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Landtagsabgeordnete Miriam Staudte mit Paul Reichwaldt (l.) und Klaus Hoppe von Campus. Die Politikerin sagt: „Es gibt keinen Veranstaltungsort in Lüneburg, an dem studentisches Publikum und Menschen aus der Region so gut zusammen Kultur und Party genießen können.“ Foto: nh
Landtagsabgeordnete Miriam Staudte mit Paul Reichwaldt (l.) und Klaus Hoppe von Campus. Die Politikerin sagt: „Es gibt keinen Veranstaltungsort in Lüneburg, an dem studentisches Publikum und Menschen aus der Region so gut zusammen Kultur und Party genießen können.“ Foto: nh

Vamos Lüneburg: Unterstützung per Petition

rast Lüneburg. „Wir schweben mit unserer Planung für das Kulturprogramm 2017 in der Luft und können keine festen Zusagen an Künstler geben. Die Unsicherheit über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze ist für unsere zehn Festangestellten, darunter drei Auszubildende, sowie die mehr als 50 studentischen Hilfskräfte sehr belastend. Wir wünschen uns baldmöglichst Gewissheit über das Fortbestehen des Vamos“, sagt Paul Reichwaldt, Vorstandsvorsitzender des Vereins Campus Lüneburg, dessen Tochter Campus Management GmbH die Kulturhalle betreibt. Der Mietvertrag mit der Universität läuft bekanntlich Ende 2016 aus. Der Verein wünscht sich einen langfristigen Vertrag und hofft, mit einer Petition Überzeugungsarbeit bei Universität und Politik leisten zu können. Die Unterschriftensammlung wurde am 21. Dezember auf www.openpetition.de gestartet, angepeilt waren 1100 Unterschriften, bis gestern Nachmittag waren es bereits 3088 – und bis zum Aktionsende verbleiben noch 143 Tage.

Die Petitionen auf der Plattform spiegeln lediglich ein Meinungsbild wider, bedingen also keine Entscheidungen. Campus-Geschäftsführer Klaus Hoppe sagt: „Hauptansprechpartner ist die Universität, daher wenden wir uns mit dieser Petition an Präsident Sascha Spoun, dazu auch an den Stiftungsrat und an die Landtagsabgeordneten. Dafür sammeln wir Stimmen.“ Die könnten bei einem Gespräch mit der Uni-Leitung hilfreich sein, Campus habe die Uni vor etwa zwei Wochen in der Sache angeschrieben. Leuphana-Pressesprecher Henning Zühlsdorff bestätigt: „Die Mail ist am 15. Januar bei uns eingegangen. Wir werden die Anfrage selbstverständlich beantworten.“

Erste Stimmen gibt es mittlerweile auch aus dem Rat. Paul Reichwaldt: „Die OpenPetition gGmbH arbeitet in den auf ihrer Seite ins Leben gerufenen Petitionen mit Quoren, einer gewissen Stimmenanzahl, ab deren Erreichen die lokalen Adressaten, bei uns der Rat Lüneburg, angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten werden. Das Vamos-Quorum, eine Zahl von 1100 Stimmen, wurde schon Mitte Januar erreicht.“ OpenPetition hat am vergangenen Dienstag die Ratsmitglieder angeschrieben. Bis gestern befürworteten die SPD-Mitglieder Stefan Minks und Ronald Bast eine öffentliche Anhörung in einem Fachausschuss, auch Fraktionskollege Dirk Eschen unterstützt das Vamos. Minks argumentiert: „Das Vamos ist für mich ein wesentlicher Teil des kulturellen Lebens in der Stadt.“ CDU-Mann Eckhard Pols schreibt: „Das Vamos hat sich in den letzten 20 Jahren als Konzert- und Veranstaltungshalle nicht nur etabliert, sondern auch über die Grenzen Lüneburgs hinaus einen Namen gemacht. Das Konzept des Betreibers Campus ist richtig. Der Neubau des Audimax, hinter dem ich vorbehaltlos stehe, kann kein Ersatz sein. Lüneburg braucht beide Veranstaltungsorte.“

Die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte hat sich jetzt vor Ort bei Hoppe und Reichwaldt informiert. Sie sagt: „Das Vamos ist auf dem Campus nicht wegzudenken. Es gibt keinen Veranstaltungsort in Lüneburg, an dem studentisches Publikum und Menschen aus der Region so gut zusammen Kultur und Party genießen können. Lüneburg ohne Vamos wäre wie Hamburg ohne St. Pauli. Das klare Signal der Politik in Stadt, Landkreis und in Hannover an die Uni-Verantwortlichen ist notwendig, dass der Erhalt des Vamos neben dem Libeskind-Bau gewollt ist.“ Laut Hoppe will in Kürze auch die SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers dem Vamos einen Besuch abstatten.

2 Kommentare

  1. Es gab immer Orte an denen studentisches Publikum und Menschen aus dem Umland zusammenkamen und es wird auch nach dem Vamos wieder Orte geben. Das Vamos hat mit seiner Subventionswirtschaft erst dazu beigetragen, das sich privatwirtschaftliche Initiativen nicht mehr behaupten und nicht neu entwickeln konnten. Vieleicht sollte Herr Hoppe das Geld was über Jahre aus dem Vamos rausgezogen wird mal für Zukunftsinvestition in diesem Bereich nutzen, wie jeder normale Unternehmer auch, anstatt nur den privaten Wohlstand zu mehren.

  2. Mit gewisser Verwunderung verfolge ich seit geraumer Zeit die immer wiederkehrenden Kampagnen für den Erhalt der VAMOS-Kulturhalle. Zu dieser Angelegenheit sollte man doch einfach mal Lüneburg´s Oberbürgermeister Mädge befragen.

    Die Stadt hat angeblich schon vor Jahren mit dem Besitzer der Nachbargrundstücke, dem LKH VVaG, über den direkt neben dem VAMOS gelegenen Grundstücksteil einen Pachtvertrag abgeschlossen. Der LKH VVaG hatte diese Grundstücke vor Jahrzehnten zwecks Neubau seines Verwaltungsgebäudes erworben. Seitdem liegen diese Traumgrundstücke brach. Derzeit befinden sich dort Stellplätze eines Autohauses, Bedarfsparkplätze und Brachflächen.

    Unterhalb eines dort schon befindlichen Blockheizwerks soll nämlich ein Parkhaus entstehen. Im Gegenzug soll dann die Heinrich-Böll-Straße, die das Gesamtgrundstück des LKH VVaG durchschneidet, zurückgebaut werden, um so wieder eine zusammenhängende Fläche entstehen zu lassen, über deren zukünftige Verwendung zurzeit nichts bekannt ist.

    Eine neue Zufahrtsstrasse für das geplante Parkhaus, den LEUPHANA-Campus und das dahinter liegende Wohngebiet würde dann zwangsläufig über das VAMOS-Gelände verlaufen. Dies war allerdings schon damals allen Beteiligten klar.

    Ebenso klar ist schon lange, dass eine aufstrebende Stadt wie Lüneburg eine große Veranstaltungshalle benötigt. Das eigentliche Problem ist doch, dass die Stadt genau dieses angesichts eines am Ende vielleicht 100 Millionen Euro teuren Universitätspalastes nicht auf die Reihe bekommt.

    Apropos Veranstaltungshalle: oben erwähnte Freiflächen würden sich ideal für einen solchen Bau eignen. Optimale Verkehrsanbindung und Parkflächen wären gegeben. Bestand da nicht mal eine Baubindung für die Käufer? Aber vielleicht ist das ja schon der heimliche Plan der Stadt, denn eines ist mal gewiss: der LKH VVaG wird dort niemals mehr bauen.