Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Elias, Dennis und Moritz schauen gebannt ihrem selbstgebauten und programmierten Lego-Roboter  Robo 3000 hinterher. Der erkennt das Hindernis eigenständig und legt eine Drehung ein, bevor er seine Fahrt fortsetzt. Foto: t&w
Elias, Dennis und Moritz schauen gebannt ihrem selbstgebauten und programmierten Lego-Roboter Robo 3000 hinterher. Der erkennt das Hindernis eigenständig und legt eine Drehung ein, bevor er seine Fahrt fortsetzt. Foto: t&w

Schüler bauen und programmieren Lego-Roboter

ahe Lüneburg. Zwanzig Zentimeter sind ideal. Das haben Moritz, Dennis und Elias ausgiebig getestet. Doch auch das Tempo ist entscheidend: Zu schnell ist nicht praktikabel. Inzwischen haben die Jungs den Dreh raus, und zwar im Wortsinne: Sie haben den Chip in ihrem fahrenden Roboter so programmiert, dass er stets zwanzig Zentimeter vor einem Hindernis kurz abstoppt, sich um 90 Grad dreht, um seine Fahrt dann unfallfrei fortzusetzen. Der Fortschritt ist Ergebnis ihrer Bemühungen in der Arbeitsgemeinschaft Lego-Roboter an der Wilhelm-Raabe-Schule. Es ist eine von inzwischen rund 30 AGs, die am Gymnasium angeboten werden, eineinhalb Jahre nachdem das Ganztagsschulangebot an der Feldstraße startete.

Montags bis donnerstags haben die Schüler von 14.30 Uhr an Gelegenheit, sich nach dem Pflichtprogramm mit Mathe, Deutsch und Englisch den Themen zu widmen, die ihnen vor allem Spaß machen. Das Angebot reicht von Klassikern wie Chor-, Theater- und Koch-AG über die Trickfilmproduktion und Hip-Hop bis hin zu Parkour oder Rhönradfahren. Die Teilnahme ist — wie bei offenen Ganztagsschulen üblich — freiwillig. „Pro Tag haben wir zwischen 120 und 200 Schüler, die an einer der AGs teilnehmen“, sagt Thorsten Schnell, stellvertretender Leiter der Raabe-Schule. Hinzu kommen Angebote wie Hausaufgabenbegleitung oder gemeinsames Spielen in der renovierten Schulbibliothek, die zum Zentrum der offenen Freizeitangebote geworden ist. Für die Schüler soll das Nachmittagsangebot nicht nur lehrreich sein, sondern vor allem auch Spaß machen, für die Eltern schafft es eine Verlässlichkeit, sie wissen ihre Kinder gut betreut, während sie selbst noch arbeiten müssen.

Die AG Lego-Roboter ist beliebt, 20 Schüler sitzen an diesem Nachmittag vor Notebooks und ihren selbstgebauten Gefährten, um jenen Robotern den letzten Feinschliff zu geben, darunter Viertklässler der nahegelegenen St.-Ursula-Schule. Es sind allesamt Jungs, denen Lehrer Christian Hilmer über die Schulter schaut, ihnen hier und da Tipps gibt, damit die jungen Baumeister und Programmierer vorwärts kommen. Moritz, der wie seine beiden Mitstreiter Dennis und Elias in der 5. Klasse lernt, erzählt: „Anfangs haben wir viel falsch gemacht, da hat das nicht so funktioniert, wie wir gedacht haben.“ Das lag weniger am Bau, als an der Programmierung. „Aber dann haben wir getüftelt, die richtige Geschwindigkeit und die richtige Drehung gefunden.“ Inzwischen haben die Jungs ihren „Robo 3000“, wie sie ihr mit einem Ultraschallsensor ausgestattetes autoähnliches Gefährt nennen, so eingestellt, dass es von selbst Hindernisse rechtzeitig erkennt und umfährt, und so problemlos den Weg durch ein Labyrinth findet.

Für die Schule bedeutet das zusätzliche Angebot am Nachmittag deutlich mehr Aufwand. Es braucht Lehrer oder Honorarkräfte, die die Arbeitsgemeinschaften leiten, neben Räumen auch die notwendige Ausstattung bei knappem Budget, verdeutlicht Michaela Hoek, neben Schnell federführend für die Planung und Organisation zuständig. Gerade für Angebote wie die Lego-Roboter-AG ist das nicht billig, ein Bausatz kostet etwa 400 Euro. Deshalb ist die Schule dankbar, wenn Unternehmen wie Sartissohn sie bei der Finanzierung unterstützt. Nicht ganz uneigennützig, wie Mike-Olaf Sartissohn einräumt: „Wir brauchen ja irgendwann Nachwuchskräfte.“ Und da könne es sicher nicht schaden, wenn Schüler schon früh in Sachen technischem Know-how gefördert werden.

Das Ganztagsangebot soll weiter wachsen. Einer der nächsten Bausteine ist dabei auch der Bau einer Mensa im alten Gymnastikraum.

2 Kommentare

  1. Ein guter erster Schritt, aber warum wird das nicht auch fuer die Real und Hauptschule angeboten? Glaubt man, das Schueler in der Real/Hauptschule nicht in der Lage sind Roboter zubauen und programieren?
    Schaut euch die FLL (http://www.firstlegoleague.org/) an, das waere eine Loesung die in meisten Faellen keine Lehrer benoetigen. Die FLL funktioniert hier in der USA sehr gut.

  2. Super Idee und Umsetzung. Dieses Projekt soll auch an meiner Schule starten.

    http://villawewersbusch.org