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Andreas Gensch aus Mechtersen möchte auch künftig mit seiner Solarbahn durch Bad Bevensen rollen. Unklar ist, wer die Kosten trägt. Foto: t&w
Andreas Gensch aus Mechtersen möchte auch künftig mit seiner Solarbahn durch Bad Bevensen rollen. Unklar ist, wer die Kosten trägt. Foto: t&w

Solarbahn Bad Bevensen: Zukunft ungewiss

ca Bad Bevensen. Bürgermeister Martin Feller empfindet die Solarbahn als „einen Riesengewinn“ für Bad Bevensen. Doch die Zukunft des Vehikels, das der Mechtersener Andreas Gensch betreibt, bleibt ungewiss. Denn der bisherige Finanzier, die Marketinggesellschaft des Kurortes, will den Betrieb nicht mehr mit 120000 Euro im Jahr bezuschussen (LZ berichtete). Dem Grünen Feller fehlt die politische Mehrheit im Kommunalparlament, um die Stadt einspringen zu lassen. Sein Bündnis mit der SPD ist zerbrochen, weil die ehemaligen Partner unterschiedliche Positionen zum Bau der A39 vertreten.

Nun will sich die FDP des Themas annehmen. Der Liberale Bernd Peter klingt nicht anders als Feller: Der mit Strom betriebene Express sei eine wunderbare Sache. Einheimische nutzten ihn als Öffentlichen Personennahverkehr, gerade für Ältere ein großes Plus, auch weil sie Rollstühle und Rollatoren mitnehmen können. Gäste stiegen gerne ein, zudem sei der kleine Elektro-Zug äußerst umweltverträglich.

Peter und seine Mitstreiter sammeln Unterschriften, damit Gensch weiter durch das Städtchen rollen kann. Und das ist nicht alles: Mit einer Versammlung am Sonntag, 17. Januar, ab 15 Uhr im „Fährhaus“ am Alten Mühlenweg wollen sie Bürger aufrütteln, sich für die Bahn zu engagieren. Denn Peter treibt die Frage um: Was kommt, wenn der Betrieb eingestellt wird? Er glaubt: „Nichts.“

Überdies ärgert ihn wie auch Feller, dass die Marketinggesellschaft die Kurtaxe um 30 Cent angehoben hat explizit mit der Begründung, die Bahn zu finanzieren. Peter: „Die senken den Beitrag doch nicht wieder, wenn die Bahn nicht mehr fährt.“

Bekanntlich steuert die Gesellschaft durch schwere See, ist finanziell angeschlagen und hat daher eine Unternehmensberatung auf die Kommandobrücke geholt, um den Dampfer wieder flottzumachen.

Gensch selbst sagt, dass ursprünglich vertraglich vereinbart worden sei, dass die Stadt zwei Jahre nach dem Start den Betrieb von der Marketing übernimmt. Das wäre im Juni der Fall. „Ich weiß nicht, was kommt. Die Verhandlungen laufen“, sagt der Mann, der die Bahn erst durch Lüneburg surren lassen wollte, hier auf Kritik stieß, der aber weiter Touristen die Salzstadt mit mehreren Kutschen zeigt. „Ich hänge in der Luft. Und eins ist klar, ich kann kein Geld mitbringen.“

Bürgermeister Feller setzt auf Gespräche mit der Marketinggesellschaft, sie seien für Mitte Februar geplant. Er hofft noch immer auf eine Lösung unabhängig von politischen Querelen: „Mein Ziel ist es, die Bahn zu erhalten.“