Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das neue, fröhliche Team der DRK-Kleiderkammer (v.l.): Petra Holz, Sabine Koch, Jens-Christian Burmester, Essa Harki, Nadine Müller und Daniela Pick freuen sich auf den täglichen Betrieb der renovierten Kleiderkammer ab dem 1. Februar im Schnellenberger Weg 42.  Foto: t&w
Das neue, fröhliche Team der DRK-Kleiderkammer (v.l.): Petra Holz, Sabine Koch, Jens-Christian Burmester, Essa Harki, Nadine Müller und Daniela Pick freuen sich auf den täglichen Betrieb der renovierten Kleiderkammer ab dem 1. Februar im Schnellenberger Weg 42. Foto: t&w

DRK-Kleiderkammer in neuem Gewand

dth Lüneburg. Die Kleiderkammer des Lüneburger Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stellt sich neu auf: In renovierten Räumen steht ein neues sechsköpfiges Team aus Ehrenamtlichen und „Ein-Euro-Jobbern“ bereit, um Bedürftigen zu helfen. Mit der personellen Verstärkung sollen auch die Öffnungszeiten deutlich erweitert werden. „Bisher hatten wir 14-tägig geöffnet“, sagt Irene Skrobanek vom DRK-Kreisverband Lüneburg. „Ab 1. Februar haben wir täglich von 10 bis 12 Uhr geöffnet.“

Die gespendeten Artikel, von Kleidung über Kuscheltiere bis Sportausstattung, werden jeweils für eine Schutzgebühr von 50 Cent abgegeben. Zur Kundschaft gehören verstärkt auch Flüchtlinge. In jedem Fall bietet das neue Team Hilfe mit einem Lächeln.

Täglich werden von privaten Spendern große blaue Säcke mit Sachspenden im Schnellenberger Weg 42 in Lüneburg abgeliefert. Mehrere Sonnabende verbrachte das Kleiderkammer-Team mit Leiterin Skrobanek zuletzt mit Sortieren und Lagern. Die DRKler kooperieren zudem mit Flüchtlingsunterkünften und anderen ehrenamtlich geführten Kleiderdepots. Dass die Kleiderkammer mit rund 100 Quadratmetern im Keller der DRK-Geschäftsstelle gastfreundlicher wirkt, ist vor allem Sabine Koch (67) zu verdanken. Sie hatte zuletzt ehrenamtlich den Farbroller geschwungen und die Wände weiß gestrichen. Zudem wurden neue Regale aufgestellt, um die Artikel übersichtlicher und ansehnlicher zu präsentieren.

„Wir haben hier alles: Schulranzen, Sportsachen, über Party- und Ballkleider, Ski-Overalls bis zum Judo-Anzug“, sagt Fremdsprachenassistentin Daniela Pick (32), die das Team verstärkt als sogenannte AGH-Kraft („Arbeitsgelegenheit“), vom Jobcenter vermittelt. Und sie macht es gerne: „Wir tun hier etwas Gutes und haben das Gefühl, von den Menschen etwas zurückzubekommen.“ Dem pflichtet Jens-Christian Burmester (63) bei. Der ehrenamtliche Helfer kommt regelmäßig extra aus Bleckede: „Die Arbeit hier ist sinnvoll und ich bin in guter Gesellschaft.“ Zusammen mit Essa Harkin (46) aus Lüneburg, der Kunden auch auf Kurdisch beraten kann, gibt er ein gutes Gespann ab.

Zum Team gehört außerdem die Reppenstedterin Petra Holz (56), die seit rund zehn Jahren beim DRK-Kreisverband einspringt, wo ehrenamtliche Hilfe benötigt wird, sagt Ehrenamtskoordinatorin Sandra Mendel. Die jüngste der Truppe ist AGH-Kraft Nadine Müller (29): „Ich nehme hier viele positive Erfahrungen mit.“

Wenn Spenden unbrauchbar sind …

Immer wieder stellen Menschen ihre Kleiderspenden lieblos vor die Tür, die sind dann Wind und Wetter ausgesetzt und schließlich unbrauchbar, beklagt der DRK-Kreisverband Harburg-Land in einer Pressemitteilung. Frank Rehmers, Harburger Projektleiter der Annahmestelle in Stöckte, sagt: „Immer wieder weisen wir Spender vor Ort darauf hin, dass sie bitte keine Spenden einfach vor der Tür abstellen sollen.“

Auch Hinweisschilder würden häufig ignoriert. Rehmers weiter: „Das ist der Sache überhaupt nicht dienlich. Ganz im Gegenteil, es erschwert uns die Arbeit.“ Rehmers sagt, dass das Ablegen von Spendensäcken vor den Eingängen als unerlaubte Müllentsorgung geahndet werden könne. „Können wir ermitteln, wer die Säcke vor der Tür abstellt – und das gelingt uns oft – bringen wir das zur Anzeige.“

Der Kleiderkammer des DRK Lüneburg kommt hingegen zugute, dass der Eingang der Annahmestelle zumindest überdacht ist und abgestellte Kleidersäcke von Verbandsmitarbeitern kurzfristig ins Lager geräumt werden können. Gleichwohl sollten auch dort die Spenden am besten während der Öffnungszeiten abgegeben werden, rät Sandra Mendel vom DRK-Kreisverband Lüneburg. Zudem sollten die gespendeten Kleidungsstücke gewaschen sein, „sonst müssen wir das weiter in die Verwertung geben“.

Dann werde in Stade noch Brauchbares aussortiert, der Rest entsorgt. Allerdings fließen auch daraus noch Einnahmen zurück – zugunsten des Ehrenamts. Mendel sagt: „Ganz selten laden die Leute wirklich nur Dreck bei uns ab, mit Maden in den Säcken. Das sind dann aber nur zwei, drei Säcke von vielleicht 1000 Kleiderspenden. Aber wir sind vor allem dankbar für die vielen hochwertigen Kleiderspenden!“