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In rund 2,3 Kilometern Entfernung zu Südergellersen plant die Gemeinde Oldendorf/Luhe bekanntlich einen weiteren Windpark. Dieser soll durch eine Anlage ergänzt werden, die auf dem Gebiet der Gemeinde Südergellersen vorgesehen ist. Foto: phs
In rund 2,3 Kilometern Entfernung zu Südergellersen plant die Gemeinde Oldendorf/Luhe bekanntlich einen weiteren Windpark. Dieser soll durch eine Anlage ergänzt werden, die auf dem Gebiet der Gemeinde Südergellersen vorgesehen ist. Foto: phs

Windenergie: Aussicht wird sich deutlich verändern

uk Südergellersen. Mit der Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) hat der Landkreis Lüneburg im Bereich der Gemeinden Oldendorf, Südergellersen und Embsen neue Vorrangflächen für Windenergie festgelegt, die mit insgesamt 107 Hektar deutlich größer sind als das bisherige Areal. Bei dem vorhandenen Windpark Südergellersen mit sieben Anlagen wird es also nicht bleiben: Im benachbarten Oldendorf sind die Planungen für den Windpark Wetzen bereits in vollem Gange.

Und auch die Gemeinde Südergellersen steigt nun in die Planung ein: Ende 2015 fasste der Rat die Aufstellungsbeschlüsse für die beiden Bebauungspläne „Wetzer Weg“ und „Drögennindorfer Weg“. Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung wurden die Planentwürfe jetzt bei einem Infoabend vorgestellt.
Da die Entscheidung für die Windstandorte nunmehr gefallen ist, hielt sich das Bürgerinteresse in Grenzen. Doch immerhin ein Dutzend Südergellerser ließ sich im Gemeindehaus die Planung erläutern. „Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie“, stellte Bürgermeister Steffen Gärtner (CDU) klar. Und Ortsplaner Frank Patt erläuterte: „Mit den B-Plänen kann die Gemeinde Einfluss auf die Entwicklung im Plangebiet nehmen.“ Das beträfe sowohl Höhe und Optik der Anlagen als auch Details der Zuwegung und erforderliche Ausgleichsmaßnahmen.

Konkret geht es um zwei Flächen: Der B-Plan Wetzer Weg betrifft einen schmalen Streifen nördlich des geplanten Windparks Wetzen. Sechs Anlagen sind dort auf dem benachbarten Oldendorfer Gemeindegebiet beim Ortsteil Wetzen geplant, für eine siebte wäre in dem Streifen Platz, der zur Gemarkung Südergellersen gehört.
„Die Planung soll hier kompatibel mit den Planungen der Oldendorfer sein“, sagte Patt. Vorgesehen sind demnach insgesamt 200 Meter hohe Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 120 Metern und einer Nennleistung von 2,75 Megawatt. Mit einer Entfernung von 2300 Metern zum Südergellerser Ortsrand betrachte die Gemeinde den Standort als „eher unproblematisch“, so Gärtner.

Das gilt für die zweite Fläche nur eingeschränkt. Südlich der siebten Anlage des Windparks Südergellersen möchte ein örtlicher Landwirt eine weitere, deutlich höhere Anlage errichten, Entfernung zum Ortsrand: etwa 2000 Meter. Dafür wird nun der B-Plan „Drögennindorfer Weg“ in zwei Teile geteilt, um das alte Vorranggebiet neu zu überplanen und zunächst im Südteil Einzelheiten der Bebauung zu regeln. Ein Plan Nord soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Denn den betrachtet die Gemeinde deutlich kritischer.

Fest steht zwar, dass die drei nahe am Südergellerser Ortsrand stehenden Anlagen nicht erneuert werden dürfen, da sie den 1000 Meter-Abstand unterschreiten. Denkbar wären aber weitere Anlagen im nördlichen Teil des Plangebiets: „Das sehen wir als problematisch an, weil das Gelände hier ansteigt und die Schall-Belastung durch die bestehenden Anlagen schon im kritischen Bereich liegt“, sagte Gärtner. Fakt ist: Die Aussicht wird sich für die Südergellerser mit den sieben alten und acht neuen Anlagen deutlich verändern. Vermutlich zwei weitere könnten auf dem benachbarten Oerzer Vorranggebiet hinzukommen.

Stellungnahmen zu beiden Planentwürfen werden im Bauausschuss nochmals öffentlich behandelt, bevor der Rat die Bebauungspläne beschließt.