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Auch fünf Jahre nach seiner Stilllegung ragt das Atomkraftwerk Krümmel noch bedrohlich in die Höhe.  Foto: A/tja
Auch fünf Jahre nach seiner Stilllegung ragt das Atomkraftwerk Krümmel noch bedrohlich in die Höhe. Foto: A/tja

Informationen über Krümmel aus erster Hand

pet Geesthacht. Auch fünf Jahre nach seiner Stilllegung ragt das Atomkraftwerk Krümmel noch bedrohlich in die Höhe. Aber im Hintergrund laufen die Planungen für den Rückbau des oft als „Pannenreaktor“ bezeichneten Meilers. Um über den Stand der Planungen für Stilllegung und Rückbau zu informieren, lädt Betreiber Vattenfall zu einer Informationsveranstaltung ein — Auftakt zu einer Reihe.

Die erste Veranstaltung findet am Donnerstag, 28. Januar, um 18 Uhr im Oberstadttreff (Dialogweg 1, Geesthacht) statt. Referenten sind Dr. Ingo Neuhaus (Geschäftsführer Vattenfall Europe Nuclear Energy) und Torsten Fricke (Leiter Kraftwerk Krümmel) sowie Dr. Jan Backmann (Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit und Strahlenschutz des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume). Die Infoabende sollen zwei- bis dreimal pro Jahr stattfinden.

Wie Brunsbüttel möchte Vattenfall auch in Geesthacht „über die gesetzlichen Anforderungen hinaus“ informieren und den Dialog suchen, heißt es von Vattenfall. Pieter Wasmuth, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy: „Wir sehen bei unseren verschiedenen Veranstaltungen, dass das Interesse am Kraftwerk groß ist und mit dem geplanten Rückbau noch weiter steigt.“

Im Mittelpunkt von „Energiewende konkret“ stehen der geplante Rückbau des Kraftwerks und die damit verbundenen Themen, etwa Fragen rund um den Stilllegungsantrag oder das Aufsichtsverfahren. In der Veranstaltung wird auch Zeit für Diskussionen und persönliche Gespräche mit den Vertretern von Vattenfall und der Aufsichtsbehörde eingeplant.

Vattenfall hatte am 24. August 2015 den Antrag auf Stilllegung und Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel beim zuständigen Ministerium in Kiel eingereicht.
Wenig Glück hatte Vattenfall im vergangen September mit einer anderen Informationskampagne: Damals hatte der Konzern zum „Runden Tisch“ eingeladen. Bei Atomkraftgegnern stieß das Vorhaben auf Widerstand. Sie kritisierten unter anderem, dass Vattenfall selbst bestimmt, wer an dem „Runden Tisch“ Platz nehmen darf und wer nicht. Vertreter überregionaler Umweltverbände wie Greenpeace oder Robin Wood waren damals nicht zugelassen worden.

Der „Runde Tisch“ wurde zum „Dialogforum“ umfirmiert, das mittlerweile getagt hat. „Ein Runder Tisch, bei dem vorab von Seiten des Betreibers ausgewählt wird, wer teilnehmen soll — und dadurch auch, wer nicht — ist schon vor der ersten Sitzung nicht mehr rund“, monierte damals Dr. Bernd Redecker vom Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgA), das die Teilnahme deshalb absagte.

Die jetzt von Vattenfall angekündigte Veranstaltungsreihe sieht Redecker „immerhin als einen ersten Schritt“. Die „Mindestforderung, was Bürgerbeteiligung betrifft, wird damit erfüllt“. Redecker und Mitstreiter von Lagatom wollen in Geesthacht dabei sein, hoffen auf die Teilnahme von zahlreichen weiteren Interessierten: „Was wir wollen, sind Informationen für alle und nicht nur für eine kleine Gruppe.“