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Torben Vogel (l.) und Guido Schalmann (r.) fühlen sich sehr wohl in ihren Einzelzimmern, die seit dem Anbau erheblich größer sind. Foto: t&w
Torben Vogel (l.) und Guido Schalmann (r.) fühlen sich sehr wohl in ihren Einzelzimmern, die seit dem Anbau erheblich größer sind. Foto: t&w

Lebenshilfe Lüneburg-Harburg investiert in Erweiterungsbauten

as Lüneburg. Innenstadtnah wohnen findet Guido Schalmann toll. Das bedeutet unter anderem kurze Wege zum Einkaufen. Immer sonnabends profitiert auch seine Wohngruppe davon, denn dann bringt er morgens für alle Brötchen mit. Schalmann (51) hat ein Zimmer im Wohnheim der Lebenshilfe an der von-Dassel-Straße. Seit dem vergangenen Jahr gefällt es ihm dort noch besser. Denn durch Neu- und Anbauten haben Schalmann und andere Bewohner nun deutlich größere Einzelzimmer. In das noch nicht abgeschlossene Gesamtprojekt investiert die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg rund 500 000 Euro.

1982 baute die Lebenshilfe in Lüneburg ihr erstes Wohnheim, damals hatte es Modellcharakter – nicht nur wegen der eigenwilligen Architektur. Um einen Mitteltrakt gruppieren sich wie Waben vier Gebäudeteile für Wohngruppen. „Unter der damaligen Landesregierung war vorgegeben, dass ein Wohnheim 40 Plätze haben musste. In jeder Gruppe mit zehn Bewohnern mussten sich vier jeweils zwei Doppelzimmer teilen“, erläutert Frank Müller, stellvertretender Geschäftsführer der Lebenshilfe Lüneburg. Jede Gruppe hat einen Gemeinschaftsraum und Küche, früher gab es Gemeinschaftsbäder für jeweils fünf Personen.

Auf die Dauer seien Doppelzimmer keine tragbare Situation gewesen, da die Bewohner viele Jahre in der Einrichtung leben. „Wenn jemand hierher zieht, kann es in der Eingewöhnungszeit schon sinnvoll sein, dass er vorübergehend mit jemand anderem ein Zimmer teilt. Aber ansonsten gilt, dass jeder Mensch ein Anrecht auf Privatheit und Rückzug hat. Und das ist nur möglich, wenn es für jeden Einzelzimmer gibt“, begründet Müller das umfangreiche Umbauprojekt. Vom Land konnte die Lebenshilfe dafür keine Zuschüsse einwerben, „da nach den Richtlinien die bis zum Neubau bestehende Quadratmeterzahl für 40 Personen als ausreichend gilt. Wir haben trotzdem investiert, denn uns ist die Qualitätsverbesserung für die Menschen wichtig“.

In einem ersten Schritt wurde 2014 ein Neubau errichtet mit vier Einzelzimmern, zwei Badezimmern und schicker Wohnküche. Kosten 205 000 Euro. Infolgedessen konnten zwei Doppelzimmer im alten Bestand in Einzelzimmer umgewandelt werden. Im vergangenen Jahr packte die Lebenshilfe dann den Gebäudeteil an, in dem zum Beispiel Guido Schalmann wohnt. Dort waren in den vergangenen Jahren bereits die Doppelzimmer in Einzelzimmer getrennt worden. Allerdings hatten diese nur eine Größe von rund zehn Quadratmetern. Durch den Anbau haben sie nun 17 Quadratmeter, die sind so konzipiert, dass es einen Wohn- sowie einen Schlafbereich gibt. Fast wie ein kleines Appartment, freut sich Schalmann. Mit seinem Nachbarn Torben Vogel (26), der ebenfalls von dem Anbau profitiert, teilt er sich ein neu geschaffenes Bad, das zwischen den Einzelzimmern liegt. Ideal, finden die beiden das. Wer morgens wann das Bad benutzen darf, bevor die beiden zur Arbeit in die Werkstätten der Lebenshilfe fahren, haben sie klar festgelegt wie auch den Putzplan.

In diesem Jahr soll ein weiterer Anbau entstehen und zwar in dem Gebäudeteil am Eingangsbereich, so dass es nur noch große Einzelzimmer gibt. Unterm Strich verfügt die Einrichtung dann nur noch über 36 Zimmer, aber über mehr Komfort. Insgesamt fließen rund 293 000 Euro in die beiden Erweiterungsbauten. Wohnen in der von-Dassel-Straße ist heute nur eines von vielen Angeboten, die die Lebenshilfe Menschen mit Behinderung macht. Insgesamt gibt es 271 Plätze in Wohnheimen und -gruppen. Außerdem werden 90 Menschen in Lüneburg sowie 80 im Raum Harburg ambulant betreut, die eigenständig in Wohnungen leben.