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Obwohl die Kaufsumme der zwangsversteigerten Villa noch nicht geflossen ist, scheint neues Leben am deutsch Everner Petersberg eingezogen zu sein. Foto: t&w
Obwohl die Kaufsumme der zwangsversteigerten Villa noch nicht geflossen ist, scheint neues Leben am deutsch Everner Petersberg eingezogen zu sein. Foto: t&w

Deutsch Evern: Das Wunder vom Petersberg

ca Lüneburg. Nach der Zwangsversteigerung soll die Kaufsumme von mehr als 700 000 Euro bis heute nicht geflossen sein, trotzdem ist vor Weihnachten neues Leben in die Villa eines ehemaligen Wirtes am Petersberg in Deutsch Evern eingezogen. Das berichten Nachbarn. Nicht nur sie wundern sich, wie das geht. Auch Gläubiger des türkischstämmigen Gastronomen, zu denen die Stadt mit mehreren Hunderttausend Euro zählt, reiben sich erstaunt die Augen.

In Lüneburger Juristen- und Justizkreisen erzählt man sich, dass die Geschichte möglicherweise geschickt eingefädelt worden sein könnte. Bekanntlich hatte im vergangenen Sommer ein Anwalt die Immobilie im Auftrag eines Mandanten ersteigert, dieser soll in der Türkei zu Hause sein. Allerdings hat der Mann den Kaufpreis dem Vernehmen nach bislang nicht beglichen. Und vorgehen könne man aufgrund seines Wohnsitzes auch kaum gegen den unzuverlässigen Käufer.
Trotzdem ist der Mann mit dem Zuschlag im Amtsgericht Eigentümer des Hauses geworden. Damit, so erklärt ein Experte, der namentlich nicht genannt sein will, kann er eben auch Mietverträge abschließen „und das, mit wem er will“. Die Gläubiger oder das Gericht könnten die Bewohner nicht vor die Tür setzen: „Das ist Sache des Eigentümers.“

Kommt es, wie erwartet, zu einer neuen Zwangsversteigerung, besitze der Erwerber zwar ein Sonderkündigungsrecht, aber das müsse er erst einmal durchsetzen. Denn selbstverständlich könnten die Bewohner im Rechtsstaat dagegen vorgehen. Wer in dem Haus mit Ilmenau-Blick wohnt, dessen Wert in einem Gutachten mit 800 000 Euro veranschlagt war, ist offen. Allerdings heißt es aus der Nachbarschaft, dass man eben auch den Wirt und dessen Kinder schon in seiner alten Bleibe gesehen habe. Das kann natürlich ein Zufall sein.

Gegen den ehemaligen Gastwirt läuft ein Insolvenzverfahren. Die Stadt hat Juristen eingeschaltet, die ihre Interessen wahrnehmen, denn sie hofft, eben doch noch an entgangene Gewerbesteuern zu kommen, ursprünglich war mal von 1,2 Millionen Euro die Rede, dazu Millionen, die das Land fordert. Deshalb war der Kneipier wegen Betruges von der Polizei gesucht worden. Zielfahnder hatten ihn in der Türkei ausgemacht, doch Ankara sah keinen Anlass für eine Auslieferung. Inzwischen wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt, der Mann flaniert durch Lüneburg.

Aus dem Rathaus heißt es, dass in Verhandlungen von Justiz, Finanzbehörden und Anwälten des Beschuldigten offenbar Vereinbarungen getroffen und die offenen Summen heruntergesetzt worden seien, sonst sei das Ganze nicht erklärbar. Auf Antworten zu entsprechenden Fragen an Justiz- und Finanzminister soll Oberbürgermeister Ulrich Mädge vergeblich warten.

One comment

  1. Das ist wirklich unglaublich wie man (Lüneburg/Deutschland) hier verarscht wird. Und der türkische Mitbürger ohne jedes Unrechtsbewußtsein rotzfrech weiter in/um LG lebt. Bargenturm ist ja auch so´ne Geschichte in die diese feine Familie verstrickt ist. Aber egal …. es gehören immer 2 dazu … einer der es macht und eine der es mit sich machen lässt. So … werde jetzt mal weiter arbeiten… muss ja schließlich Steuern zahlen um den ehrenwerten Mann zu finanzieren.