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Professor Dr. Paul Georg Lankisch (vorn) wurde vom Bürgerverein um dessen Vorsitzenden Rüdiger Schulz (l.) zum Bürger des Jahres 2015 auserkoren. Die Laudatio hielt der ehemalige Oberstadtdirektor Dr. Reiner Faulhaber. Foto: be
Professor Dr. Paul Georg Lankisch (vorn) wurde vom Bürgerverein um dessen Vorsitzenden Rüdiger Schulz (l.) zum Bürger des Jahres 2015 auserkoren. Die Laudatio hielt der ehemalige Oberstadtdirektor Dr. Reiner Faulhaber. Foto: be

Bürgerverein Lüneburg kürt Professor Dr. Paul Georg Lankisch zum „Bürger des Jahres 2015“

rast Lüneburg. Als einen anerkannten, befähigten Mediziner, von seinen Studenten geschätzten Hochschullehrer, einen hochkarätigen, auch international tätigen Wissenschaftler, aber auch als einen Förderer von Kunst und Kultur, wobei ihm die Denkmalspflege besonders am Herzen liegt, skizzierte Laudator Dr. Reiner Faulhaber den Mann, den der Bürgerverein Lüneburg beim Bürgeressen in der Krone zum „Bürger des Jahres 2015“ kürte: Professor Dr. Paul Georg Lankisch ist der 35. Träger des Lüneburger Sülfmeisterrings.

Bei der musikalisch von Malte Witte am Piano begleiteten Feier ging der Vorsitzende Rüdiger Schulz auf die Bedeutung historischer Gebäude für Lüneburg ein: „Neben öffentlichen Förderungen, zum Beispiel auch durch die Sparkassenstiftung, gibt es mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine bedeutende private Initiative, die sich mit teils bedeutenden Summen für den Denkmalschutz einsetzt. 1985 gegründet, hat sie seitdem bundesweit mit rund einer halben Milliarde Euro Denkmalprojekte gefördert, darunter auch Objekte in unserer Stadt. In Lüneburg wird die Stiftung durch den Vorsitzenden des Ortskuratoriums vertreten, der durch seine Persönlichkeit dem Denkmalschutz gleichsam ein Gesicht verleiht. Leise und unaufgeregt, aber stets mit viel Nachdruck und Erfolg versteht er es, sich für die Belange des Denkmalschutzes einzusetzen.“ Gemeint war Lankisch, seit 2010 Kurator des Ortskuratoriums. Das sei bei Weitem aber nicht der einzige Grund für die Auszeichnung.

Mit Faulhaber, dem ehemaligen Oberstadtdirektor, hielt ein langjähriger Wegbegleiter und Freund des Geehrten die Laudatio. 1986 lernten sie sich kennen, Faulhaber: „Im Städtischen Klinikum ist Professor Lankisch sofort mutig an die Arbeit gegangen. Er hat in schwieriger Situation die Chefstelle der Inneren übernommen und mit großem Engagement das ein wenig schlingernde Schiff auf geraden und ruhigen Kurs gebracht.“ Der Laudator würdigte nicht nur die Leistungen des „hochqualifizierten Mediziners“ Lankisch: „Ihm lagen besonders seine Patienten am Herzen, die menschliche Zuwendung und gute Behandlung und Pflege erhalten mussten.“ So machte sich der Chefarzt beispielsweise stark für den Bau des neuen Bettentraktes.

Aus seiner Göttinger Zeit kannte Lankisch bereits ein besonderes Modell der Patientenbetreuung, Faulhaber: „Er hat sich trotz anfänglicher Bedenken von dritter Seite persönlich dafür eingesetzt, dass die ,Grünen Damen im Krankenhaus den Patienten behilflich sein können, persönliche Angelegenheiten zu regeln und auch sonst persönliche Hilfeleistungen zu erbitten.“ Er war zudem Initiator und Mitbegründer des Freundeskreises Hospiz. Außerdem war Lankisch Hochschullehrer, der im Lüneburger Krankenhaus als Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen 38 Doktoranden betreute. „Und als anerkannter Wissenschaftler hat er eine Vielzahl von Seminaren, Symposien und Kongressen nicht nur besucht, sondern zum Teil selbst organisiert und geleitet, zudem als Referent mitgewirkt. Hierfür hat er auch internationale Auszeichnungen erhalten.“

Darüber hinaus habe sich Lankisch als Förderer von Kunst und Kultur ausgezeichnet. Der Laudator schloss: Seinen Schwung und seine Einsatzbereitschaft für den Denkmalschutz möge er noch lange behalten.

Die wichtigsten Stationen

Paul Georg Lankisch, geboren am 2. Mai 1943 in Posen, absolvierte sein Abitur in Göttingen, studierte ab 1962 Medizin in Göttingen, Oxford und Essen. In Göttingen promovierte er 1969. Nach einer einjährigen Medizinalassistentenzeit gab‘s im März 1970 die Approbation.
Es folgten von 1970 bis 1986 Tätigkeiten im Max-Planck-Institut, in verschiedenen Abteilungen der Medizinischen Klinik in Göttingen, wo er 1981 Oberarzt wurde. Zwischenzeitlich erwarb Lankisch den Facharzt für Innere Medizin, die Zusatzbezeichnung Sportmedizin und den Facharzt für Gastroenterologie, seine Forschungsschwerpunkte sind die Bauchspeicheldrüse und die Magen- und Darmerkrankungen. Seine Forschung brachte ihm Auszeichnungen wie den Lifetime Achievement Award des European Pancreatic Club.

1986 kam Lankisch zum Lüneburger Klinikum, war hier bis zum Erreichen der Altersgrenze am 31. Juli 2007 Chefarzt der Inneren.

2010 wurde Lankisch zum Kurator des Ortskuratoriums Lüneburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gewählt.