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Geschäftsführer Marc von Itter, Harburgs Landrat Rainer Rempe, Stiftungsratsvorsitzende Heike Meyer, Fördervereinsvorsitzender Heiner Schönecke und Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese (v.l.) mit Playmobil-Ritter und Kinderkarussell im Spielwelten-Aufbau. Foto: flmk/nh
Geschäftsführer Marc von Itter, Harburgs Landrat Rainer Rempe, Stiftungsratsvorsitzende Heike Meyer, Fördervereinsvorsitzender Heiner Schönecke und Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese (v.l.) mit Playmobil-Ritter und Kinderkarussell im Spielwelten-Aufbau. Foto: flmk/nh

Freilichtmuseum am Kiekeberg stellt neue Dauerausstellung vor

lz/pet Ehestorf. Seit drei Jahren bereiten die Mitarbeiter des Freilichtmuseums am Kiekeberg die neue Dauerausstellung „Spielwelten“ vor, nur noch wenig mehr als 100 Tage sind es jetzt bis zur Eröffnung am Mittwoch, 4. Mai. Inhalte und Konzepte der Ausstellung, die auf 650 Quadratmetern zeigt, wie sich das Spielen in der Zeit zwischen 1950 und 1980 verändert hat, stellten die Verantwortlichen jetzt erstmals vor.

Seit 1987 sammelt und erforscht das Freilichtmuseum zielgerichtet Spiele und Spielzeug bis in die 1980er-Jahre hinein. „Mit unserer neuen Dauerausstellung sind wir die einzigen in Deutschland, die die Entwicklungen seit 1945 zeigen. Besucher sehen mehr als 1000 Objekte und können die Entwicklung von Pappmaschee- und Blech- zu Plastikspielzeug, von selbstgemacht bis digital, nachvollziehen“, erläutert Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese.

Ein Höhepunkt der Ausstellung sind drei inszenierte Spielzeugläden aus der Zeit um 1900, 1950 und 1980. Mit ihrer originalgetreuen Einrichtung verdeutlichen die begehbaren Läden den rasanten Wandel in der Spielzeugkultur im Laufe des letzten Jahrhunderts. Ein weiterer Hingucker: Die 200 Meter lange Murmelbahn, die jetzt im Bau ist.

Insbesondere der Wirtschaftsaufschwung der 1950er-Jahre löste zahlreiche Veränderungen aus: Die Menge des Spielzeugs nahm zu, neue Produzenten eroberten den Markt und neue Materialien wie Kunststoff setzten sich durch.

In mehr als zehn Themenwelten können Besucher in die faszinierende Welt des Spielzeugs eintauchen und vielen Fragen auf den Grund gehen. Welches ist das meist verkaufte Spielzeug der Welt? Mit was spielten Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg? Wichtig ist den Museumsmachern: Immer wieder laden Stationen zum Ausprobieren oder Mitmachen ein.

Die Ausstellung zeigt auch, wie sich gesellschaftliche und technische Neuerungen in der Welt des Spielzeugs widerspiegeln: So brach die Barbie-Puppe in den 1950ern mit dem kindlichen Puppenschema. Mit den Modellautos von Matchbox gelangten dann die neuesten Erfindungen ins Kinderzimmer.

Mehr als 200000 Gäste am Kiekeberg
Die Dauerausstellung „Spielwelten“ ist nicht das einzige Großprojekt, an dem die Mitarbeiter des Freilichtmuseums am Kiekeberg zurzeit arbeiten. Kürzlich erhielt das Museum die Anschubfinanzierung für das Bauprojekt „Königsberger Straße“, das das Leben und Wohnen in der Region in der Zeit nach 1945 zeigt. Mit 3,84 Millionen Euro bezuschusst der Bund die Darstellung der Nachkriegszeit.

214600 Besucher zählten das Freilichtmuseum und seine Außenstellen im vergangenen Jahr. Und auch die Zahl der Mitglieder des Fördervereins steigt stetig. „Mehr als 11500 Mitglieder haben wir jetzt. Darunter sind auch Menschen aus Zypern, Namibia und den USA, die mit ihrer alten Heimat verbunden bleiben möchten“, erzählt Heiner Schönecke, Vorsitzender des Fördervereins.

Besonders stolz ist er auf den hohen Anteil ehrenamtlicher Arbeit: „2015 leisteten 310 Aktive mehr als 22000 Stunden. Sie restaurieren Dampfmaschinen, verkaufen Kuchen, kümmern sich um die Gärten oder die Mitgliederverwaltung.“
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die nachhaltige Finanzierung der Arbeit. Marc von Itter, Kaufmännischer Geschäftsführer des Museums: „Wir bauen für unsere langfristige Arbeit unser Stiftungskapital immer weiter aus. Menschen spenden, verlosen Kunstgegenstände oder bitten um Spenden statt Geschenke. Im vergangenen Jahr sind so insgesamt mehr als 200000 Euro ins Stiftungskapital geflossen.“