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Der Lüneburger Hafen: Die erhofften Umsätze wurden hier nie erzielt. Foto: A/boldt
Der Lüneburger Hafen: Die erhofften Umsätze wurden hier nie erzielt. Foto: A/boldt

Lüneburger Hafen: Der Rekord, der doch bescheiden ist

as Lüneburg. Zuversichtlich ist die Stimmung bei der Lüneburger Hafen GmbH: Für das vergangene Jahr verzeichnet sie einen Umschlag von knapp 290 000 Tonnen Massengut und Fertigprodukten über den Lüneburger Hafen und die Industriebahnen. Das sind rund 60 000 Tonnen mehr als 2014. Laut Geschäftsführer Lars Strehse sind die Perspektiven zur weiteren Steigerung des Umschlags gut. Allerdings ist die Industriebahn-West seit vergangenem Herbst sozusagen arbeitslos.

Erstmals 2014 knackte die Hafen GmbH mit 223 788 Tonnen verladener Menge wieder die 200 000er-Marke. Damit wurde das Niveau des Jahres 2006 erreicht, in sechs von sieben Jahren seither lag man darunter. Aber auch mit dem erfreulichen Ergebnis von 290 000 Tonnen 2015 ist der Hafen weit von der Prognose entfernt, die bei der Einweihung 1975 anvisiert wurde: eine Millionen Tonnen Umschlag sollten pro Jahr eingefahren werden. Ein Blick zurück zeigt: Im Hafen dümpelte es. 1989 zum Beispiel waren es gerade mal 133 000 Tonnen, im Jahr darauf waren es 20 000 Tonnen mehr, und es wurde von Aufschwung gesprochen. Dabei ging es eher in Wellenbewegungen auf und ab.

Der jetzige „Umschlagsrekord“ resultiere vor allem aus einer Steigerung des Umschlags mit landwirtschaftlichen Produkten und Steinen und Erden, unter anderem konnte ein Baustoffhändler mit eigenem Umschlagplatz im Hafen angesiedelt werden, berichtet Strehse. Er setzt darauf, dass es durch die Erweiterungspläne des Raiffeisen-Getreidelagerhauses weiter nach oben geht. Allerdings räumt Strehse auch ein, dass die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen unverändert bleiben müssen, damit es einen ,,moderaten Anstieg der Jahresumschlagsmengen über den Hafen und die Lüneburger Industriebahnen“ gebe. Auf der Industriebahn-West, der Goseburgbahn, läuft allerdings seit vergangenem Herbst nichts mehr. Die Transporte der Opel AG zwischem dem Werk des Automobilzulieferers Yanfeng an der Lüner Rennbahn und dem Fertigungswerk der Opel AG in Gleiwitz wurden auf den Lkw-Transport verlagert. Noch im vergangenen Sommer war mit der Sanierung der Gleise und der Brücke über die Ilmenau begonnen worden, Kosten im sechsstelligen Bereich. Strehse geht davon aus, dass Yanfeng aber weiterhin auf einen funktionierenden Gleisanschluss angewiesen ist.

Laut Strehse ist der Hafen Lüneburg der größte Binnenhafen am Elbe-Seitenkanal, dem Binnenschiffer im vergangenen Jahr mit rund elf Millionen Tonnen Güterschlag einen Rekord bescherten (LZ berichtete). Noch stärker bei den Umschlagszahlen hat allerdings der Uelzener Hafen zugelegt. Ingesamt verzeichnete er im vergangenen Jahr 445 701 Tonnen nach 435 975 Tonnen im Jahr zuvor. Wegen der guten Geschäfte plant Uelzen, seinen Kanalhafen zu vergrößern. Der Hafen Wittingen verzeichnete 2015 insgesamt 292 171 Tonnen nach 346 312 Tonnen Umschlag im Jahr zuvor.