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Der Bus darf die Fahrbahn verlassen und über die Mittelinsel fahren. Pkw dürfen das nicht, trotzdem machen es viele. Wie viele, das will die Gemeinde Adendorf in den nächsten Wochen anhand von Zählungen ermitteln. Foto: t&w
Der Bus darf die Fahrbahn verlassen und über die Mittelinsel fahren. Pkw dürfen das nicht, trotzdem machen es viele. Wie viele, das will die Gemeinde Adendorf in den nächsten Wochen anhand von Zählungen ermitteln. Foto: t&w

Erbstorfer Kreisel beschäftigt die Experten

pet Adendorf. Am Erbstorfer Kreisel an der Dorfstraße/Von-Eichendorff-Straße  in Erbstorf halten sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln und brausen über die Mittelinsel. So sehen es zahlreiche Anwohner. Für die Verwaltung der Gemeinde Adendorf stellt sich die Situation dagegen längst nicht so problematisch dar (LZ berichtete). Dennoch will Bürgermeister Thomas Maack jetzt prüfen, ob Umgestaltungen am Kreisel nötig und möglich sind.

Im vergangenen Herbst hatte eine Anwohnerin Maack einen Brief geschrieben, zuvor 65 Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt. Die Kritik der Erbstorfer: Es gebe eine „gefährliche Verkehrssituation“, weil „der absolute Großteil der Autofahrer“, der auf der Dorfstraße unterwegs ist, die Kreisverkehrsregelung ignoriert. Dazu komme die Lärmbelästigung, wenn Fahrzeuge das Kopfsteinpflaster, und das oft auch zu schnell, überfahren.

In den Augen der Anwohner, so hieß es damals, erfülle der Kreisel nicht seinen Zweck, sondern verschlimmere die Situation nur. Die Forderung der Unterzeichner an den Bürgermeister: „Rückbau des Kreisels und Umwandlung der Dorfstraße in eine Vorfahrtstraße mit einer effektiven und nachhaltigen Verkehrsberuhigung.“
Inzwischen, so Bürgermeister Maack, habe es Gespräche mit dem Landkreis Lüneburg gegeben, „um auszuloten, was man beim Kreisverkehr überhaupt machen kann“.
Technisch möglich wäre es zum Beispiel, in der Kreisverkehrsmitte gut sichtbare Pfosten aufzustellen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Kreisverkehrsmitte mit einem Absatz zu versehen, um so das Überfahren unmöglich zu machen. Schließlich, so Thomas Maack, könnte auch die Fahrbahn verbreitert, gleichzeitig die Kreisverkehrsmitte verkleinert werden.

Wichtig sei in jedem Falle, dass auch Lkw und Busse den Kreisverkehr künftig problemlos befahren können. Laut Straßenverkehrsordnung (Zeichen 215, Kreisverkehr) dürfen Fahrzeuge die Mittelinsel „nicht überfahren“. Weiter heißt es: „Ausgenommen von diesem Verbot sind nur Fahrzeuge, denen wegen ihrer Abmessungen das Befahren sonst nicht möglich wäre.“

Die verschiedenen Umgestaltungsmöglichkeiten würden zur Zeit von einem Fachplaner geprüft und durchgerechnet. Wobei für Bürgermeister Maack klar ist: „Egal, was dabei herauskommt, wir können dort keine großen Investitionen vornehmen.“ Das auch, weil der umstrittene Kreisverkehr, der vor acht Jahren zum Zweck der Verkehrsberuhigung gebaut wurde, nicht als Unfallschwerpunkt bekannt sei. „Wenige Bagatellschäden“, erklärt Maack, seien dort in der Vergangenheit zu verzeichnen gewesen.

Um zu klären, wie die Verkehrsteilnehmer den Kreisverkehr denn nun wirklich annehmen, kündigt Maack außerdem eine weitere Maßnahme an: Im Frühjahr soll an mehreren Tagen gezählt werden, wie viele Verkehrsteilnehmer tatsächlich vorschriftsmäßig in den Kreis einfahren und wie viele die Abkürzung nehmen.