Aktuell
Home | Lokales | lokale Wirtschaft | Gegenwind für die regionale Wirtschaft
Die wichtigste Nachricht ist, dass die regionale Wirtschaft weiterhin läuft, findet IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert.  Foto: A/t&w
Die wichtigste Nachricht ist, dass die regionale Wirtschaft weiterhin läuft, findet IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Foto: A/t&w

Gegenwind für die regionale Wirtschaft

lz Lüneburg. Die regionale Wirtschaft ist mit den laufenden Geschäften zufrieden. Die Prognosen für das neue Jahr fallen jedoch deutlich zurückhaltender aus als im dritten Quartal 2015. Branchenübergreifend fiel der Konjunkturindex, der sich aus den Bewertungen der Unternehmen der Geschäftslage im letzten Jahresdrittel 2015 und den Erwartungen an die kommenden zwölf Monate zusammensetzt, von 121 auf 115 Punkte. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, an der sich mehr als 270 Betriebe beteiligt haben.

Die wichtigste Nachricht ist, dass die regionale Wirtschaft weiterhin läuft, findet IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Mittlerweile wirkten sich die globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten aber auf die Prognosen der Unternehmen aus. Viele Unternehmen berücksichtigen dabei, dass der niedrige Ölpreis, Nullzinsen und der schwache Euro die anhaltende Investitionszurückhaltung bisher kaschieren. Aufgrund der VW-Krise halten sich Unternehmen, die eng mit der Automobilproduktion verzahnt sind, mit ihren Erwartungen zurück.

Zu den Gewinnern im vierten Quartal 2015 gehören die Industrie, das Baugewerbe und der Großhandel. So legte der Konjunkturklimaindex der Industrie um vier Punkte zu und liegt mit 120 Punkten deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Vorleistungs- und Konsumgüterindustrie haben die Rückgänge aus dem Vorquartal mehr als ausgeglichen. Die Investitionsgüterindustrie konnte das bisherige Niveau halten. Insgesamt bewerten 28 Prozent der Industriebetriebe die aktuelle Lage als gut, weitere 60 Prozent als zufriedenstellend. Die Erwartungen an den Export sind aufgrund einer verbesserten Auftragslage leicht gestiegen.

Der Indexwert des Baugewerbes stieg von 119 auf 121 Punkte. Mit den laufenden Geschäften äußerten sich neun von zehn Bauunternehmen zufrieden. Aufgrund der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen sind auch die Erwartungen erneut leicht gestiegen, obwohl die Auftragsreichweite bei einigen Unternehmen zurückgegangen ist.

Nach starken Schwankungen 2014 konnte der Großhandel sein Konjunkturergebnis weiter stabilisieren. Der Index stieg um zwei Punkte auf einen Wert von 131 — dem Spitzenwert unter den Hauptbranchen und der vierte Anstieg in Folge. Die gegenwärtige Lage wird fast ausschließlich als gut oder zufriedenstellend bewertet und auch die Prognosen fallen sehr positiv aus. Nur 14 Prozent gehen von einer schlechteren Entwicklung aus.

Rückgänge haben der Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe zu verzeichnen. Weltpolitische Unsicherheiten und die Flüchtlingssituation in Deutschland sorgen trotz der guten Arbeitsmarktsituation für Verunsicherung bei den Verbrauchern. Zu spüren bekommt dies besonders der Einzelhandel. Zwar zeigt sich die Branche im gewohnt umsatzstarken Schlussquartal besonders mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Die Erwartungen an 2016 sind allerdings deutlich zurückgegangen. Mit 110 Punkten fiel der Indexwert um 19 Punkte und folgt damit dem niedersächsischen Trend.

Der Indexwert des Dienstleistungsgewerbes ging massiv von 131 auf 102 Punkte zurück. Dabei steht die Branche aktuell gut da: 40 Prozent der Dienstleister bewerten die laufenden Geschäfte als gut, weitere 54 als befriedigend, lediglich sechs Prozent sind unzufrieden. Der Rückgang des Indexwertes resultiert vor allem aus den stark zurückgegangenen Erwartungen. Während im Herbst nur 15 Prozent der Betriebe von einer schlechteren Entwicklung ausgegangen sind, stieg dieser Anteil jetzt auf 33 Prozent. 35 Prozent der Dienstleister geben gefallene Auftragseingänge an, wodurch sich auch die Ertragslage verschlechtert.