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Der Schriftzug von Wegener ist noch blass zu erkennen, in Kürze eröffnet hier das Modehaus Hallhuber. Bei Räumlichkeit Nr. 2 ist noch kein neuer Mieter in Sicht: Seit dem Midgaard-Auszug ist der Laden an der Kleinen Bäckerstraße verwaist. Und Weltbild zieht innerhalb Lüneburgs um, am heutigen Sonnabend ist letzter Verkaufstag am bisherigen Standort. Foto: mf
Der Schriftzug von Wegener ist noch blass zu erkennen, in Kürze eröffnet hier das Modehaus Hallhuber. Bei Räumlichkeit Nr. 2 ist noch kein neuer Mieter in Sicht: Seit dem Midgaard-Auszug ist der Laden an der Kleinen Bäckerstraße verwaist. Und Weltbild zieht innerhalb Lüneburgs um, am heutigen Sonnabend ist letzter Verkaufstag am bisherigen Standort. Foto: mf

Lüneburg: Geschäftswelt im Wandel

us Lüneburg. Leerstand in Lüneburg? Dieses Erscheinungsbild hat – insbesondere in den beiden Haupteinkaufsmeilen – eher Seltenheitswert. Schließlich hat die Hansestadt als kaufkraftstarkes Oberzentrum und Touristen-Liebling einiges zu bieten. Doch aktuell gibt es ein paar Geschäfte mit dunklen Schaufenstern und ohne Waren. Das zeigt ein Streifzug durch Bäcker- und Grapengießerstraße.

Nur noch wenige Stunden wird die „Weltbild“-Filiale an der Großen Bäckerstraße ihre Türen öffnen, morgen ist Schluss mit dem Verkauf. Vorerst, denn das Unternehmen will der Stadt treu bleiben. „Lüneburg ist für uns ein guter Standort, den wollen wir auch nicht aufgeben“, erklärt Unternehmenssprecherin Eva Großkinsky. Wohin die Filiale innerhalb Lüneburgs umziehen wird, wollte sie noch nicht verraten, geplant sei aber wieder ein Geschäft in „attraktiver Innenstadtlage“. Zu den Gründen für den Abschied aus den jetzigen Räumen hielt sie sich bedeckt. Es sei ein „Thema mit dem Vermieter“. Dass der Umzug nicht nahtlos geschehe, bedaure man, Grund seien noch nicht abgeschlossene Verhandlungen mit dem Vermieter am neuen Standort, zudem seien in den neuen Räumen noch die alten Mieter. Wer Nachfolger in der Top-Lage an der Bäckerstraße wird, bleibt derweil noch offen.

Ein paar Meter weiter Richtung Marktplatz war viele Jahre der „Copy-Shop“ neben Juwelier Süpke in der ersten Etage. Jetzt ist das Geschäft dort geschlossen, seit dem 4. Januar geht es in neuen Räumen an der Lüner Straße aber bereits weiter.

Neu nach Lüneburg kommt in Kürze das Bekleidungsunternehmen „Hallhuber“. Wie berichtet, wird es in die Räume von Wegener neben Karstadt einziehen, das alteingesessene Lüneburger Bürowarengeschäft hatte Ende vergangenen Jahres sein Ladengeschäft aufgegeben. Ebenfalls in der Großen Bäckerstraße kündigt sich ein neues Eiscafé an.

Auch an der Kleinen Bäckerstraße gibt es Veränderungen. Nachdem es erst Anfang 2014 einen Wechsel bei der Firma Midgaard gegeben hatte, wurde das Geschäft inzwischen eingestellt. Immer wieder waren dort auch Bauarbeiter zu sehen. „Einen Nachmieter gibt es aber noch nicht“, sagt Robin Sönnichsen vom Lüneburger Immobilienmaklerbüro Sallier, der das Objekt vermarktet.

Schräg gegenüber stehen die Räume des Modegeschäfts „Taifun“ leer. Was dort wird? Die Anfrage bei der Gerry Weber AG, zu der die Marke Taifun gehört, blieb bisher ergebnislos.

Traurige Nachrichten gibt es für Naschkatzen. Das „Lüneburger Naschwerk“ an der Grapengießerstraße wird Ende des Monats schließen. Grund seien zu hohe Mietforderungen, wie es seitens des jetzigen Inhabers heißt. Einen neuen Standort suche man nicht, die Geschäftsaktivitäten sollen komplett eingestellt werden. Auch diese Immobilie wird von Sallier angeboten, „aber auch hier gibt es noch keinen Nachmieter“, heißt es dort.

Eine zweite Lücke tut sich einige Meter weiter Richtung Vierorten auf. Neben TK Maxx, das erst im Herbst 2015 einen Großteil der früheren P&C-Räume übernommen hat, sind aktuell noch kleine Flächen frei. Vom Vermieter Acrest Property aus Berlin war kurzfristig keine Auskunft zu erhalten, wie es dort weitergehen soll.

Auch LCM-Chef Heiko Meyer, in der Regel gut informiert über gewerbliche Aktivitäten in der Stadt, konnte bei den offenen Nachfolgefragen nicht weiterhelfen: „Wir rätseln alle, was mit den Objekten passiert.“ Mit der aktuellen Situation in Lüneburg ist er dennoch nicht unzufrieden: „Wir sind weit davon entfernt, von größerem Leerstand zu sprechen.“ Als Grund für den Wechsel vermutet er zu hohe Mietforderungen. Sein Appell: „Es wäre schön, wenn Vermieter dazu beitrügen, dass auch inhabergeführte Geschäfte wieder in die Innenstadtlagen zurückkehren können.“