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Naturparkvorsitzender Olaf Muus (vorn) präsentierte schon 2014 den geländegängigen Rollstuhl für Ausflüge in die Heide. Für Inklusionsprojekte gibt es auch in der neuen Förderperiode Pluspunkte. Foto: vnp/nh
Naturparkvorsitzender Olaf Muus (vorn) präsentierte schon 2014 den geländegängigen Rollstuhl für Ausflüge in die Heide. Für Inklusionsprojekte gibt es auch in der neuen Förderperiode Pluspunkte. Foto: vnp/nh

Naturpark Lüneburger Heide: Start für „Landschaftswerte“

lz/dth Lüneburg. Ab sofort können Anträge zur neuen Förderrichtlinie „Landschaftswerte“ gestellt werden. Die EU und Niedersachsen stellen insgesamt 52,6 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung, „die der Aufwertung des Kulturlandschafts- und Naturerbes dienen“, teilt das niedersächsische Umweltministerium mit. Räumliche Schwerpunkte sind die Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparke. Auch der Naturpark Lüneburger Heide steht bereits in den Startlöchern, um die Arbeit aus der vergangenen Förderperiode fortzusetzen.

„‚Landschaftswerte‘ ist unser prioritärer Fördertopf, früher hieß das ‚Natur erleben‘“, sagt Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide in Winsen/Luhe. „Das werden wir auch dieses Jahr wieder angehen und vor allem den Aspekt Partnerbetriebe in den Blick nehmen.“ Ein Projektthema könnte die regionale Esskultur sein. In der Vergangenheit hatte der Naturpark bereits einen regionalen Einkaufsführer aufgelegt. Der ist mittlerweile vergriffen und könnte nun in neuer Form wieder mit Leben erfüllt werden. Denn einen neuen Förderschwerpunkt bilden Projekte zum „naturschutzgerechten und nachhaltigen Wirtschaften“. Damit könnten neben Partnerbetrieben auch Produkte und Dienstleistungen gefördert werden, von denen Natur und Landschaft profitieren, heißt es.

Anknüpfungspunkte bei der neuen Förderrichtlinie an bereits Erreichtes sieht Naturpark-Geschäftsführerin Feddersen auch bei Inklusionsprojekten. So hatte der Naturpark mit verschiedenen Gemeinden bereits Vorhaben umgesetzt, um beispielsweise Gehbehinderten ein möglichst barrierefreies Naturerlebnis zu bieten, beispielsweise mit der rollstuhlgerechten Aussichtsplattform im Südergellerser Hambörn, dem barrierefreien Zugang zum Amelinghausener Lopausee oder dem Einsatz der Joëlette, einem geländegängigen Rollstuhl, für Heideausflüge.

Feddersen sagt: „Wir nehmen die Fäden der vergangenen sechs Jahre wieder in die Hand und spinnen die eine ganze Ecke weiter.“ Neue Projekt­ideen werden auch im Rahmen der „Leader“-Förderregion entwickelt, bei der der Heideregion separat bis 2020 bis zu 2,8 Millionen Euro Budget zur Verfügung stehen. Dazu tagt die Lokale Aktionsgruppe der Naturparkregion Lüneburger Heide am Dienstag, 26. Januar, um 18 Uhr in der Wassermühle in Heiligenthal zum nunmehr fünften Mal. Bei der Sitzung wird sich die neue Ansprechpartnerin Hanna Fenske vorstellen, die für alle Fragen rund ums Thema Leader zukünftig beraten und das Team des Naturparks unterstützen wird.

Olaf Muus, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe, freut sich nicht nur über die personelle Verstärkung, sondern erwartet auch mit Spannung die Vorstellung der ersten Projekte. Die Veranstaltung ist öffentlich. Weitere Informationen gibt es hier.

Allein 39,8 Millionen Euro aus Brüssel

Die Förderung nach der Richlinie „Landschaftswerte“ erfolgt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit maximal 50 Prozent, die mit Landesmitteln auf bis zu 65 Prozent aufgestockt werden können. In der Förderperiode 2014 bis 2020 stehen 39,8 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung. Daneben sind 12,8 Millionen Euro Landesmittel vorgesehen.

Die Gesamtmittelausstattung von 52,6 Millionen Euro wird auf die sechs Förderjahre aufgeteilt. Der erste Stichtag für die Anträge an die NBank ist der 31. März 2016. Anträge können ab sofort zum Beispiel von Stiftungen, Vereinen, Verbänden, den Trägern der Naturparke und Unternehmen bei der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) gestellt werden.