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Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad (v.l.), Reppenstedts Pastor Henning Hinrichs und Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers freuen sich auf den Start des neuen Bestattungswaldes in Südergellersen. Foto: phs
Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad (v.l.), Reppenstedts Pastor Henning Hinrichs und Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers freuen sich auf den Start des neuen Bestattungswaldes in Südergellersen. Foto: phs

Naturschutzbehörde stimmt Bestattungswald bei Südergellersen zu

dth Südergellersen. „Wir haben jetzt die Baugenehmigung erhalten“, freut sich Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers. Ab April soll der neue Bestattungswald in Eigenregie der Samtgemeinde Gellersen in Betrieb gehen. Die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Lüneburg hat der beantragten Befreiung von den Vorgaben des Landschaftsschutzgebietes zugestimmt — unter Auflagen. Damit darf die Samtgemeinde auf dem Areal beispielsweise Bänke aufstellen und ein großes Holzkreuz auf dem Waldboden drapieren. Künftig sollen in dem mit 1,2 Hektar relativ kleinen Bestattungswald im Südergellerser Naherholungsgebiet Hambörn 385 Urnenbeisetzungen möglich sein. Scharfe Kritik an den Plänen hatte zuletzt die Kreisgruppe im Naturschutzbund (Nabu) geäußert.

„Von der Idee eines Bestattungswaldes — und jetzt auch noch in eigener Trägerschaft — war ich schon immer überzeugt. Wir sehen Tag für Tag, dass sich die Bestattungskultur einfach geändert hat und diese Form immer stärker nachgefragt wird“, sagt Röttgers. „Ich bin zuversichtlich, dass das hier gut angenommen wird.“

Es ist der zweite Anlauf, einen Bestattungswald in Gellersen einzurichten. Ursprünglich sollte das Projekt auf fast zehnfacher Fläche im Naturschutzgebiet bei Heiligenthal umgesetzt werden und war nicht zuletzt am Widerstand der Anwohner gescheitert. Für den neuen Standort im Hambörn hatten zuletzt im vergangenen Sommer sowohl die Samtgemeinde Gellersen als auch die Gemeinde Südergellersen als Flächeneigentümerin grünes Licht gegeben. Nur die Genehmigung vom Landkreis stand noch aus und gegen die hatte sich der Nabu Lüneburg gewendet.

Unter anderem hatte sich der Nabu gegen Nutzung des historischen Waldstandortes für Bestattungen ausgesprochen und auf die hohe ökologische Bedeutung anfallenden Totholzes hingewiesen. Der Kreis hat die Hinweise des Nabu aufgenommen und geprüft. Kreissprecher Hannes Wönig sagt: „Der Nabu ging davon aus, dass die benachbarte Naturwaldzelle teilweise für Bestattungen genutzt werden soll. Das war zwar anfänglich in der Diskussion, wurde aber nicht aufrechterhalten.“

Eine Auflage des Landkreises ist aber, wenn Bäume im Bereich des Bestattungswaldes gefällt werden, dass sie als Totholz im Wald verbleiben müssen. „Das hatten wir ohnehin vor. Es hat da wohl beim Nabu eine Fehleinschätzung gegeben“, sagt Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad. Und Röttgers sagt: „Wir werden hier noch einmal vernünftig durchforsten.“ Damit soll der Verkehrssicherungspflicht entsprochen werden. Zudem hat die Samtgemeinde eine rund 2500 Quadratmeter große Fläche für Ausgleichsmaßnahmen erworben.

Der künftige Bestattungswald fügt sich im Hambörn ein zwischen Naturwaldzelle und Bürgerwald. Zwischen den Bäumen auf den Überresten eines alten Schafstalls soll der neue Andachtsort entstehen. Pastor Henning Hinrichs sagt: „Das ist ein guter Ort. Das lässt sich hier auch mit christlichen Inhalten füllen oder auch weltlich.“