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Was den Verzehr auf studentischen Veranstaltungen betrifft, herrschen an der Leuphana Uni Lüneburg künftig neu Regeln. Foto: A./t&w
Was den Verzehr auf studentischen Veranstaltungen betrifft, herrschen an der Leuphana Uni Lüneburg künftig neu Regeln. Foto: A./t&w

Leuphana: Verzicht auf Fleisch und Fisch 

ap Lüneburg. Fleisch oder kein Fleisch – an der Lüneburger Leuphana Uni war das in den vergangenen Monaten ein heiß diskutiertes Thema (LZ berichtete). Jetzt wurde der Streit zwischen jenen, die für einen generellen Verzicht bei studentischen Veranstaltungen plädierten, und jenen, die für die freie Wahl eintraten, entschieden. Der Beschluss des Studierendenparlaments, kein Geld mehr aus dem studentischen Haushalt für die Bezahlung tierischer Produkte bereitzustellen, ist in Kraft – allerdings mit Einschränkungen. Der Antrag, der zunächst alle tierischen Produkte betraf, fand nur für die Bereiche Fisch, Fleisch und Pelz eine Mehrheit unter den Listenvertretern.
„Milchprodukte, Ei, Leder und Gelatine haben nicht die zahlreichen Änderungsanträge während der Sitzung überdauert. Eingebracht wurde dies bereits zum 30. September, nach mehrmaliger Vertagung konnte durch den Ausschluss einiger bestimmter Produkte ein Kompromiss gefunden werden“, sagt AStA-Sprecher Jasper Kahrs.

Auch sei es nicht mit einem Verbot gleichzustellen, sondern bedeute lediglich, dass diese Produkte nun nicht mehr durch das Geld getragen werden, das alle Studenten zahlen. 17 Euro sind es, die ein jeder pro Semester für die Finanzierung der Arbeit der Fachgruppen und des Allgemeinen Studierendenservices beiträgt. Mit dem Geld aus diesem Topf konnten AStA, Fachschaften, studentische Gruppen und Initiativen bei studentischen Veranstaltungen bislang Anträge auf Kostenerstattung stellen. Für fleisch- oder fischhaltiges Essen ist das ab sofort nicht mehr möglich.

„Die Frage nach dem Konsum tierischer Produkte ist ein polarisierendes Thema, das hat sich sowohl in den Stellungnahmen als auch im Abstimmungsergebnis widergespiegelt. Das Studierendenparlament hat sich aber am Ende entschieden, dem nachhaltigen Anspruch auch in den eigenen Handlungen Rechnung zu tragen“, urteilt Kahrs. Zuvor konnten die Teilgremien der studentischen Selbstverwaltung dazu eine Stellungnahme abgeben. „Von diesen sprachen sich drei für und drei gegen den Beschluss aus. Das Abstimmungsergebnis ist dann mit acht Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen ebenfalls knapp für den Beschluss ausgefallen.“
In einem Jahr werde man die Entscheidung auswerten, um sich über ein weiteres Handeln zu verständigen.

12 Kommentare

  1. Bevor der Kommentier-Mob, der schon fleißig bei Facebook unterwegs ist, sich auch hier breitmacht, möchte ich folgende Thesen in den Raum stellen:

    – Die Studierendenvertretung wird nicht dabei gestört, die Belange von Studierenden zu vertreten, wenn sie kein von allen bezahltes Fleisch mehr anbieten darf.

    – Es ist nicht die Aufgabe der Studierendenvertretung, Menschen mit Nahrung zu versorgen.

    – Es stellt kein Problem bei der Planung von Veranstaltungen dar, wenn Fleisch und Fisch nur noch zum Selbstkostenpreis angeboten werden dürfen.

    – Es schränkt niemanden ein, wenn auf einer Veranstaltung nicht alle Nahrungsmittel die es gibt angeboten werden.

    – In ihrem privaten Konsum werden die Studierenden kein Stück eingeschränkt. Die Organe der studentischen Selbstverwaltung können nun einfach kein Fleisch und Fisch mehr aus dem Solidarbeitrag abrechnen.

    – Der Fleisch- und Fischkonsum wird auch mit diesem Beschluss deutlich zu hoch bleiben, die Umweltschäden werden sich kaum dadurch eindämmen lassen. Trotzdem ist es ein wichtiges Signal, gerade an einer Universität, die insbesondere ökologische Nachhaltigkeit so wichtig nehmen will.

  2. Vegan ist eine Ideologie, die durch Intoleranz glänzt. Der Gutmensch des Speisesaals.

  3. Ein toller Schritt in Richtung einer nachhaltigen Studierendenschaft. Meinen Applaus habt ihr.

    • Hallo Steffen, vor allem ist das doch wohl „ein toller Schritt in Richtung einer immer nachhaltiger“ gleichgeschalteten Studierendenschaft. Statt ihr Wahl zuzumuten, bemuttert man sie mit Einschränkungen.

      Wie sagte Orwell-Sascha Kellerolm noch so schön:

      „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.“

  4. „Das Studierendenparlament hat sich aber am Ende entschieden, dem nachhaltigen Anspruch auch in den eigenen Handlungen Rechnung zu tragen“, urteilt Kahrs ?

    Der „nachhaltige Anspruch“? Was ist das?

    Der Doublespeak und die esoterisch-dirigistischen Ambitionen an der Leuphana, die anderen im Namen beliebig auslegbarer Nebel- und Schwabbelfloskeln ihre luftabschnürenden Vorstellungen von „Tugend“ und „Richtigkeit“ aufzuzwingen versuchen, beginnen offenbar sich mit von Semester zu Semester zunehmender Beschleunigung aus präsidialen Sphären in die „Vertretungen“ und Niederungen der Studierendenschaft hinabzusenken.

    Brave New World!

  5. Macht euch doch deswegen keine Sorgen. Es ist nur ein Schritt auf dem weg zum Ziel.
    Das Ziel heißt ES DARF NICHTS MEHR GEGESSEN WERDEN DAS EINEN SCHATTEN WIRFT.
    Aber diejenigen unter euch die wissen wie es in der Flower Power Zeit war. Da haben die Mädels und jungs noch geglaubt es reiche sich von Luft und Liebe zu ernähren. Heute leiden die meisten davon unter Überernährung.

    • Heute leiden die meisten davon unter Überernährung.

      woran liegt es? mangel an liebe. hier spricht einer aus erfahrung. es gibt frustesser und frusttrinker. letztere ,man hat jedenfalls öfters das gefühl , sind hier öfters unterwegs. schmunzel

  6. Til Eulenspiegel Schnellimbiss-für Leuphana in Lüneburg - "Currywurst ist Leuphana“

    „CWPRW – Ich komme“
    Der scharfe SchnellImbiss, Currywurst mit Pommes frites, Ketchup und Mayo (Insider rot/weiß).
    „Hin und wieder soll man die Regeln auch brechen.“ Daher gönnen sich die „95-Prozent-Vegetarier“ ab und zu mal eine Currywurst.
    Die anderen Elite Universitäten und Parteien müssen jetzt nachziehen und auch etwas auf den Teller legen. Die Currywurst kommt nicht mehr in Frage. Den Grünen wäre das ohnehin zu profan, die CDU legt nichts auf den Teller, schließlich muss gespart werden, bei der FDP ist Lindner das Würstchen, wobei man von einer ausgewachsenen Currywurst nicht reden kann, die Linke findet nicht statt und die Piraten haben dazu keine Meinung, haben diese aber absolut transparent kommuniziert.

  7. Nimmt die Uni dann auch in Zukunft Gras vom Grünland ab oder soll das umgebrochen werden für Kohl?

    Wie gedeckt man die Pflanzen zu ernähren? Soll in Zukunft Klärschlamm auf die Lebensmittel der Uni ausgebracht werden?
    Was passiert mit den anfallenden Produktionsresten?
    Bei Tofu fällt rund 50% für den Menschen nicht verwertbares Soja an, soll das in Zukunft einfach weggeschmissen werden?
    Ökologische Landwirtschaft wird ohne Tierhaltung nicht dauerhaft funktionieren, nach kurzer Zeit sind die Böden verarmt an Nährstoffen.

    Vegan ein hipper Trend, der der Umwelt schadet und natürliche Kreisläufe einfach nicht beachtet.
    Bedenklich, dass die Leuphana sich als nachhaltig bezeichnet, lebt man dort doch auf Kosten der Umwelt.

    • Bei Tofu fällt rund 50% für den Menschen nicht verwertbares Soja an, soll das in Zukunft einfach weggeschmissen werden?
      nein, wird zum beispiel auch zu hundefutter verarbeitet.