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Viele Wohngebäude, aber auch viel Grün - so soll das Areal einmal aussehen. Zur Orientierung: Am oberen rechten Rand ist die Ostumgehung zu sehen, unten verläuft die Bleckeder Landstraße. Grafik: elbberg
Viele Wohngebäude, aber auch viel Grün - so soll das Areal einmal aussehen. Zur Orientierung: Am oberen rechten Rand ist die Ostumgehung zu sehen, unten verläuft die Bleckeder Landstraße. Grafik: elbberg

Stadt legt Konzept für das Hanseviertel III vor

us Lüneburg. Die ersten beiden Viertel sollen Ende dieses Jahres fertiggestellt sein, nun soll das dritte folgen. Jetzt stellte die Stadt im Bauausschuss den ersten Entwurf für das städtebauliche Konzept des künftigen Hanseviertels III vor, der verbliebenen Fläche auf dem Gelände der früheren Schlieffenkaserne, das die Stadt für die Schaffung von weiterem Wohnraum dringend benötigt. Doch nicht das gesamte, insgesamt 22 Hektar große Gelände hat die Stadt in den Blick genommen, lediglich für eine neun Hektar große Teilfläche wurde ein Konzept für die Errichtung Miet- und Eigentumswohnungen vorgelegt.

„Gegenüber den beiden anderen Vierteln haben wir hier bewusst eine höhere Verdichtung vorgesehen“, erläuterte Stadtplaner Volker Rathje vom Hamburger Planungsbüro Elbberg das Konzept. Rund 700 Wohneinheiten sollen auf dem Areal zwischen Ostumgehung, Bleckeder Landstraße, Behörden-Zentrum und Hanseviertel II entstehen, 210 davon im Bereich sozialer Wohnungsbau, verteilt auf die verschiedenen Bauflächen. Geplant sind zweigeschossige Stadtvillen und Reihenhäuser ebenso wie drei- und viergeschossige Wohngebäude, sämtliche mit Staffelgeschoss und Flachdach. Freistehende Einfamilienhäuser wie in den beiden anderen Vierteln sind hier nicht vorgesehen.
Allerdings ist geplant, einen Großteil der früheren Kasernengebäude zu erhalten und sie in die Planung einzubeziehen. „Der Charakter des Viertels soll dadurch erhalten bleiben“, sagte Rathje. Lediglich zwei der markanten Gebäude werden laut Planung weichen müssen, um die Geschlossenheit des Areals nicht zu unterbrechen.

Eine Hauptverkehrsachse soll die Bleckeder Landstraße mit der Lübecker Straße verbinden, alle übrigen Straßen- und Wegeführungen sind so angelegt, dass die kleinparzelligen Wohnflächen nicht von durchgehendem Straßenverkehr belästigt werden. Die vorhandenen Baumreihen sollen erhalten, weitere Grünflächen geschaffen werden. Ein öffentlicher Grünstreifen für Fußgänger und Radfahrer im östlichen Bereich soll das Hanseviertel II mit der Kleingartenanlage an der Blecker Landstraße verbinden.

Auf zentrale Parkeinheiten in Form von Parkpaletten soll verzichtet werden, stattdessen sind aus gestalterischen Gründen abgesenkte Einzelstellplätze an den Wohneinheiten vorgesehen ähnlich dem Hanseviertel II. Zudem soll mit nur einem Stellplatz pro Wohneinheit geplant werden, die Erfahrung habe gezeigt, dass dies ausreiche, erläuterte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Lediglich auf einer Baufläche wäre eine Tiefgarage vorstellbar, wie Rathje ausführte. Zusätzliche Spielplätze seien nicht geplant, da diese bereits in ausreichender Zahl in der Umgebung vorhanden seien.

„Da ein Aufstellungsbeschluss für das Areal bereits getroffen wurde, soll heute nichts beschlossen werden, wir wollen Sie lediglich über die laufende Planung informieren“, sagte Mädge. Er führte aus, dass er den Plan brauche, um die Verkaufsgespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin des Geländes fortzusetzen. Zugleich machte Mädge deutlich, dass auch das Land weiterhin an einzelnen Kasernengebäuden interessiert sei, um dort vorübergehend Flüchtlinge unterzubringen. Allerdings gebe es für das Land aktuell keinen Handlungsdruck, auch, weil ausreichend Kapazitäten an anderen Standorten vorhanden seien. Mit Land und BIMA sei aber vereinbart worden, die Verkaufsgespräche trotz der offenen Flüchtlingssituation vorerst fortzusetzen. Hierzu aber müsse die Stadt darlegen, wie sie das Gelände nutzen will (LZ berichtete). Aus diesem Grund habe man das jetzt vorliegende städtebauliche Konzept zunächst auf das Teilstück des insgesamt 22 Hektar großen Geländes reduziert.

Von den Ausschussmitgliedern gab es weitestgehend positive Zustimmung zum vorgelegten Entwurf, der jetzt öffentlich ausgelegt werden soll, um Anregungen und Kritik einzuholen, kündigte Stadtbaurätin Heike Gundermann an. Unterschiedliche Auffassungen aber gab es bezüglich des Erhalts der Kasernengebäude. Während sich Birte Schellmann (FDP) und Ulrich Löb (Grüne) für den Erhalt aussprachen, lehnten Eduard Kolle (SPD), Eberhard Manzke (CDU), Andreas Meihsies und Susanne Puschmann (beide Grüne) diese Pläne ab. Klaus-Dieter Salewski (SPD) und Rainer Petroll (Linke) sprachen sich dafür aus, die weiteren Planungen und Kostenschätzungen abzuwarten.

Meihsies gab zu bedenken, statt kleiner Reihenhäuser mehr Wohneinheiten durch mehrstöckige Wohngebäude zu schaffen, traf damit aber nicht auf Zustimmung beim Oberbürgermeister. Mädge: „Wenn wir junge Familien nach Lüneburg holen wollen, sollten wir nicht auf Reihenhäuser verzichten.“