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Sabine von Krosigk (l.) war die letzte Referentin, im November 2015 fand das Frühstücks-Treffen für Frauen statt. Die Koordinatorinnen Elke Ahlers (r.) und  Margret Backeberg (stehend) machen nicht weiter. Foto: A/ilg
Sabine von Krosigk (l.) war die letzte Referentin, im November 2015 fand das Frühstücks-Treffen für Frauen statt. Die Koordinatorinnen Elke Ahlers (r.) und Margret Backeberg (stehend) machen nicht weiter. Foto: A/ilg

Frauen kippen Frühstücks-Treffen

rast Lüneburg. Die Werbung für das nächste Frühstücks-Treffen für Frauen mit der Referentin Bettina Becker aus Magdeburg am 5. März lief bereits an, auch der für November vorgesehene Gast Daisy Gräfin von Arnim ist im bundesweiten Veranstaltungskalender aufgelistet. „Das Programmheft für 2016 ist bereits in 300 Hände gegangen“, sagt die Lüneburger Koordinatorin Elke Ahlers. Sie ist ebenso tief betroffen wie ihre Stellvertreterin Margret Backeberg, die sagt: „Mir blutet das Herz.“ Denn nicht nur diese beiden angekündigten Veranstaltungen werden nicht stattfinden. Das Projekt Frühstücks-Treffen für Frauen wird nicht fortgesetzt. Das hat der zwölf Frauen starke Trägerkreis beschlossen. Einziger Hoffnungsschimmer laut Elke Ahlers: „Wenn sich jüngere Frauen mit neuen, mutigen Ideen finden.“

Grund für das Aus ist nicht etwa mangelndes Engagement der Organisatorinnen. Das Problem liegt beim Catering. Die Treffen fanden seit Herbst 2013 in der Mensa in Volgershall statt, 300 Gäste wurden vormittags, 250 nachmittags bewirtet. „Die Beköstigung ist dabei wichtig“, sagt Elke Ahlers. Für die war der Gastro-Bereich der neuen arbeit zuständig, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die schwer vermittelbaren Arbeitslosen neue Perspektiven vermittelt. Die geriet in finanzielle Schieflage, musste sich strukturell neu aufstellen. Ahlers: „Im November hieß es noch, betroffen sei da nur der Uelzener Bereich.“ Anfang Januar bekam die Koordinatorin das Schreiben des Gastro-Leiters bei der neuen arbeit: Durch die konzeptionelle Umstellung auf einen Fünf-Tage-Betrieb könne das sonnabendliche Angebot nicht mehr geleistet werden.

Glücklich waren die Frauen mit dem Standort Volgershall eh nicht, Elke Ahlers: „Die Parkplatzsituation dort ist schlecht, im Mensabereich gibt es zu wenig Toiletten, und es gab Probleme, dort Bühnenteile zu bekommen.“ Nach der Mitteilung der neuen arbeit führten die Koordinatorinnen nach eigenen Angaben etliche Gespräche, um einen neuen Veranstaltungsraum zu finden, damit wenigstens noch der März-Vortrag hätte stattfinden können. Geeignete Angebote gab es nicht.

Betroffen von dem Aus sind auch die Gesprächskreise. Das Ende stößt laut Margret Backeberg „auf Unverständnis im Verband“, denn Lüneburg gehört zu den traditionsreichsten Treffpunkten. Auch habe die Nachfrage nach den Treffen nie gedeckt werden können, es gab immer deutlich mehr Interessierte als Eintrittskarten zur Verfügung standen.

Die Bewegung der Frühstücks-Treffen entstand 1983 in der Schweiz. Was zunächst wie eine Nachbarschaftsbewegung aussah, hat bereits nach kurzer Zeit ein faszinierendes Profil entwickelt, schwappte schnell nach Deutschland über und findet inzwischen in etwa 200 Städten statt. Lüneburg startete mit Frühstücks-Treffen für Frauen 1993 im Wellenkamps Hotel, später gings in die Universität an der Scharnhorststraße. Gastfreundliches Ambiente bei der Vormittagsveranstaltung mit einem Frühstück, bei der Nachmittagsveranstaltung mit Kaffee und Kuchen, interessante Begegnungen, lebensnahe Vorträge, Impulse zum christlichen Glauben, Live-Musik und Zeit fürs Gespräch waren die Erfolgsgaranten.

Die Koordinatorinnen Elke Ahlers und Margret Backeberg machen nicht weiter, hegen aber die Hoffnung, dass die Idee nicht stirbt und es einen Neuanfang geben wird, Elke Ahlers: „Einen Generationenwechsel mit jüngeren Frauen und neuen, mutigen Ideen. Vielleicht muss auch ein konzeptionelles Umdenken stattfinden und auch die Frage gestellt werden, ob Frauen andere Termine als der Samstagvormittag besser passen.“