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Günther Wagener präsentiert als Plattdeutschbeauftragter für Stadt und Landkreis Lüneburg ein umfrangreiches Programm im Rahmen der Plattdeutschen Wochen. Foto: be
Günther Wagener präsentiert als Plattdeutschbeauftragter für Stadt und Landkreis Lüneburg ein umfrangreiches Programm im Rahmen der Plattdeutschen Wochen. Foto: be

Lüneburg: Plattdüütsch voll im Trend

pet Lüneburg. Als im vergangenen Herbst im Hamburger Michel der Staatsakt für Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt stattfand, sang Jochen Wiegandt „Mien Jehann“, ein Lied, das sich Schmidt für seine Trauerfeier ausdrücklich gewünscht hatte. Am Sonntag, 14. November, 19 Uhr, wird der Liedermacher und Volksmusiker in Adendorf zu sehen und zu hören sein.

Jochen Wiegandt gestaltet mit seinem Konzert die Auftaktveranstaltung der „Plattdüütsch Weeken“, der zum dritten Mal stattfindenden Plattdeutschen Wochen. Und die haben es in diesem Jahr, in der Zeit vom 14. Februar bis 17. April, in sich: Mehr als 60 Veranstaltungen sind in dem von Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter für Hansestadt und Landkreis Lüneburg, zusammengestellten Programm zu finden.
Aktionen auchfür Kinder

Plattdeutsch ist „in“, das hat Wagener in den letzten Jahren festgestellt: „Wenn man sich anschaut, was sich in den letzten Jahren verändert hat, dann muss man feststellen, dass sich das Ansehen unserer alten Heimatsprache allmählich verändert. Menschen, die Platt sprechen, werden nicht mehr verächtlich angeschaut – nein, sie werden teilweise bewundert, dass sie diese alte Sprache nicht nur verstehen, sondern auch noch sprechen können.“

Jochen Wiegandt macht den Auftakt, es folgen Lesungen, Theaterstücke, Konzerte, Filme, Stammtische, Kirchenführungen und vieles mehr, die alle eines gemeinsam haben: Es wird „Platt gesnackt“. Eine Besonderheit in diesem Jahr sind verschiedene Veranstaltungen von Kindern und für Kinder: So spielen die „Lütten Sülfmeister“ viermal Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist“, acht Mal ist das Puppentheater „Kiepenkasper“ in Schulen und Kindergärten zu Gast, aus dem Landkreis Stade kommt das Jugendtourneetheater „Wellenbrekers“ nach Lüneburg.

Nach der Auftaktveranstaltung mit Jochen Wiegandt finden Freunde des Plattdeutschen im Februar fast täglich eine Veranstaltung für sich. So lädt Ekhard Ninnemann am Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr, zur Autorenlesung mit Musik von „Noordlücht“ und Grafiken von Sabi Heumann in den Lüneburger Wasserturm ein. Am Freitag, 19. Februar, 20 Uhr, folgt die Premiere von „Pension Schöller“ im T.NT Theater Lüneburg, das die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister dann insgesamt 15 Mal dort aufführt.
Schon im vergangenen Sommer hatte Günther Wagner plattdeutsche Gruppen in der Region um deren Termine gebeten, die er dann zusammengestellt hat. „Viele haben sich auch von selbst gemeldet.“ Möglich wurde das Programm nur durch die Unterstützung von Landkreis Lüneburg und der Sparkassenstiftung. Günther Wagener hofft auch noch auf Unterstützung durch den Lüneburgischen Landschaftsverband.

Das Programm ist auf der Homepage des Vereins Lüneplatt zu finden (www.lueneplatt.de). Es liegt beim Landkreis Lüneburg, den Samtgemeinden, Einheitsgemeinden und Städten, bei der Tourismus-Information im Rathaus Lüneburg sowie bei Erich Rothe (Lüner Rennbahn 6) aus, kann auch über Günther Wagener (%04131/981204) bezogen werden.

Das Programmheft enthält nicht nur die Termine für die Plattdeutschen Wochen, sondern viele weitere Informationen, etwa über Plattdeutsch im Radio, im Internet und die zahlreichen Plattdeutschgruppen in Stadt und Landkreis.

Plattdeutsche Wochen – die Veranstaltungen im Februar

  • Sonntag, 14. Februar, 16 Uhr: Auftaktveranstaltung mit Jochen Wiegandt mit plattdeutschen Liedern aus seinem Programm „Singen Sie Hamburgisch“ (Hotel Teichaue, Scharnebecker Weg 15, Adendorf).
  • Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr: „Nix schöner as flegen….wenn een ook lannen kann“, Autorenlesung mit Ekhard Ninnemann mit Musik von „Noordlücht“ und Grafiken von Sabi Heumann (Lüneburg, Wasserturm).
  • Mittwoch, 17. Februar, 15 Uhr: Treffen des Arbeitskreises „Plattdüütsch in de Awo“ mit Gast Malvine (Zum Hägfeld, Lüneburg, Bülows Kamp 35).
  • Mittwoch, 17. Februar, 19 Uhr: „Platt in Bewik“ mit Geschichten und Dööntjes (Forsthaus, Bardowick, Vögelser Straße).
  • Freitag, Sonnabend (jeweils 20 Uhr), Sonntag (16 Uhr), 19., 20., 21. Februar: „Pension Schöller“ von der Niederdeutschen Bühne „Sülfmeister“ (T.NT Theater Lüneburg).
  • Sonntag, 21. Februar, 15 Uhr: Stadtrundgang op Platt mit Peter Kloth „an‘t Water lang“ (Lunabrunnen auf dem Marktplatz, Lüneburg).
  • Montag, 22. Februar, 19 Uhr: Grünkohlessen, dann „Plattdeutsch im Landkreis Lüneburg“ mit Günther Wagener und dem Verein Lüneplatt und Plattdeutschen Geschichten und Dööntjes (Gasthaus Böwe, Dahlenburg-Lemgrabe).
  • Dienstag, 23. Februar, 15 Uhr: Jahreshauptversammlung DRK-Ortsverband Hohnstorf mit Plattdeutschen Geschichten und Dööntjes, vorgetragen von Günther Wagener (Restaurant Zum Hohnstorfer, Am Sportzentrum 2).
  • Dienstag, 23. Februar, 19.30 Uhr: „Düt un dat – un süs noch wat“, Lesung mit Hartmut Großmann, Musik von „Noordlücht“ („Alter Uhu“, Eulenbusch 4, Reppenstedt).
  • Donnerstag, 25. Februar, 17 Uhr: Stammtisch der Düütsch Äwerner Plattsnackers (Landcafé Tiergarten, Tiergartenstraße 13a, Deutsch Evern). Freitag, Sonnabend (jeweils 20 Uhr), Sonntag (16 Uhr), 26., 27., 28. Februar: „Pension Schöller“ von der Niederdeutschen Bühne Sülfmeister (T.NT Theater Lüneburg).
  • Sonnabend, 27. Februar, 15 Uhr: „De Sulteknechte und ehr Rechte“, Führung mit Ekhard Ninnemann durch‘s Lüneburger Salzmuseum.
  • Sonntag, 28. Februar, 16 Uhr: „Kalle Blomquist, de Meisterdetektiv“, gespielt von „De lütten Sülfmeister“ der Niederdeutschen Bühne „Sülfmeister“ (e.novum, Munstermannskamp 1, Lüneburg).
  • Sonntag, 28. Februar, 17 Uhr: „Op‘n Padd“, Rundgang durch die St. Johanniskirche in Lüneburg mit Pastor i.R. Heinrich Riebesell (mit Orgelmusik).