner ist Malta. Und in der Rechtsform einer Stiftung mit Sitz in Malta wird Kenup in den kommenden Jahren seine Arbeit intensivieren. Holm Keller wird in diesem Zusammenhang in leitender Funktion tätig sein, heißt es.

Auch Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge bedauere den Rücktritt von Herrn Keller, heißt es in einem offiziellen Statement. Keller habe nicht nur der Uni, sondern auch der Stadt an vielen Stellen geholfen. „Herr Keller war als Vizepräsident nicht immer bequem. Er ist unorthodoxe Wege gegangen – manchmal auch gegen starke Widerstände – aber er war dabei immer sehr durchsetzungsstark. Vor allem hatte Holm Keller Visionen. Im Kopf war er oft schneller als andere.“ 6041603_

Ohne Keller wären die Uni und auch die Hansestadt nicht so weit wie sie heute sind, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Er habe modernste Bildungseinrichtungen für Forschung und Lehre geschaffen und darüber erstklassiges Lehrpersonal für die Leuphana-Uni gewinnen können. „Keller hat sich stark gemacht für Innovationen – Stichwort Inkubator und für viele weitere Projekte. Und schließlich wird er mit der Fertigstellung des Libeskind-Zentralgebäudes auch nach seinem Abgang der Leuphana für immer seinen Stempel aufdrücken. Keine Landesregierung wird jemals eine Uni mit einem Libeskind-Bau schließen. Insofern hat Herr Keller auch damit den Abgesang auf den Uni-Standort Lüneburg verhindert. Mit all dem hat Holm Keller den Hochschulstandort Lüneburg nicht nur gefestigt, sondern auf Jahre hin zukunftsfähig gemacht. Das sichert nicht nur den Fortbestand der Leuphana, sondern sorgt zugleich dafür, dass Lüneburg mit seinen Studenten eine junge Stadt bleibt. Holm Keller gebührt großer Dank für sein Engagement für die Leuphana-Uni und für die gesamte Hansestadt.

Foto t & wASTA StudentenausschussDer AStA der Universität begrüßt die Entscheidung Kellers. Sprecher Johannes Klaffke erklärt:  „Spätestens mit den Rücktrittsforderungen von Studierendenparlament und AStA im April 2014 war auch das letzte Vertrauen in Holm Kellers Kompetenzen verspielt. Nach den Verfehlungen beim Zentralgebäude war ein Rücktritt längst überfällig, ein Teil der Forderung ist nun erfüllt. Die Kritik darf aber auch nach dem Rücktritt nicht auf Keller beschränkt werden. Es gibt noch immer kein abgestimmtes Konzept, um den durch die Aufgabe anderer Standorte entstandenen Mehrbedarf ausreichend zu decken. Die Forderung, dass Mittel für Forschung und Lehre nicht angetastet werden dürfen, bleibt weiterhin bestehen.“ 

37 Kommentare

  1. Oh, sowas. Schade, ich habe mich schon so sehr darauf gefreut, wie Herr Keller die erste Jahresbilanz der „Leuphana Audimax-Vermietungs GmbH“ (oder wie auch immer die heißt) öffentlich vorstellt.
    Und in meinen wilden Fieberträumen habe ich mir noch hinzu imaginiert, wie er großzügig das klaffende Bllanzloch stopft.
    Ach, was hätte ich dafür gegeben, folgendes in der LZ zu lesen: „Visionen dürfen nicht an Kleingeld scheitern, verkündete GmbH-Geschäftsführer Keller, als er seine PlatinCard zückte, um die fehlenden Millionen für die Audimax-Betriebskosten aus seinem Taschengeld zu spenden.“

  2. Werner Schneyder

    Ich hätte ihn nicht gehen lassen. Nun werden die Konsequenzen seines Handelns deutlich und er verzieht sich, in eine Stiftung, an der die Leuphana mitgewirkt hat. Was ist das für eine Stiftung? Wo bleibt hier die Recherche der LZ?

  3. Paulina von Essen

    Hallo Herr Jenckel, was das KENUP-Konsortium betrifft, scheinen Sie nicht ganz auf der Höhe der greifbaren Informationen zu sein. Schon am Freitag, den 12. Dezember des vergangen Jahres war im „The Malta Independent“ zu lesen:

    »The partnership [the KENUP consortium] had applied to be considered as a „Knowledge & Innovation Community (KIC)“ with the European Union’s European Institute for Innovation and Technology (EIT). The consortium found itself eliminated prior to the lawful selection process, under conditions that are expected to undergo judicial review at European level. Even though, due to this refusal, the partners cannot implement KENUP on the scale originally envisaged, they will endeavour to carry out projects with the support of the Republic of Malta, as well as from private and other public investors.«

    Quelle: http://www.independent.com.mt/articles/2014-12-12/company-news/KENUP-Partnership-for-Innovation-to-commence-operations-in-Malta-6736127236

    So wahnsinnig prickelnd klingt das alles also nicht. Aber spätestens seit dem vor drei Jahren „unumgänglich“ gewordenen Rücktritt des maltesischen EU-Kommissars für Gesundheit und Verbraucherschutz John Dalli wissen wir ja, dass auf dem südeuropäischen Inselstaat im Mittelmeer so einiges möglich ist. (Vgl.: http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-gesundheitskommissar-dalli-wegen-betrugsaffaere-zurueckgetreten-a-861661.html)

    Konsequent scheint die Sache immerhin, wenn man die rasante Entwiklung unserer Hoch-„Schule“ zum Auftragnehmer der Pharma- und Big-Data-Industrie berücksichtigt. Unter diesem Aspekt ist interessant zu lesen, was im „The Malta Independent“ (s.o.) über ein wichtiges Mitglied des Leuphana Stiftungsrates geschrieben steht: „KENUP’s ‚Made in Europe Platform‘ (…) is Co-Chaired by Maltese Prime Minister Joseph Muscat and Germany’s Gesine Schwan.“

    Das eigentliche Motto der Leuphana-„Universität“ in Lüneburg wird also trotz (oder vielleicht sogar gerade wegen) des netzwerkbildenden Umzugs von Herrn Keller nach Malta (Korruptionsindex 2014: Platz 43 unter 174 von Transparency International „evaluierten“ Ländern) auch weiterhin lauten: „Seid umschlungen Millionen!“

    • Werner Schneyder

      Kleine Ergänzung: Gesine Schwan sitzt im Stiftungsrat der Leuphana

      • Ach, Herr Schneyder?

        Sie haben bei Paulina, also in dem Post über Ihnen, auf den Sie sich direkt beziehen, auch gelesen, »was im „The Malta Independent“ über ein wichtiges Mitglied des Leuphana Stiftungsrates geschrieben steht: „KENUP’s ‚Made in Europe Platform‘ (…) is Co-Chaired by Maltese Prime Minister Joseph Muscat and Germany’s Gesine Schwan.“« ?

        Hätte Ihr Kommentar dann aber nicht korrekter Weise lauten müssen:

        »Kleine Wiederholung: Gesine Schwan sitzt im Stiftungsrat der Leuphana«

  4. Ich hab mal gelesen, eine Stiftung sei ein großer Haufen Geld, umringt von sehr vielen Leuten, die welches wollen.

    Als vortragender Salesman im wallenden Gewand des visionierenden Vates geruchsneutrale Pecunia aus überreich sprudelnden öffentlichen Quellen schöpfen, Geldströme kanalisieren und in die richtigen Fracktaschen lenken — kann es für einen echten Theatermann etwas Schöneres geben?

    Wie heißt´s unter Moganni Nameh im Buch des Sängers doch so treffend? „Schöpft des Sehers reine Hand, Money wird sich ballen.“

  5. Jasmin Pötzel

    „Keine Landesregierung wird jemals eine Uni mit einem Libeskind-Bau schließen“ ?

    Was für ein Unsinn, Herr Mädge ! Wieso denn nicht?

    Gebäude sind Hüllen. Genutzt werden können sie auf vielfältige Weise.

    Der Louvre, für drei Jahrhunderte vorwiegend Hauptwohnsitz der französischen Könige, ist heute ein Museum. Und das stolze Versammlungshaus der Lüneburger „Kalander des heiligen Geistes und der Jungfrau Maria an der St. Johannis-Kirche“ von 1491 (bzw. 1886), in welchem einmal Herzöge, Erzbischöfe, Äbte, und wohlhabende Bürger der Stadt verkehrten, war während der Naziherrschaft eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme – das Außenlager Nummer 22. Im Keller befand sich ein Gefängnis für bis zu 155 Häftlinge.

  6. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mädge,

    wenn ich lese, was Sie Herrn Holm Keller zum Abschied so alles ins Zeugnis schreiben, finde ich bestätigt, was mir lange schwante und sich inzwischen zu einem bleibenden Eindruck verfestigt hat: Des „hauptberuflichen Leuphana-Vizepräsidenten“ unentwegtes öffentliches Aufschäumen von kostspieligen Reklame- und Event-Parfüms über zehn lange Lüneburger Jahre hinweg konnte sich nur deshalb im megalomanen Wahnwitz des byzantinischen Protzpalastes am Bockelsberg materialisieren, weil er mit seinen sehr eingeschränkten, dafür aber sehr genauen Vorstellungen von Hochschulvermarktung in (unter anderen) Ihnen einen Jünger gefunden hat, der bereit war – und, wie Ihre Pressemeldung dokumentiert, bereit ist, – seinen Verstand partiell auf dem Altar magischen Denkens zu opfern.

    Sie (lassen) schreiben: „Herr Keller war als Vizepräsident nicht immer bequem. Er ist unorthodoxe Wege gegangen – manchmal auch gegen starke Widerstände – aber er war dabei immer sehr durchsetzungsstark. Vor allem hatte Holm Keller Visionen. Im Kopf war er oft schneller als andere.“

    Ob Herr Keller zuweilen „Visionen“ hatte, darüber möchte ich mir kein Urteil anmaßen, aber, ja, er schien – zumindest für Außenstehende – stets etwas schneller im Kopf als z. B. Sie, Herr Mädge, schneller als Herr Nahrstedt, als Herr Althusmann, schneller als Frau Dr. Wanka und schneller als einige (ebenfalls namentlich bekannte) andere, die er allesamt (mit Hilfe von lächelnden prominenten Geldverdieneschlaumeiern und Stapeln reich illustrierter Hochglanzprospekte) zu Anhängern der komfortablen, weil Gedankenenergie schonenden Glaubensüberzeugung machen konnte, der Schein werde das Sein schon herbeizwingen, das dekorierte Schaufenster werde die Waren in die Regale zaubern, eine superluxuriöse, wenn auch (vermutlich chronisch) unterfinanzierte Riesenvisitenkarte aus rheinverzinktem Beton werde aus einer Ausbildungsanstalt von tüchtigen Lehrern für Haupt- und Realschulen und von brauchbaren Betriebswirten für mittelständische Firmen und Verwaltungen in der Region ein „Heide-Harvard“ oder auch nur ein ewiges „Innovations-Inkubatorchen“ machen, welches wenigstens kontinuierlich geldwerte Geschäftsideen herauskarnickelt und „kreative“ Arbeitsplätze in Stadt und Kreis am Fließband produziert. Dass stattdessen im Phantasienebel dieser bis heute uneingelösten Hoffnungen eine leidlich funktionierende Provinzhochschule in einen Dienstleistungsbetrieb für zweifelhafte bis unseriöse „Studien-“ und „Gutachten-„Interessenten umgebaut wurde und weiter umgebaut wird, aber so gut wie keine irgendwie skaliebaren „Wachstums-Impulse“ auf die regionale Wirtschaft nachzuweisen sind, scheint Sie, Herr Mädge, nicht zu stören.

    „Ohne Keller wären die Uni und auch die Hansestadt nicht so weit wie sie heute sind“, heißt es außerdem in Ihrer Pressemitteilung. Sofern Sie sich auf die Schuldensituation beider Institutionen beziehen, mögen Sie wohl recht haben. „Er hat modernste Bildungseinrichtungen für Forschung und Lehre geschaffen und darüber erstklassiges Lehrpersonal für die Leuphana-Uni gewinnen können.“ Herr Keller ganz allein? Soweit mir bekannt ist, haben „hauptberufliche Vizepräsidenten“ in „universitären“ Berufungskomitees weder Sitz noch Stimme. Und ob „modernste Bildungseinrichtungen“ wie etwa die Online-Angebote und „Projekte“ der sogenannten „Digital School“ ein Segen oder ein Unglück für Lehrende, Forschende, aber vor allem für Lernende darstellen, ist noch lange nicht ausgemacht. „Modernität“, Herr Mädge, ist eine (spekulative) temporale Kategorie, aber kein Qualitätsmerkmal. Jedoch deuten sehr viele Indizien in Richtung satter kommerzieller Gewinne der informationskapitalistischen Tool-Produzenten und Datenverwerter zum Preis von Zerstreuung, Schematisierung, Verflachung und letztlich Verdummung aller beteiligten Anwender und Nutzer.

    Dass Holm Keller „mit der Fertigstellung des Libeskind-Zentralgebäudes auch nach seinem Abgang der Leuphana für immer seinen Stempel“ aufgedrückt haben wird, steht ganz außer Zweifel. Vor allem in den Kassen von Kreis, Stadt und Uni wird dieser Stempel „nachhaltige“ Spuren hinterlassen.

    Wollen Sie uns wirklich den Aberglauben einreden, Herr Mädge, dass „eine Uni mit einem Libeskind-Bau“ auf immer (oder auch nur auf längere Zeit) vor Mittelkürzungen von Landesseite geschützt ist? Und ist (da schon Ihre Prämisse unhaltbar ist) Ihre Schlussfolgerung mehr als ein frommer Wunsch, der Ihnen an einem grauen Winternachmittag einen silbrig schimmernden Hauch von völlig unbegründbarem Wohlbehagen bescherte? Dass Sie die vermeintliche „Strahlkraft“ eines auch in seinem ästhetischen und praktischen Wert höchst anfechtbaren Renommierbaus gegen den von Ihnen immerhin für möglich gehaltenen „Abgesang auf den Uni-Standort Lüneburg“ setzen, ist das etwas anderes als die rein subjektive und absolut irrationale Konfession zu Marketingzauber und Fassadenmystik?

    Gewiss, zu wünschen wäre (Achtung: Irrealis!), Holm Keller hätte (Achtung: Möglichkeitsform!) „den Hochschulstandort Lüneburg nicht nur gefestigt, sondern auf Jahre hin zukunftsfähig gemacht“. Und glücklich wären wir alle, wenn „nicht nur der Fortbestand der Leuphana [gesichert wäre], sondern zugleich dafür [gesorgt wäre], dass Lüneburg mit seinen Studenten eine junge Stadt“ bliebe.

    Das alles wäre schön. Doch die Behauptung, dass es durch die Existenz des Libeskind-Baus und das Wirken des Verkaufskünstlers Keller wahrscheinlicher geworden ist, halte ich für ein Symptom der Selbstüberredung. Schauen Sie sich um, Herr Mädge. Harvard, Yale, Princeton, École Normale Supérieure, Oxford, ETH Zürich, LMU München oder meinetwegen Göttingen. Keine der wirklich namhaften Universitäten auf der ganzen Welt drängelt mit irgendwelchen Gebäuden oder baulichen Kostümierungen ins Rampenlicht. Den Wert und auch das Erhaltenswerte einer Hochschule bestimmen alleine Personen und ihre persönlichen Leistungen: die herausragenden Lehrenden und ihre begabten Studentinnen und Studenten — nicht knallige Werbe-Gimmicks und beschwörende Pressemeldungen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kevin Manuel Schnell

    • Dass Sie Herrn Keller und seine, Ihrer Einschätzung zufolge, (Un-) Taten wohl nicht besonders schätzen, das, so meine ich zumindest , wollten Sie wohl mit Ihren Zeilen zum Ausdruck bringen. Das hätte man aber auch kürzer fassen können.

      Da war wohl etwas Frust der Motor für Ihren Erguss, oder? 😉

      Trösten Sie sich, das geht vorbei. Aber das Gebäude bleibt.

      Geld mag ja immer knapp sein, aber bei uns ist es nie so knapp, um damit nicht auch mal was Außergewöhnliches, Schönes, Verrücktes oder Sinnloses zu schaffen. Machen wir täglich. Kann doch jeder sehen wie er will. Ich finde den Bau klasse.

      Ich weiss ja nicht, vor welchem Hintergrund Sie Ihre Wertungen vornehmen, aber ich zahle Steuern ohne Ende und ärgere ich oftmals über den Umgang mit meinem sauer verdienten Geld. Aber den Neubau finde ich schick und einer Universität angemessen. Und über meinen Geschmack können Sie gerne mit anderen streiten. Ich jedenfalls bin da guter Dinge.

      Denken Sie einfach mal etwas weiter. Dann werden Sie auf viele Beispiele für Baulichkeiten stoßen, die bei Ihrer Entstehung nicht immer nur Zustimmung auslösten aber heute aus diesen Städten nicht mehr wegzudenken sind. Die Lüneburger Altstadt ist ja auch keine Ansammlung billiger Zweckbauten. Heute baut man eben anders.

      • Keine Sorge. Ich bin auch guter Dinge, und Frust schiebe ich nicht.
        Mir ist viel zu wenig mutige Architektur der Gegenwart in Lüneburg zu sehen, dafür reichlich Stadtvillen von der Stange. Bauhaus für alle.
        Beim Libeskind-Bau bin ich, was Mut und Entwurf angeht, ihrer Meinung.

        Was allerdings die Umstände der Finanzierung und hoffentlich künftig mal der Vermarktung und des Unterhalts angeht. Da schauen wir mal. Man kann sich auch verschlucken. Für Schlagzeilen ist in jedem Fall gesorgt. LG hhjenckel

        • Lieber Herr Jenckel,

          toll, dass Sie auf meine Zuschrift reagiert haben. Sie waren aber gar nicht gemeint. Ich hatte auf Herrn Kevin Schnell geantwortet. Hätte ich vielleicht deutlicher machen sollen. Sorry, mein Fehler!

          Aber machen wir uns nichts vor, die Finanzierung wird sich irgendwie finden. Und überhaupt wird man das Gebäude nicht wegen ein paar fehlenden Millionen abreiißen. Hinsichtlich einer tragfähigen, wirtscftlichen Nurtzung kann ich allerdings auch noch nicht erkennen, wie das gehen soll. Da gebe ich Ihnen und auch den Kritikern Recht.

          Mal schauen wie das laufen wird.

          • Hallo EinLeser,

            Da war wohl etwas Schamfreude der Motor für Ihren Erguss, oder? 😉

            Vor ein paar Tagen zappte ich auch mal zufällig in die BR-Soap »Dahoam is dahoam«, als eine Frau gerade den Satz sagen mußte: »Sascha, i bin kaa guate Schauspielerin und i bin’s a nie g’wesen!« Drehbuchautoren können manchmal ganz schöne Arschlöcher sein.

            Dominik Bauer

      • Ein Leser
        Geld mag ja immer knapp sein, aber bei uns ist es nie so knapp, um damit nicht auch mal was Außergewöhnliches, Schönes, Verrücktes oder Sinnloses zu schaffen. Machen wir täglich. Kann doch jeder sehen wie er will. Ich finde den Bau klasse.

        für das eigene ego war schon immer geld da. wenn es aber um die kosten geht, belädt man gern andere damit. die diese zeche zahlen, sind am ende bürger, die für ihre kinder sich diese uni nicht mal leisten können. auf vergesslichkeit wird in den sogenannten machern-kreisen immer gern und erfolgreich gesetzt. davon wird aber für die zukunft nichts besser, sondern schlechter. was durch die schiefen bauten an folgekosten entstehen werden, darüber wird sich noch so mancher zu wundern haben. dummheit in politikerkreisen wird leider nicht bestraft, obwohl deren folgen genau das gegenteil von dem bedeutet , warum politiker eigentlich gewählt werden . schaden vom deutschen volk abwenden, wird wohl nicht so ernst genommen, wie es nötig tut.

      • Geld mag ja immer knapp sein, aber bei uns ist es nie so knapp, um damit nicht auch mal was Außergewöhnliches, Schönes, Verrücktes oder Sinnloses zu schaffen.

        stimmt, nur für die schwachen in unserer gesellschaft wird der politiker gern zum pfennigfuchser.

    • Kevin Manuel Schnell

      EinLeser (Herr oder Frau?), auch ich bin mir nicht sicher, ob Ihr Kommentar sich auf den Artikel von Herrn Jenckel oder auf mein Schreiben an Herrn Mädge bezieht. Was sagt uns das? Zumindest wohl, dass Ihr Einwurf an beiden Texten vorbeischrammt, aber eine klare Bezugnahme nicht deutlich wird. Jedenfalls gebrauchen Sie viele Worte, ohne auf die Kerngedanken weder in dem einen noch in dem anderen einzugehen.

      Obwohl Sie also zu meinem eigentlichen Anliegen, die beunruhigende inhaltliche Entwicklung der Hochschule, überhaupt nichts beitragen, meine ich jedoch Eines verstanden zu haben: Sie finden den Audimax-Bau „klasse“, Herr Jenckel ist, „was Mut und Entwurf angeht, Ihrer Meinung“, während ich vom „megalomanen Wahnwitz des byzantinischen Protzpalastes am Bockelsberg“ spreche und vom „in seinem ästhetischen und praktischen Wert höchst anfechtbaren Renommierbau“.

      Mir, das gebe ich damit zu, erscheinen die Maße und Verhältnisse des Gebäudes in moralischer, ökonomischer und ästhetischer Hinsicht als überzogen. Moralisch, weil es parvenühafte Hochstapelei an die Stelle von Verdienst und Leistung setzt, deren bis heute nicht gesicherte Finanzierung den Fortbestand der Hochschule gefährdet. Ökonomisch, weil wahrscheinlich weder die Stadt noch der Bauherr in der Lage sein werden, Fertigstellung, Unterhalt und Pflege zu bezahlen. Ästhetisch, weil ein aufdringliches Markenprodukt in eine architektonisch relativ harmonische und Ende der 90er Jahre behutsam ihren derzeitigen Zwecken angepasste Backsteinumgebung hineingepfropft wird. Doch haben private Geschmacksurteile wie „klasse“ und „mutig“ selbstverständlich ihre volle Berechtigung, sind aber in ihrer blassen Allgemeinheit leider so nichtssagend, dass sie auf praktisch alles (z. B. auch auf die entstehende Scheußlichkeit der Stadtvilla in der Lessingstraße 7) zutreffen oder nicht zutreffen könnten – je nach persönlicher Interessenkonstellation oder mitgebrachten Vorurteilen.

      Bleiben wir beim Ästhetischen. Außer wolkig verquasten imperatorischen Kitschdekreten vom Wert des „Kontrastierens“, dem es vermeintlich darum geht eine angeblich „aufgebürdete Last der Kasernierung“ durch „ein neues Gesicht der Universität“ architektonisch „zu brechen“ und der ermüdenden Reklameprosa vom „Symbol des Aufbruchs für die Hochschule neuen Typs“, etc. habe ich noch nichts gehört oder gelesen, wo sich ein fachlich versierter Autor bemühte, eine kunstgeschichtlich und kunsttheoretisch informierte Begründung des in den Lüneburger Himmel emporwachsenden Architekturdenkmals zu versuchen.

      Liebe Herr Jenckel, vielleicht hat (Herr oder Frau) EinLeser ja Lust, den Wurf im nächsten Blog.JJ-Meinungsbeitrag zu wagen? Oder weiß einer von Ihnen beiden einen berufeneren Verfasser einer ästhetischen Rechtfertigung des Libeskind-Baus? Vielleicht Dr. Rolf Johannes, Vorsitzender des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg? Oder Heike Gundermann, Stadtbaurätin der Hansestadt Lüneburg? Dr. Christian Lamschus, Vorstandsvorsitzender der Museumsstiftung Lüneburg und Direktor des Deutschen Salzmuseums? Prof. Dr. Johannes Prüter, Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins? Oder doch Heiko Dörbaum, (noch) Vorsitzender des Bauausschusses der Stadt?
      (Kompetenznachweise: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/197866-die-grenzen-des-buergerwillens#comment-18526)

      • @Kevin Manuel Schnell
        „EinLeser (Herr oder Frau?), auch ich bin mir nicht sicher,
        ob Ihr Kommentar sich auf den Artikel von Herrn Jenckel
        oder auf mein Schreiben an Herrn Mädge bezieht.
        Was sagt uns das?“

        Nun, Ihnen sagt das ja anscheinend nichts. Aber wenn Sie schon UNS die Frage stellen, dann fühle ich mich irgendwie angesprochen Ihnen zu helfen. Mache ich doch gerne 🙂

        Erstens „EinLeser“, im Gegensatz zu „EineLeserin“, hört sich das nicht auch für Sie irgendwie nach der männlichen Form eines Lesers an? Ja, Richtig! Sehen Sie, war doch ganz einfach!

        Zweitens, Mein Einwurf bezog sich auf IHREN Beitrag. Ich dachte, eine eingerückte Antwort unter einem Kommentar würde dies in üblicher und bewährter Form deutlich genug hervorheben. ABER, großer Irrtum meinerseits! Das hätte ich wirklich deutlicher machen müssen, damit sich hier nicht gleich jeder angesprochen fühlt. Ich bitte dies zu entschuldigen.

        • Kevin Manuel Schnell

          Sie haben drei Kommentare gepostet, Herr EinLeser, dreimal sehr viel geredet (und die unter Wheelers und Kettelers üblichen orthographischen und stilistischen Schwächen offenbart), aber außer „klasse“ praktisch Nullkommanüscht gesagt.

          Sie sollten Bundeskasper werden 🙂

    • Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mädge,

      ich stelle mir gerade vor, Sie hätten sich bereits zusammen mit Herr Dr. Arends und Frau Moenck eine schöne Antwort an Herrn Studienrat Schnell ausgedacht und Herr Jenckel würde diese jeden Moment hier im Forum freischalten.

      Ist das nicht ein aufregender Gedanke?

      Ob beim Antworten Kevin wohl schneller wäre als Chefkommentator Klaus Bruns aus Reppenstedt am Kranken Heinrich?

      MfG

      Ihr Rudi

      • Rudi
        ich bin schneller und kann , weil es um die spd geht, besser beißen. jede wette. mädge wird ein teufel tun, hier was reinzustellen. er kann nur verlieren.

  7. Karlheinz Fahrenwaldt

    meint: Als Fondsmanager kann Herr Keller dann mal so richtig Kohle abgreifen und muss sich nicht mit Lüneburger Peanuts zufrieden geben, außerdem ist das Klima auf Malta viel angenehmer und die Steuern machen einen auch nicht arm!

    • Neidisch, Karlheinz? Vielleicht braucht Herr Keller ja einen Privatsekretär oder einen persönlichen Assistenten und würde gerne einen pensionierten Absolventen der Hamburg School of Business Administration (HWP) ohne Abitur, aber mit zwei Diplomen einstellen, einen dem der Doktortitel schon allein deshalb noch nicht aberkannt werden konnte, weil er seine Dissertation erst in vierzig Jahren abgeben wird? In Ihrem Bewerbungsschreiben sollten Sie betonen, dass Sie die Berufe des Versicherungsvertreters und des Immobilienmaklers ausgeübt haben – und das mit Freude! Beide Berufe seien nach Ihrer Auffassung auch auf Malta Dienstleistungen: Man stelle nichts her sondern berate und verkaufe die Produkte anderer – so wie Holm das auch tue. Der klassische bodenständige Immobilienmakler staffele seinen Beratungsumfang nicht nach der Höhe der zu erwartenden Courtage. In der Regel benötigten die weniger lukrativen Vermittlungen eine wesentlich intensivere Handlungstätigkeit. Generell sei es aber der Job der Immobilienmakler, Häuser und Wohnungen so teuer wie möglich an die Interessenten zu vermitteln. Das sei die im Kapitalismus übliche Gewinnmaximierung.

      • Doris Vossler
        ich finde , ihr beitrag ist nichts weiter, als die übliche dämliche polemik, die man von parteisoldaten her kennt. man ist es hier gewöhnt. mir fällt es trotzdem immer auf.

        • Klaus Bruns,

          sie sind stark im saftigen urteilen, nennen die voreingenommenen lumpen beim gesalzenen namen und arbeiten gegen einschläfernde gewöhnungen an, indem sie ihre feinen „sensorien“ sorgsam pflegen. ihnen soll es einfach immer auffallen. dem widerspreche ich nicht. doch machen sie mir heute tatsächlich einen verunsicherten eindruck. warum? zu viele informationen? ich finde vorwürfe für etwas, wofür man nicht kann, sind völlig daneben, deswegen beschäftigen sie mich. ängstliche schotten sich gern ab. aber was bringt das auf die dauer? die anderen laufen ihnen davon und werden davon profitieren, während sie immer noch hinter ihren selbstgebauten mauern verharren. die erde ist rund und keine scheibe. was sagt uns das? der glaube, irgend jemanden über den rand zu schubsen und schon ist man ihn los, wird nicht klappen. schieben sie ihn nach links, kommt er von rechts, schieben sie ihn nach vorne, kommt er von hinten. so ist das nun mal auf einer kugel.

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Liebe Frau Vossler,
        ich bin nicht neidisch. Mir behagt das Klima auf Malta nicht so sehr, ich mag es eher etwas kühler norddeutscher. Ausserdem habe ich mit meinem Vermögen (mehrere Milliarden Reichsmark) und meiner Rente ein gutes Auskommen. Leider ist es auch Ihnen nicht gelungen, meinen akademischen Grad fehlerfrei hier zu veröffentlichen. Glück auf!

        • meinen akademischen Grad fehlerfrei hier zu veröffentlichen.
          welch ein glück, ich habe keinen und lege auch keinen wert darauf. fachidioten kenne ich genug. als akademiker hat man es heutzutage nicht mehr so leicht, es wurden wohl zu viele doktorarbeiten geschrieben. schmunzel.

        • ich kenne keinen neid, habe aber nichts gegen ein wärmeres klima. die kosten sinken. ich überlege schon, wie oft ich mit meinem wagen um den block fahren muss, damit es wärmer wird. ich kann doch nicht erst auf einen vulkanausbruch warten ,um geld zu sparen. als rentner hat man da nur eine sehr eingeschränkte zeit zur verfügung. und nicht jedes jahr fliegt eine kühlschrankfabrik in brasilien in die luft. das fckw , ein freund und helfer der armen rentner in deutschland. wer hätte das gedacht?

    • mein lieber Karlheinz, sage Michel doch mal, er soll dagegen stimmen, wegen der ständigen preiserhöhungen. ob er das macht? es sollte ein exempel statuiert werden, damit gewisse herren nicht immer glauben, wenn ein bestimmter punkt überschritten ist, wird es automatisch so weiter gehen. michel hat aber schon geschrieben, er unterschreibt. scheinbar egal, wie teuer es noch wird.

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Wenn du die Finanzierung des Audimax meinst: Beschlusslage der Linkspartei in Lüneburg ist, dass der Point of return überschritten ist und ein Abriss teurer wird als der Ausbau. Eine Bauruine würde dem Ansehen der Stadt und dem benötigten Räumen der Uni nicht weiterhelfen, deshalb sind wir für einen Weiterbau und die anteilige Finanzierung durch die Stadt und den Landkreis, wenn dadurch soziale Projekte der Stadt und des Landkreises nicht verhindert werden.

        • wenn dadurch soziale Projekte der Stadt und des Landkreises nicht verhindert werden.
          soll das ein witz sein? wer sagt euch denn , wann was geschieht? und warum? wenn es passiert, ist es schon zu spät. naiv sein, ist ja ganz nett. aber in der politik sehr unpassend.

        • wie so abriss? die komiker sollen es bis zum ende bauen und auch bezahlen. kann man als bürger eigentlich einspruch einlegen? ich meine, wenn man plötzlich mehr zur kasse gebeten wird, als vorher veranschlagt und bekannt gegeben wurde? wo ist da die demokratie?

  8. Komisch, das Linke wie Sie immer zuerst an die Kohle denken, die natürlich immer die anderen abgreifen.

    • mein lieber Klaus, sie strotzen von vorurteilen. ein linker hat arm zu sein und die fresse zu halten, so hätten sie es gern, oder?

      • Sie sollten nochmal die Worte von Herrn Fahrenwald lesen, dann fällt es Ihnen vieleicht auch auf. Von arm und fresse steht bei mir nichts, also unterlassen Sie ihre Unterstellungen n

        • Klaus
          nur mal zur aufklärung, eine unterstellung endet nicht mit einem fragezeichen. aber schön, dass wir es geklärt haben. dann finden sie es bestimmt auch in ordnung, das lafontaine ein millionär sein darf, oder?

  9. Das sagt die Studierenden-Vertretung:

    »Laut eines Newsletters aus dem Präsidium tritt der umstrittene Vizepräsident der Universität Lüneburg, Holm Keller, zurück. Damit wird ein Teil der seit 2014 bestehenden Rücktrittsforderung erfüllt.

    Keller war, seit er 2006 an die Uni kam, in der Kritik. Gemeinsam mit Präsident Spoun startete er die Neuausrichtung der Universität zum Projekt Leuphana – auf diesem Weg standen viele geplante Prestigeprojekte und eine Wiederwahl unter fragwürdigen Umständen. Mitbestimmung von Studierenden oder gar Senat blieben dabei oft auf der Strecke.

    Spätestens mit dem Projekt Zentralgebäude war das Vertrauen der verfassten Studierendenschaft verspielt. Wurde das Audimax anfangs noch als Gerücht abgetan, gab es wenig später fertige Pläne für mehrere Neubauten. Die ursprünglichen Kosten des Gebäudes sollten bei etwa 56 Millionen Euro liegen. Die intransparente Vergabe und unzureichende Planung trugen zum Ruf als reines Prestigeprojekt von Keller bei, der Bau zog sich in die Länge und die Kosten stiegen trotz gegenteiliger Versicherungen auf aktuell 81 Millionen Euro – weitere Kostensteigerungen können nicht ausgeschlossen werden.

    AStA-Sprecher Johannes Klaffke erklärt: „Spätestens mit den Rücktrittsforderungen von Studierendenparlament und AStA im April 2014 war auch das letzte Vertrauen in Holm Kellers Kompetenzen verspielt. Nach den Verfehlungen beim Zentralgebäude war ein Rücktritt längst überfällig, ein Teil der Forderung ist nun erfüllt. Die Kritik darf aber auch nach dem Rücktritt nicht auf Keller beschränkt werden. Es gibt noch immer kein abgestimmtes Konzept, um den durch die Aufgabe anderer Standorte entstandenen Mehrbedarf ausreichend zu decken. Die Forderung, dass Mittel für Forschung und Lehre nicht angetastet werden dürfen, bleibt weiterhin bestehen.“

    AStA-Sprecherin Jördis Mangels ergänzt: „Die verfehlte Planung beim Zentralgebäude ist nur einer von vielen Kritikpunkten an Keller. Die Startwoche als eines von Kellers prestigereichen Projekten stand in der Umsetzung in völliger Schieflage zum humanistischen Bildungsbegriff. Sie wurde eher genutzt, um mit den Projektarbeiten von gestressten Erstsemester-Studierenden zu werben, anstatt ihnen einen angenehmen Einstieg in die Universität zu bieten.“

    Auch beim Innovations-Inkubator wurde Keller nachgesagt, in manchen Teilprojekten vor allem seine Geschäftskontakte mit Stellen und Projekten zu bedienen. Laut einer Newsletter-Mail von Präsident Spoun nimmt Keller nun eine neue Stelle bei Kenup an, einer Stiftung auf Malta, die aus den Bemühungen um ein Inkubator-Folgeprojekt hervorging.

    Die nun frei werdende Stelle im Präsidium bietet die Chance, der Universität eine neue Richtung zu geben und sich vom Konzept der unternehmerischen Hochschule endlich zu entfernen. Lehre und Verwaltung können wieder einen größeren Stellenwert gegenüber Marketing und Prestige einnehmen und die Demokratie kann durch eine ordentliche Wahl wieder gestärkt werden. Weiterhin bietet sie einen Ausweg aus einem stark männlich dominierten Präsidium und damit zu einer besseren Vertretung der Universitätsgemeinschaft und ihrer Interessen.«

    Posted on 8 January 2016 Beitragskategorie: AStA

    http://www.asta-lueneburg.de/2016/01/08/pressemitteilung-vizepraesident-keller-tritt-zurueck/#more-1696

  10. Zu Mädges Pressemitteilung gibt es nur eines zu sagen:

    „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!“

    • Wenn Sie sich Fahrenwaldts Blanko-Garantie oben (vom 10. Januar 2016 at 14:41) angucken, dann muss man wohl hinzufügen: Auch ein Rotkehlchen hackt einer Krähe kein Auge aus — „wenn dadurch soziale Projekte der Stadt und des Landkreises nicht verhindert werden“.

      Caritative Pflästerchen und dann die Augen zu. Was schert mich, wo´s Geld herkommt. Diese Logik folgt erneut dem Fahrenwaldtschen Polit-Credo , was alle tun, darf man nicht Einzelnen ankreiden.