Aktuell
Home | Lokales | Geesthacht: Rekordbetrieb in Schleuse
18545 Frachter passierten im vergangenen Jahr die Schleuse in Geesthacht. Die Binnenschiffe hatten unter anderem 105262 Container geladen. Foto: tja
18545 Frachter passierten im vergangenen Jahr die Schleuse in Geesthacht. Die Binnenschiffe hatten unter anderem 105262 Container geladen. Foto: tja

Geesthacht: Rekordbetrieb in Schleuse

tja Geesthacht/Lauenburg. So viele Güter wie noch nie zuvor wurden 2015 auf der Oberelbe transportiert: Das geht aus der Statistik des zuständigen Wasser- und Schifffahrts­amtes (WSA) in Lauenburg hervor. 11,59 Millionen Tonnen Ladung hatten die 18 545 in der Geesthachter Schleuse registrierten Frachter an Bord. Gegenüber 2014 ist das ein Plus von etwa sechs Prozent.

„Mit mehr als elf Millionen Ladungstonnen haben wir diese magische Grenze beim Warentransport auf der Elbe erstmals geknackt“, freut sich WSA-Chefin Bettina Kalytta. „Das ist ein sehr gutes Zeichen für das Schiff als umweltfreundliches Verkehrsmittel“, sagt sie. Würde man alle diese Güter auf Laster mit 24 Tonnen Zuladung verteilen, wären 458 000 Lastwagen mehr auf den Straßen unterwegs gewesen.

Nach der Grundinstandsetzung der vier Schleusentore, der Antriebe und der Steuerungen standen 2015 erstmals seit Jahren wieder beide Schleusenkammern für die Schifffahrt zur Verfügung. „In der Regel werden wir künftig zwei Kammern nutzen können, so dass dem Ladungsaufkommen nach oben hin technisch durch die Schleuse vorerst keine Grenzen gesetzt sind“, so Bettin Kalytta. Allerdings: Zuletzt war die Schleuse mehrere Tage nur eingeschränkt nutzbar, weil Eisschollen, die an den Toren klebten, bei deren Öffnung abzustürzen drohten. „Da werden wir uns technisch noch eine Lösung einfallen lassen müssen, aber das ist eine sehr komplexe Sache“, sagt die WSA-Leiterin. Von einem Eisbrecher aus waren Eisschollen vier Tage lang mit Wasser abgespritzt worden, damit sie nicht auf einfahrende Schiffe krachen konnten. Zwei Tage war die Schleuse komplett gesperrt. Die Tore wurden neu konstruiert, dieses Anhaften der Eisschollen ist ein neues Phänomen.

„Im ersten Halbjahr hatten wir deutlichere Steigerungen beim Frachtaufkommen als im zweiten Halbjahr. Das hängt immer auch mit den Entwicklungen im Hamburger Hafen zusammen“, berichtet Bettina Kalytta. Von Hamburg aus werden viele Waren auf dem Wasserweg durch die Geesthachter Schleuse ins Hinterland verschifft. Über den Elbe-Seitenkanal und den Mittellandkanal geht es gen Süden.

Das Plus beim Container-Transport auf den Binnenschiffen beträgt gegenüber 2014 9,8 Prozent. 105 262 der Transportboxen hatten die Schiffe 2015 geladen. Außerdem wurden auch 1,88 Millionen Tonnen Kohle, 3,3 Millionen Tonnen Erdöl, 267 000 Tonnen Metalle, 967 000 Tonnen Baustoffe und 67 2000 Tonnen chemische Erzeugnisse durch die Schleuse transportiert. Fast ein Drittel aller registrierten Schiffe hatte ein Ladungsvolumen von 1500 Tonnen, zwei Schiffe konnten sogar mehr als 2500 Tonnen transportieren. Neben 265 Fahrgastschiffen (2014 waren es 278) wurden auch 4892 Sportboote (5654) gezählt.

Wie sich die Bauart der Frachter im Laufe der Jahrzehnte geändert hat, zeigt die WSA-Statistik ebenfalls: 1963 wurden 34 100 Binnenschiffe in der Schleuse gezählt, sie hatten 5,35 Millionen Tonnen Ladung an Bord. Seitdem transportieren immer weniger Schiffe das steigende Volumen.

Eis auf Kanal

Das Winterwetter mit anhaltenden Minustemperaturen führt zu ersten Behinderungen der Schifffahrt. Der Elbe-Lübeck-Kanal werde am Mittag auf ganzer Länge gesperrt, sagte jetzt die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, Bettina Kalytta. Auf dem knapp 62 Kilometer langen Kanal zwischen Lübeck und Lauenburg liegt eine zwei bis fünf Zentimeter dicke Eisschicht.

Die meisten Binnenschiffe hätten den Kanal am vergangenen Wochenende bereits verlassen, sagte sie. Das Fahrwasser der Elbe ist dagegen frei, nur in den Schutz-und Sicherheitshäfen hat sich nach Angaben Kalyttas Scholleneis gebildet.