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Abwärts: Der Autokran hebt eine Arbeitsbühne mit den in Kartons gesicherten Glocken in die Tiefe. Foto: be
Abwärts: Der Autokran hebt eine Arbeitsbühne mit den in Kartons gesicherten Glocken in die Tiefe. Foto: be

Lüneburger Rathaus: Stadt lässt Glocken überholen +++ mit Video

ca Lüneburg. Der Turm am Lüneburger Rathaus sieht gerupft aus, die 41 Glocken sind verschwunden, nur ein Kabelsalat wuchert aus dem Boden – ein ungewohnter Anblick. Gestern ging es für das Glockenspiel abwärts: Eine Fachfirma bringt Halterungen und Hämmer des Geläuts wieder in Ordnung. Auch müssen Monteure den Glockenstuhl, also die Aufhängung, erneuern.

Die Handwerker Richard Mad­ler und Jürgen Schwarck hatten tags zuvor alles vorbereitet. Gut verpackt ruhten die weißen Klangkörper in Kartons, daneben die Teile der demontierten Haltekonstruktion. Das Duo der Firma Korfhage aus Melle arbeitete Hand in Hand mit Bernd Gaidis. Der Kranführer der Firma Bruns hatte an den Arm seines 40-Tonners eine Arbeitsbühne gehängt, um die Last wie mit einem Fahrstuhl zu Boden zu bringen. Schwarck begleitete, gut angeseilt, den „Lift“ nach unten.
Seit der 1000-Jahr-Feier Lüneburgs 1956 hängt das Glockenspiel im Turm. Über Walzen spielt es Melodien des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz, die berühmteste ist „Der Mond ist aufgegangen“. Im Winter stellt die Stadt das Geläut aus, denn die feinen Meissener Glocken könnten bei Kälte Schaden nehmen, wenn sie angeschlagen werden.

In diesem Winter nutzen Monteure die Zeit, um das Glockenspiel zu überholen. Die Hämmer erhalten beispielsweise neue Lederbezüge. Die Kosten der Arbeiten veranschlagt die Stadt mit rund 40 000 Euro. Im Frühjahr soll der klingende Gruß dann an seinen Platz zurückkehren.