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Studierende der Leuphana Universität Lüneburg wollen mit einer Telefonumfrage herausfinden, warum Menschen nicht ins Lüneburger Theater gehen. Foto: A/t&w
Studierende der Leuphana Universität Lüneburg wollen mit einer Telefonumfrage herausfinden, warum Menschen nicht ins Lüneburger Theater gehen. Foto: A/t&w

Telefonumfrage: „Warum gehen Sie nicht ins Theater?“

Lüneburg. Studierende der Leuphana Universität Lüneburg wollen in den kommenden drei Wochen herausfinden, aus welchen Gründen Menschen nicht ins Lüneburger Theater gehen. Dazu starten sie am 20. Januar eine Telefonumfrage. Werktags zwischen 17 und 19 Uhr und samstags ganztägig werden sie zufällig ausgewählte Lüneburger anrufen und nach ihrer Meinung fragen. Alle dabei erhobenen Daten bleiben anonym.

Die Studie entsteht in Kooperation mit dem Theater Lüneburg. Dort ist man überzeugt, dass unter anderem viele Vorurteile bei den Menschen existieren, die sie von einem Theaterbesuch abhalten. Chefdramaturg Friedrich von Mansberg ist sich deshalb sicher, dass „unsere Produktionen auch vielen Lüneburgern gefallen würden, die wir – bisher – nicht erreichen“.

Mit ihrer Befragung wollen die Studierenden nun versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. Den Hintergrund für das Vorhaben bildet das Leuphana Semester, mit dem alle Studierenden in Lüneburg ihr Studium beginnen. Dabei machen sie sich unter anderem mit den verschiedenen Phasen eines Forschungsprozesses vertraut.

In diesem Jahr steht das Thema „Befragungen“ auf dem Stundenplan. Mehr als 30 Studierende der Kulturwissenschaften verfolgen das Thema am Beispiel des Theaterbesuchs. „Eine konkrete und praxisnahe Fragestellung motiviert die Studierenden ganz besonders“, ist Seminarleiter Andreas Heinen überzeugt und hofft auf viel Unterstützung für die Nachwuchsforscher.

Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch in der LZ

6 Kommentare

  1. Über lustige Leuphanesen selbst und ihre leuphanatische Lust am Theater und am Stadttheater war hier viel Belustigendes zu lesen: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/266832-leuphana-startwoche-2015-erstsemester-beschaeftigen-sich-mit-sozialem-unternehmertum#comment-57860

  2. Telefonumfrage: „Warum gehen Sie nicht ins Theater?“
    weil die kleinen leute die subventionierten plätze bezahlen müssen.

    • Falsch, Klaus Bruns. Die kleinen UND die großen, nämlich ALLE Leute bezahlen die subventionierten Plätze. Wenn Sie ins Theater gingen, würden Sie folglich von den Verbilligungen profitieren, die Sie über Kulturausgaben aus Steuermitteln indirekt selbst mitfinanzieren. Warum tun Sie´s dennoch nicht?

      Ich vermute, weil Sie – noch – kein Interesse für diese Art der – unter Umständen aufklärenden – Spiegelguckerei entwickelt haben. Schade! Denn Ihnen entgeht da etwas. Überraschen Sie Ihre Frau einfach einmal und organisieren Karten für die nächste Vorstellung von Molières „Menschenfeind“ (04131 / 752 0). Da geht´s um Unaufrichtigkeit und Heuchelei im Umgang miteinander und um das Unvermögen und die Unlust, sich auf dem glatten Parkett der Hofgesellschaft opportunistisch und angepasst zu verhalten, um ein lebendiges Porträt von ganz Lüneburg und Reppenstedt also.

      Und kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit der Frage, warum Sie überhaupt für´s Theater mitbezahlen müssen. Sonst frage ich, warum ich für Ihre Krankenversorgung mitbezahlen muss. Den Schutz und die Förderung „der Kultur“, was immer darunter von Fall zu Fall verstanden wird, ist im Grundgesetz zwar nicht verankert, doch der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat in seinem Urteil vom 5. März 1974 festgestellt, dass Art. 5 Abs. 3 GG „ein Freiheitsrecht für alle Kunstschaffenden und alle an der Darbietung und Verbreitung von Kunstwerken Beteiligten“ enthalte, „das sie vor Eingriffen der öffentlichen Gewalt in den künstlerischen Bereich schützt. Die Verfassungsnorm hat aber nicht nur diese negative Bedeutung. Als objektive Wertentscheidung für die Freiheit der Kunst stellt sie dem modernen Staat, der sich im Sinne einer Staatszielbestimmung auch als Kulturstaat versteht, zugleich die Aufgabe, ein freiheitliches Kunstleben zu erhalten und zu fördern.“ (BVerfG, Urteil vom 5. März 1974, Az. 1 BvR 712/68, BVerfGE 36)

      • Hallo Dagmar,
        was unser allseits geschätzter Herr Bruns da über die Tastatur weiter gegeben hat ist in meinen Augen auch daneben. Aber auch bei ihrer Antwort ist nicht alles schlüssig.

        Die Teilnahme an Kultur wie z.B. einen Theaterbesuch kann jeder individuell für sich entscheiden. Auch die Freiheit der Kunst (und die hat Herr Bruns nicht in Frage gestellt) ist unbestritten, sofern sie nicht bestimmte Grenzen überschreitet. Nebenbei bemerkt ist der Anlass für das Urteil vor 42 Jahren nicht entfernt mit dem Thema hier in Verbindung zu bringen.

        Doch wenn Sie Krankenversorgung als Vergleich hinzu ziehen, driften Sie in völlig andere Bereiche ab. Eine Krankenversicherung ist in Deutschland für jeden zur Pflicht geworden. Egal ob angestellt (ohnehin mehrheitlich pflichtversichert), selbstständig oder freiberuflich tätig. Bezieher von Sozialleistungen sind es von Amts wegen. Das alles funktioniert nach dem Solidarprinzip und ist keine individuelle Entscheidung nach Neigung und/oder Interessen wie das Interesse und die Teilnahme an kulturellen Angeboten. Da sollten Sie doch besser unterscheiden.

      • dagmar, sie schreiben stuss. ich war öfters im theater. mir reicht das politische im moment vollkommen. trotzdem, es ist nicht in ordung, wenn die mittelschicht sich ihren spaß von den armen bezahlen lassen. das geld ist immer dann plötzlich weg, wenn es menschen betrifft , mir denen man keine geschäfte machen kann.

      • dagmar, die kleinen können es sich nicht leisten. die großen schon. theater und krankenversorgung zu vergleichen ist nicht nur mutig. was es ist, schreibe ich hier lieber nicht.