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Dort, wo früher die mächtigen Mittelpfeiler standen und das Gewölbe der St. Lambertikirche trugen, ließen Nele Schwedt und die sechsjährige Lina die Bodenfackeln aufleuchten. Foto: phs
Dort, wo früher die mächtigen Mittelpfeiler standen und das Gewölbe der St. Lambertikirche trugen, ließen Nele Schwedt und die sechsjährige Lina die Bodenfackeln aufleuchten. Foto: phs

St. Lambertikirche wieder auferstanden +++ mit Video

us Lüneburg. Erst war es nur ein Baugerüst, das Besucher und Passanten am Sonnabendnachmittag auf dem St. Lambertiplatz zu Gesicht bekamen. Doch mit einsetzender Dämmerung und Fackel für Fackel wurde deutlich, welcher Sinn sich hinter der Konstruktion und den zahlreichen Lichttöpfen verbarg, die aneinandergereiht auf dem Platz aufgestellt waren. Studenten der Leuphana hatten zu ihrem „Fest der kleinen Lichter – Light up Lamberti“ eingeladen und ließen die frühere Lüneburger Kirche in einer stimmungsvollen Inszenierung aus Licht, Feuer und Musik für ein paar Stunden wiederauferstehen.

„Wir möchten mit dieser Aktion dazu beitragen, dass der Platz wieder mehr in den Blick und das Bewusstsein der Lüneburger rückt“, sagte Eyla Hasse bei ihrer Begrüßung der gut 100 Besucher, die zu der frühabendlichen Veranstaltung gekommen waren. Im Oktober hatte die Erstsemester-Studentin zusammen mit weiteren Studenten begonnen, hierfür ein Konzept zu entwickeln. Am Sonnabend nun war der vorläufige Höhepunkt ihres Projekts, das in die Leuphana-Reihe „Wissenschaft trägt Verantwortung“ eingebunden ist und als Stadtplanungs-Seminar einen Beitrag für den aktuell laufenden Wettbewerb „Zunkunftsstadt Lüneburg 2030+“ leisten soll.

Mittelpunkt der Inszenierung war ein vom Lüneburger Lichtdesigner Wolfgang Groemer imposant beleuchteter Kubus aus einem etwa fünf mal fünf Meter breiten und ebenso hohen Baugerüst. Er war exakt an dem Platz errichtet worden, an dem vormals der Turm der 1862 wegen Senkungsschäden abgerissenen St. Lambertikirche stand. Aber auch die Umrisse und mächtigen Mittelpfeiler der Kirche waren erkennbar: 250 Feuertöpfe markierten die Grundmauern von St. Lamberti und belegten eindrucksvoll, wie sehr dieser Platz ursprünglich durch das Gotteshaus geprägt wurde.

„Ein wirklich beeindruckender Abend. Das ist hier normalerweise eine tote Ecke. Ich fände es klasse, wenn mit dem Platz etwas passiert“, sagt Gerda Klöffler. „Hier muss Licht und Leben her, das wäre auch für die anliegenden Geschäfte gut“, sagt die Lüneburgerin.

Auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeigte sich von dem Lichtspektakel beeindruckt. „Eine tolle Idee. Sie zeigt, dass Menschen kommen, wenn die Konzepte stimmen.“ Die Uni gebe der Stadt viele wichtige Impulse, „ohne sie wäre Lüneburg nicht so lebendig.“ Zugleich sicherte Mädge zu, das Projekt weiter zu unterstützen.
Dr. Ursula Kirschner, Professorin für Architektur und digitale Kultur am Institut für Stadt- und Kulturraumforschung der Leuphana, und Linde Meyer, Mitglied des „Förderkreises St. Lamberti Lüneburg“, vernahmen die Botschaft mit Freude. Beide hatten bereits vor anderthalb Jahren erste Ideen für die Neugestaltung des Platzes vorgelegt und in einem zweiten Schritt auch Lüneburger in die Ideenfindung mit eingebunden (LZ berichtete).

Ein erstes Ergebnis war auch im jüngsten Bauausschuss vorgestellt worden: Danach könnte an der Stelle, wo am Sonnabend das Baugerüst den Kirchturm ersetzte, ein aus rotem Backstein gemauertes und Metall-ummanteltes Objekt entstehen, das für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt werden soll. „Für eine konkrete Umsetzung ist es aber noch zu früh, wir haben noch viel zu tun“, sagte Linde Meyer. „Wichtig ist nur, dass es weitergeht.“ Ihr Ziel: Zur 750-Jahr-Feier der Errichtung von St. Lamberti 2019 sollte der neue Platz fertig sein. Eines sei aber bereits jetzt schon klar: „Die Lüneburger möchten die Kirche an diesem Platz in irgendeiner Form wieder realisiert sehen.“