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Die Germanische Bärenhündin hat sich schon wieder erholt, Ronjas Frauchen Ingeborg Janz dagegen steckt der Schreck noch in den Gliedern. Doch sie ist natürlich auch erleichtert, dass ihr Hund überlebte. Foto: t&w
Die Germanische Bärenhündin hat sich schon wieder erholt, Ronjas Frauchen Ingeborg Janz dagegen steckt der Schreck noch in den Gliedern. Doch sie ist natürlich auch erleichtert, dass ihr Hund überlebte. Foto: t&w

Feuerwehr befreit Hündin aus Lopausee

ap Amelinghausen. Am Lopausee ist Hündin Ronja zu Hause. Zweimal täglich geht sie dort mit Halterin Ingeborg Janz und Spielgefährtin Sissi spazieren. Auch am Freitagnachmittag. Die beiden Hunde entdeckten schnell, dass am vertrauten See etwas anders war. Als sie ihre Pfoten aufs Eis setzten, war noch alles gut. Auch Ingeborg Janz und Freundin Karin Duschinski ahnten nichts Böses, als ihre beiden Vierbeiner dort herumtollten. „Sissi voran und Ronja hinterher“, erinnert sich Janz. Doch dann, knapp zwölf Meter vom Ufer entfernt, brach das Eis, die beiden Hunde stürzten ins Wasser. Sissi konnte aus eigener Kraft hinausklettern, Ronja, eine Germanische Bärenhündin, nicht. „Sie wiegt mehr als 50 Kilo“, sagt die Besitzerin, die sich immer noch über ihren Leichtsinn ärgert.

Die beiden Frauen mussten zusehen, wie der große Hund es gerade so schaffte sich mit den Vorderpfoten am Rand der Eisoberfläche zu halten. Eine andere Hundehalterin, die alles beobachtete, rief die Feuerwehr. Zehn Minuten später war Hilfe in Form von drei Einsatzfahrzeugen und 15 Feuerwehrleuten da.

„Es war schrecklich, das mit anzusehen“, sagt Ingeborg Janz und streichelt ihrer Hündin über den Kopf. Ronjas Hinterteil ist kahl geschoren. Sie wurde gerade erst an der Hüfte operiert, ist kein Jungspund mehr mit neuneinhalb Jahren. Vielleicht auch ein Grund, warum Ronja es nicht aus eigenem Antrieb schaffte.

Eigentlich wollten die beiden Frauen selbst einschreiten, doch die Leiter, die sonst immer am Lopausee zu finden ist, war an diesem Tag nicht da — zum Glück. Denn auch für die ausgebildeten Helfer war die Hunderettung kein leichtes Unterfangen. Eine Steckleiter wurde an die nächste gereiht, insgesamt drei brauchte Feuerwehrmann Sönke Pätow, um zur Hündin zu gelangen. Auch er rutschte in das Eisloch, fand aber festem Halt auf dem Boden, da der Lopausee nicht sonderlich tief ist.

„Sie haben eine Leine am Halsband befestigt und sie mit aller Kraft herausgezogen“, erzählt Karin Duschinski. 20 Minuten paddelte die Hündin im eiskalten Lopausee, ehe Sönke Pätow sie wohlbehalten ans Ufer zurückbrachte.

Die aufgelöste Besitzerin fuhr sofort in die Tierklinik, musste Ronja über Nacht dort lassen. „Sie war stark unterkühlt, hat die Nacht in einer Box auf einem Wärmekissen verbracht“, sagt die Rentnerin. „Viel länger hätte sie nicht im Wasser sein dürfen. Sie hatte wirklich Glück.“

Der Schock sitzt mittlerweile nur noch bei den beiden Frauen tief, sie behalten ihre Vierbeiner jetzt genau im Auge. „Herumtollen auf dem Eis ist nicht mehr“, sagt Ingeborg Janz streng. Ronja hat den Unfall gut verkraftet, gestern war sie schon wieder mit Frauchen am Lopausee unterwegs. Der ist mittlerweile auch wieder der alte, nur einzelne Eisschollen erinnern noch an den Unfall. Ronja musste trotz neuer Vorsätze nicht an die Leine, aber sie hält jetzt ohnehin sicheren Abstand zum Wasser.

One comment

  1. .. Ronja ist einer der friedlichsten Hunde auf dieser Welt .. ein richtiger Knuddelbär …