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Am Edeka-Stand setzte Jerome Krüger diese Brille auf. Das 360-Grad-Video, das er mittels dieser vor Augen hatte, soll Interesse wecken für das Unternehmen sowie die Arbeitsmöglichkeiten. Tolle Sache, findet der 15-Jährige,  der  allerdings eine Ausbildung im Bereich Technik/Elektronik anstrebt. Foto: t&w
Am Edeka-Stand setzte Jerome Krüger diese Brille auf. Das 360-Grad-Video, das er mittels dieser vor Augen hatte, soll Interesse wecken für das Unternehmen sowie die Arbeitsmöglichkeiten. Tolle Sache, findet der 15-Jährige, der allerdings eine Ausbildung im Bereich Technik/Elektronik anstrebt. Foto: t&w

Großer Andrang bei Lüneburger Ausbildungsbörse von Arbeitsagentur und Jobcenter

as Lüneburg. Im kommenden Sommer möchte Kristina Manuilova (22) ihr Fachabitur, Richtung Design und Gestaltung, in der Tasche haben. Mit ihrer Freundin Sylvia Ostrowska (21) besuchte sie am Sonnabend die Ausbildungsbörse von Arbeitsagentur und Jobcenter, um sich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren. Dabei steuerte sie auch den Stand der Bundespolizei an. Zu allererst wollte die zierliche Salzhausenerin, die 1,65 Meter misst, wissen: „Braucht man eine bestimmte Größe, um eine Ausbildung bei der Bundespolizei zu machen? Das habe ich zumindest gehört.“ Einstellungsberater Martin Strüve erläuterte, dass dies inzwischen keine Voraussetzung mehr sei. Dann erklärte er ihr unter anderem, dass man für den mittleren Dienst eine zweieinhalbjährige Ausbildung macht, für den gehobenen Dienst ein dreijähriges Studium absolvieren muss. Auch zum Einstellungstest und Karrieremöglichkeiten gab er viele Infos.

Knapp 80 Arbeitgeber waren auf der Messe präsent, „die 117 Berufe repräsentieren“, so Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Gerade weil sich die Ausbildungschancen in den letzten beiden Jahren erheblich verbessert hätten, sei die Orientierung auf dem Markt der Möglichkeiten wichtiger denn je. Rund 1000 junge Leute wurden eingeladen, „die zum Teil schon Ratsuchende und Bewerber für Arbeitsplätze sind“. Dazu kamen noch viele weitere aus eigenem Antrieb, der Andrang an den Ständen in der Agentur für Arbeit und im Theater Lüneburg war zeitweise riesig. „Wir sind positiv überrascht, dass auch so viele Flüchtlinge gekommen sind.“ Speziell für sie hatte man zwei Info-Veranstaltungen organisiert unter dem Motto „Flüchtlinge willkommen — regionale Chancen auf dem Ausbildungsmarkt und Unterstützungsmöglichkeiten“. Weil der Andrang so groß war, „haben wir kurzerhand eine weitere angeboten“, so Inge Schlote, Bereichsleiterin bei der Agentur für Arbeit für Berufsberatung. An einem Stand konnten junge Asylbewerber auch Kurzanmeldebögen für Beratungen zu Ausbildung und Studienmöglichkeiten ausfüllen.

Für Christian Braun (15), der den Realschulzweig der Oberschule in Scharnebeck besucht, steht soviel schon fest: Er möchte eine Ausbildung im technischen Bereich machen. Am Stand von Yanfeng, weltweit agierender Zulieferer von Instrumententafeln, Cockpitsystemen, Türverkleidungen, der am Standort Lüneburg mehr als 1000 Mitarbeiter hat, holte er sich Infos bei Michael Neumann (24) und Christen Hoyer (20), die Auszubildende im Bereich Mechatroniker sind, sowie bei Dennis Witt (20), Azubi im Bereich Fachinformatik. „Letzteres könnte etwas für mich sein“, meinte Christian Braun.

Mit Vater Ulf war Milina Meyer (16) zur Ausbildungsbörse gekommen. Die Oberschülerin möchte im kaufmännischen Bereich eine Ausbildung machen, der Kontakt zu Menschen ist ihr wichtig. Ihr künftiger Beruf soll Spaß machen und der Verdienst zudem auch stimmen, umschreibt sie ihre Vorstellungen. Flexiblität und Freundlichkeit bringe sie mit. Doch einen Ausbildungsplatz noch für Sommer 2016 zu bekommen, sei gar nicht so einfach, für manchen Job muss man sich glatt ein Jahr zuvor bewerben, so ihre Erfahrung.

Sollte es mit dem Ausbildungsplatz ihrer Wünsche nicht klappen, greift Plan B: „Dann mache ich mein Fachabitur.“ Wichtig ist ihr wie auch vielen anderen Jugendlichen, dass Eltern beim Gang über die Ausbildungsbörse dabei sind. „Papa checkt sozusagen die Rahmenbedingungen, ob auch gut ausgebildet wird“, sagt sie mit einem Lächeln. Dass viele mit ihren Eltern kommen, begrüßt auch Inge Schlote: „Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder unterstützend bei der Berufswahl begleiten und das Thema zu Hause diskutiert wird.“