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Das Luftbild zeigt das Viertel rund um den weißen Turm. Die Parkpalette ist ganz links zu sehen. Foto: A./boldt
Das Luftbild zeigt das Viertel rund um den weißen Turm. Die Parkpalette ist ganz links zu sehen. Foto: A./boldt

Wohnraum statt Parkpalette Am Weißen Turm

us Lüneburg. Lüneburg braucht dringend Wohnraum, die hohe Attraktivität der Stadt vor den Toren Hamburgs und der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen setzt die Verwaltung mächtig unter Druck. Entspannung könnte jetzt vom Quartier Am Weißen Turm kommen. Der dortige Investor möchte die in die Jahre gekommene Parkpalette abreißen und durch eine Tiefgarage ersetzen, auf der vier mehrgeschossige Wohngebäude entstehen sollen. Im Bauausschuss gab es nun grünes Licht für die Pläne.

„Die jetzige Parkpalette ist nicht nur sanierungsbedürftig, sie wird auch nur wenig genutzt“, sagte Stadtbaurätin Heike Gundermann in der Ausschusssitzung. Der Eigentümer, die Deutsche Invest Immobilien GmbH (DII), die Ende 2013 die roten Gebäude in dem Viertel übernommen hat, plant nun, die Palette abzureißen und an gleicher Stelle eine zweistöckige Tiefgarage zu errichten. Darauf sollen vier Gebäude mit bis zu 90 Wohneinheiten entstehen, 30 Prozent davon im Mietpreisniveau des sozialen Wohnungsbaus. Zwischen vier und fünf Geschosse plus Staffelgeschoss sehen die Pläne vor und damit weniger als die vorhandenen Sieben-Geschosser.
Eine Gefährdung der alten Wallanlagen durch den Neubau, an den sich die jetzige Parkpalette noch anschmiegt, sieht Gunderman nicht, das habe ein Gespräch mit Lüneburgs Stadtarchäologen Professor Edgar Ring ergeben. „Auch der Baumbestand wird durch die Baugrube nicht beeinträchtigt“, erklärte Gundermann. Durch die zusätzlichen Wohneinheiten werde der Bedarf an Stellplätzen von 260 auf etwa 350 Plätze steigen, die von der neuen Tiefgarage voraussichtlich nicht abdecken werde. Zusätzliche Plätze sollen daher in den Randbereichen geschaffen werden.

„Wir verstehen uns als langfristiger Investor und wollen hier zur Wohnraum-Nachverdichtung beitragen“, erklärte Frank Wojtalewicz von der DII, der zugleich darauf hinwies, die durchschnittlichen Nebenkosten im Bestand von 3,20 auf 2,50 Euro gesenkt zu haben. „Klagen über kalte Wohnungen hören wir jetzt nicht mehr.“
„Sie sehen sich als langfristiger Investor, wandeln aber Miet- in Eigentumswohnungen um – für mich ist das ein Widerspruch“, hielt Rainer Petroll (Linke) der DII vor, erklärte aber auch, dass er die Pläne begrüße. Lediglich einen Block habe man verkauft, sagte Frank Wojtalewicz, dabei werde es „nach jetziger Planung auch bleiben“. Im Übrigen habe man das Geld zur Finanzierung der Baumaßnahmen benötigt.

Birte Schellmann (FDP) bezeichnete die Pläne als „ausgesprochen gut“, auch Klaus-Dieter Salewski (SPD) und Eduard Manzke (CDU) begrüßten das Vorhaben. Christian Burgdorff (Arbeitskreis Lüneburger Altstadt) regte an, die Geschosszahlen zu überdenken, Ulrich Löb (Grüne) empfahl, auch die übrigen Parkpaletten entsprechend umzuwandeln. „Geht nicht, da haben wir andere Eigentümer“, sagte Gundermann.