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Diese Wölfe leben im Gehege des Wildpark Lüneburger Heide. Auf frei lebende Wölfe soll nun ein Jogger im Gartower Forst gestoßen und dabei leicht am Daumen verletzt worden sein. Foto: A./t&w
Diese Wölfe leben im Gehege des Wildpark Lüneburger Heide. Auf frei lebende Wölfe soll nun ein Jogger im Gartower Forst gestoßen und dabei leicht am Daumen verletzt worden sein. Foto: A./t&w

Gartow: Wolfsbegegnung mit Folgen

off Gartow. Im Gartower Forst hat es offenbar einen Wolfsübergriff auf einen Jogger gegeben. Wie der zuständige Wolfsberater Peter Burkhardt bestätigt, ist der Läufer am ersten Weihnachtstag zwei jungen Wölfen begegnet und dabei leicht am Daumen verletzt worden. Er selbst habe die Spuren überprüft und bestätigt. „Der Vorfall ist den zuständigen Stellen gemeldet worden.“

Derweil zweifelt man im Umweltministerium an der Wahrhaftigkeit der Vorfälle. „Der Jogger wurde von dem Wolfsberater und einer Amtsveterinärin zum Hergang befragt. Aus der Befragung ergeben sich Zweifel, ob die Verletzung tatsächlich von einer Begegnung mit Wölfen herrührt“, heißt es am Mittwochabend in einer Stellungnahme vonseiten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Pressesprecher Achim Stolz: „Wolfsbüro und Umweltministerium gehen davon aus, dass es sich bei der beschriebenen Begegnung vermutlich nicht um Wölfe gehandelt hat.“

Wolf hat nicht zugebissen

Ereignet hat sich der Vorfall den Berichten zufolge am ersten Weihnachtstag. Laut LZ-Informationen soll der Jogger mit Kopfhörern in den Ohren durch den Wald gelaufen sein und deshalb die beiden näher kommenden Wölfe nicht bemerkt haben. Erst als ein Wolf ihn an der Hand „geknabbert“ – ausdrücklich nicht gebissen – habe, soll er die Tiere bemerkt haben, vor Schreck die Hand weggezogen und dabei mit einem Kratzer verletzt worden sein. Mit Schreien, Tritten und Ästen soll er die beiden Wölfe dann vertrieben haben.

Die Verletzung selbst nennt Wolfsberater Burkhardt „undramatisch“. Der Jogger sei zudem der Meinung, die Wölfe hätten ihn nicht angreifen wollen, sondern „fanden die Situation wohl eher spannend“. Trotzdem hat der Vorfall für Burkhardt eine neue Qualität erreicht, die eine Reaktion erfordert. „Weil die Wölfe nie gelernt haben, sich vom Menschen fernzuhalten, werden sie immer frecher.“

Burkhardt ist überzeugt, dass es sich bei den beiden Wölfen um zwei Jungtiere aus dem vergangenen Jahr handelt, die nicht das erste Mal durch Distanzlosigkeit aufgefallen sind. Und der Wolfsberater fordert eine harte Reaktion: „Ich denke, man sollte Ausreißer wie diese entnehmen, um Akzeptanz für alle anderen Wölfe zu schaffen.“ Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass er mit der Entnahme nicht etwa das Einfangen und Einsperren der Tiere in einem Tierpark meint. Er sei dafür, derart auffällige Wölfe wie diese zu erschießen.

Das Umweltministerium hingegen fährt bisher einen anderen Kurs im Umgang mit auffälligen Wölfen. Nachdem sich Tiere aus dem Munsteraner Rudel immer wieder ungewöhnlich distanzlos gezeigt hatten, ist im vergangenen Sommer das erste Tier für die genauere Beobachtung mit einem Sender ausgestattet worden (LZ berichtete). Zu der Frage, ob der Vorfall in Gartow an dem Vorgehen etwas ändert, will sich das Ministerium heute äußern.

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7 Kommentare

  1. Tja Peter, wie war das noch?Es ist unwahrscheinlich das man jemals einen Wolf treffen wird?Wir müssen wohl umdenken!!!

  2. schade, dass mir das nicht passiert ist. der mit dem wolf kuschelt.

  3. .. ich bin auch Hundeliebhaber , ich hätte ihn auch gerne gekuschelt

  4. Das Ministerium macht sich mit seiner unqualifizierten Stellungnahme ziemlich lächerlich. Herr Burkhardt wird die Lage vor Ort wohl recht gut einschätzen können!

    • im zweifel für den angeklagten, finden sie nicht? oder wolllen sie ohne eindeutige beweise jeden angeklagten gleich erschießen?

  5. Der Jogger, der angeblich selbst Jäger ist, läuft mit Musik auf den Ohren wissentlich durch ein Wolfsrevier? Wer soll das denn glauben? Und der Wolfsmanager (ebenfalls Jäger) redet statt von Vergrämung und Besenderung gleich von „Entnahme“ der „Problemwölfe“. Entschuldigung, ich selbst bin auch Jägerin und Befürworterin des Wolfes, aber hier wird der Bevölkerung doch ein Bär aufgebunden – das riecht verdammt nach Jagdfieber.