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Viele Anwohner des früheren Kalksandsteinwerks in Häcklingen waren froh, dass statt des geplanten Sandabbaus auf dem Gelände eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll. Nun kommt es offenbar anders.
Viele Anwohner des früheren Kalksandsteinwerks in Häcklingen waren froh, dass statt des geplanten Sandabbaus auf dem Gelände eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll. Nun kommt es offenbar anders.

Häcklingen: Nun doch wieder Sandabbau?

us Lüneburg. Flüchtlinge statt Sandabbau – erleichtert nahmen viele Häcklinger im vergangenen Jahr die Nachricht auf, die Stadt wolle auf dem Gelände des früheren Kalksandsteinwerks eine Flüchtlingsunterkunft errichten. Für einen längeren Zeitraum schienen damit die geplanten Abbautätigkeiten mit ihren unerwünschten Nebenwirkungen in weite Ferne gerückt. Doch nach dem Aufatmen scheint sich nun Ernüchterung breit zu machen. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Geländes sind allem Anschein nach gescheitert.

„Das ist ein offenes Geheimnis“, ließ Dr. Uwe Plath, Ortsvorsteher in Häcklingen, gestern wissen. Bereits vor Weihnachten soll es seines Wissens nach zu einem Abbruch der Gespräche zwischen der Stadt Lüneburg und der Otto Dörner GmbH & Co. KG gekommen sein, aus verwaltungsinternen Kreisen hieß es sogar, die Verhandlungen seien gescheitert.

„Die Verhandlungen sind definitiv nicht gescheitert“, erklärt hingegen Daniel Gritz, Pressesprecher der Stadt. Mit dem Eigentümer sei man weiterhin im Gespräch, „das allerdings gestaltet sich schwierig“. Die Stadt hatte im Oktober vergangenen Jahres überraschend vermeldet, auf dem Gelände eine mobile Flüchtlingsunterkunft oder Holzbauten für Flüchtlinge zu errichten, zwischenzeitlich war diese Zahl sogar auf 190 Plätze erhöht worden. Das Unternehmen Otto Dörner bestätigte im November entsprechende Verhandlungen, ihr Geschäftsführer Dr. Tilmann Quensell erklärte damals, man sei bereit, auch für einen längeren Zeitraum das Vorhaben in Häcklingen ruhen zu lassen (LZ berichtete).

Wie jetzt zu hören ist, sollen die Gespräche aufgrund zu hoher finanzieller Forderungen seitens der Otto Dörner GmbH ins Stocken geraten sein. Die Stadt wollte sich gestern dazu nicht äußern: „Zu Vertragsverhandlungen geben wir grundsätzlich keine Auskunft“, sagt Pressesprecher Gritz.

Auskunftsfreudiger zeigt sich hingegen der Geschäftsführer der Otto Dörner GmbH. Er erklärte gestern, der Stadt bereits im vergangenen Jahr ein Angebot vorgelegt zu haben, das von dieser aber abgelehnt worden sei. „Im Dezember hat die Stadt dann mitgeteilt, dass sie das Vorhaben nicht weiterverfolgen will. Seitdem habe ich nichts mehr aus Lüneburg gehört“, führt Dr. Tilman Quensell aus. An zu hohen Forderungen, wie gemutmaßt wird, könne es seiner Ansicht nach aber nicht liegen: „Wir haben einen marktüblichen Mietzins gefordert, der auch berücksichtigt, dass wir dort fünf Jahre lang keinen Sand abbauen können.“ Jetzt werde man sich darauf konzentrieren, die ursprünglichen Pläne weiterzuverfolgen, „das ist ja auch unser eigentliches Geschäft“. Ein neues Angebot werde er der Stadt jedenfalls nicht unterbreiten. Wie die Stadt jetzt reagieren will, ließ sie gestern offen. Aus der Pressestelle hieß es nur: „Diesen möglichen Standort geben wir nicht auf.

In diesem Zusammenhang ließ Dr. Quensell auch wissen, dass seinem Unternehmen inzwischen das von der Stadt angeforderte Gutachten zur Artenschutz-Kartierung des geplanten Abbaugeländes vorliege. „Wir werden hierzu in Kürze ein Gespräch mit der Umweltbehörde in Lüneburg führen.“ Auf Basis des Gutachtens will die Stadt entscheiden, ob der Abbau wie geplant oder nur mit Auflagen durchgeführt werden kann.

Die abgebrochenen Verhandlungen zwischen Stadt und Eigentümer zeigen inzwischen Auswirkungen. So wurde kürzlich der bislang nachrangig platzierte Standort „Drögenkamp“ vorgezogen und ist aktuell Favorit für die Errichtung dringend benötigter Flüchtlingsunterkünfte. Was genau die Stadt dort plant und wie viel Plätze am Drögenkamp entstehen sollen, darüber will die Stadt am 15. Februar um 19 Uhr im Bonhoeffer-Haus informieren.