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Bisher hat der Radbrucher Kindergarten Platz für zweieinhalb Kita-Gruppen. Für die weitere Entwicklung der Gemeinde ist das zu wenig, heißt es. Foto: dth
Bisher hat der Radbrucher Kindergarten Platz für zweieinhalb Kita-Gruppen. Für die weitere Entwicklung der Gemeinde ist das zu wenig, heißt es. Foto: dth

„Huus för Kinner“ braucht mehr Platz

dth Radbruch. Der Radbrucher Kindergarten „Huus för Kinner“ soll erweitert werden, um die wachsende Nachfrage nach Kita-Plätzen in der Gemeinde zu befriedigen. Dafür soll an dem bestehenden Gebäude Opn Donnerloh angebaut werden, lautet ein einstimmiger Grundsatzbeschluss des Gemeinderates Radbruch, gefasst bei dessen jüngster Sitzung im Gasthaus Sasse. Die Kostenschätzung für den Anbau beläuft sich auf rund 100000 Euro. Zuvor war noch eine „große Lösung“ in der Diskussion.

„Aus Handorf hat mir der Bürgermeister gerade geschrieben, dass er in seinem Kindergarten keine Kinder aus Radbruch aufnimmt“, sagte Radbruchs SPD-Bürgermeister Achim Gründel und unterstrich damit die Notwendigkeit, den eigenen Kindergarten auszubauen. Derzeit verfügt der kommunale Kindergarten „Huus för Kinner“, der offiziell vor vier Jahren eingeweiht wurde, regulär über 60 Plätze. Hinzu kommen zehn Plätze der „Kleinen Kindertagesstätte Lollipop“, die von einem Elternverein getragen wird. Mit einem prognostizierten Bedarf von insgesamt 69 Plätzen im Jahr 2016 kratzen die Radbrucher damit schon an der Kapazitätsgrenze von insgesamt 70. Im Jahr 2017 müssten es laut Gründel schon 77 sein. Der ehrenamtliche Bürgermeister und Gemeindedirektor in Personalunion schlug dem Gemeinderat zwei Ausbauvarianten vor.

Die erste sieht den Anbau eines zusätzlichen Gruppenraums vor, damit würden aus den derzeit zweieinhalb Gruppen dann dreieinhalb werden. Die Kosten beliefen sich schätzungsweise auf 235000 Euro und würden inklusive Ausstattung vermutlich bei insgesamt rund 250000 Euro landen. Verbunden mit dem Risiko, dass das nicht nur finanziell ein zu großer Schluck aus der Pulle wäre. Denn laut dem Radbrucher Ortsentwicklungsplan könnten die Kinderzahlen nach 2017 wieder abnehmen. Gründel: „Und dann haben wir einen Leerstand produziert.“

Also Variante zwei. Demnach würde an anderer Stelle nur ein kleiner Anbau erfolgen, um die zweieinhalb Gruppen auf volle drei zu erweitern. Erste Kostenschätzung laut Gründel: rund 100000 Euro. Die Option auf einen größeren Anbau, sollte er doch notwendig werden, bliebe bestehen. Als Anschubfinanzierung für die Planung könnte die Gemeinde die 12000 Euro einsetzen, die Radbruch anteilig vom Landkreis-Überschuss ausgezahlt bekommt. Die Argumentation fiel auf fruchtbaren Boden: Der Gemeinderat erteilte dem Bürgermeister einstimmig den Auftrag, die Planungen für einen kleinen Kindergarten-Anbau aufzunehmen.

Positiv nahm der Rat auch eine Initiative des Bürgermeisters auf. In den vergangenen Monaten hatten Einzelpersonen und Firmen insgesamt 10900 Euro für ein Kunst-Projekt gespendet. Dabei soll die Bildhauerin Gisela Milse, die bereits die Skulptur „Die Drei“ in Radbruchs Ortsmitte geschaffen hat, auch beim Kindergarten aktiv werden und aus einem zwei Meter hohen Steinblock eine weitere Skulptur kreieren. Die Kita-Kinder sollen die Bearbeitung mitverfolgen können, auch seien begleitende Grundschulkurse für Speckstein- und Tonverarbeitung denkbar, sagte Gründel. Kritisch merkte bei der Einwohnerfragestunde Walter Knolle von der Kunstscheune Radbruch an, dass die Installation von den Kindern nicht als Spielgerät genutzt werden könnte, sondern nur zum Anschauen geeignet sei.