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Jens Bindemann sägt die Reste der gefällten Linden in "handliche" Stücke. Foto: be
Jens Bindemann sägt die Reste der gefällten Linden in "handliche" Stücke. Foto: be

Fällarbeiten haben begonnen

kre Lüneburg/Adendorf. Um neun Uhr hat für die erste Linde die letzte Stunde geschlagen: Die Fällarbeiten haben begonnen. Bereits am frühen Montagmorgen hatten Kolonnenführer Ralf Scholze und sein Team vom kreiseigenen Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung (SBU) die Baustelle eingerichtet, Absperrungen, Warnschilder und die mobilen Ampelanlagen auf der Kreisstraße 53 zwischen Ebensberg und Erbs­torf aufgestellt. Als das Gros des Berufsverkehrs durch ist, gibt Scholze Baggerführer Heiko Fürst das Zeichen. Und der macht mit dem Alleebaum kurzen Prozess. In Minutenschnelle knipst Fürst mit der hydraulischen Schere an seinem Bagger die Kronenäste ab und legt sie zur Seite. Der Rest ist Sache von Jens Bindemann. Der Straßenwärter wirft die Motorsäge an und setzt routiniert den Fällschnitt. Die einstmals stattliche Linde ist nun nur Kleinholz. Und so wie diesem Baum geht es auch den anderen 49 Linden, die zwischen Erbstorf und Ebensberg bis spätestens Donnerstag gefällt und anschließend zu Holzhäcksel geschreddert werden.

Der Kraft der hydraulischen Schere am Bagger von Heiko Fürst haben die Linden nichts entgegen zu setzen. Foto: be

Wie berichtet, muss die gesamte Baumreihe weichen, weil die Linden nicht mehr standsicher und so eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer sind. In der Vergangenheit waren schon vereinzelt Linden umgekippt. Der geschlossene Alleen-Charakter erinnerte zusehends an ein lückenhaftes Zahngebiss. Für den schlechten Zustand der 70 bis 80 Jahre alten Laubbäume machte ein Baumschutz-Experte in Diensten des Landkreises unter anderem die zu schmalen Bankette aus. Auch dass die Straße zu dicht an die Bäume gebaut wurde, habe mit dazu beigetragen, die Linden zu schwächen.

Das größte Problem liege unter der Erde – bei den Wurzeln. Zur Straße hin hätten die Riesen so gut wie gar keine Wurzeln mehr ausgebildet. Dadurch hätten Stürme leichtes Spiel. Mangels Halt würden die Bäume wie Dominosteine kippen. Und um die Liste der Baumkrankheiten zu komplettieren: Einige Linden leiden auch am Brandkrustenpilz.

Um elf Uhr sind bereits die ersten acht Bäume gefällt. Jetzt geht es fast im Viertelstunden-Takt voran mit der Arbeit. Heiko Fürst knipst die Kronen ab, Jens Bindemann fällt die Stämme und sägt diese in „handlichere“ Abschnitte. Derweil rückt Kollege Claus-Peter Jürgensen mit der Kehrmaschine an und fegt Äste und Sägespäne von der Straße, damit der Verkehr trotz der Baumfällarbeiten halbwegs reibungslos rollen kann. Keine Frage, die Männer um Kolonnenführer Ralf Scholze sind ein eingespieltes Team.

„Im vergangenen Jahr waren wir hier noch zugange und haben an den Bäumen Pflege- und Entlastungsschnitte vorgenommen“, berichtet Scholze und fügt hinzu: „Aber da hatten wir schon gemerkt, dass das nichts mehr wird mit den Bäumen.“

Gegen Ende der Woche, wenn die Straßenwärter ihren Job erledigt haben, werden nur noch die Stubben an die gefällten Linden erinnern. Und das auch nicht lange. Mit einer Fräse werden auch noch die Wurzelreste in absehbarer Zeit weggefräst. Um Platz zu schaffen für Neuanpflanzungen, die der Landkreis an gleicher Stelle plant.
„Wo notwendig, werden wir auch einen Bodenaustausch vornehmen, um gute Wachstumsbedingungen für die neuen Bäume zu schaffen“, verspricht SBU-Chef Michael Seegers. Fest steht aber, es soll wieder eine Lindenallee werden. Dann allerdings mit hoffentlich robusteren und langlebigeren Bäumen.

One comment

  1. Schön das die wieder ihren alten Charakter bekommt und neue Bäume gepflanzt werden.