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Roland Jahn (2. v. l.) sprach gestern in Scharnebeck (Foto), Melbeck und Lüneburg über das System der Staatssicherheit in der DDR. In Scharnebeck wurde er begrüßt von (v. l.) Rolf-Werner Wagner, Hiltrud Lotze und Rainer Griebel. Foto: t&w
Roland Jahn (2. v. l.) sprach gestern in Scharnebeck (Foto), Melbeck und Lüneburg über das System der Staatssicherheit in der DDR. In Scharnebeck wurde er begrüßt von (v. l.) Rolf-Werner Wagner, Hiltrud Lotze und Rainer Griebel. Foto: t&w

Stasi-Unterlagen-Beauftragter Roland Jahn berichtet über seine Erfahrungen + + + Mit LZplay-Video

pet Scharnebeck. Unglaubliche 111 Kilometer Akten. 1,7 Millionen Fotos. Dazu 50 000 Säcke mit teilweise zerstörten, geschredderten Unterlagen, die nach und nach wieder hergestellt werden sollen. All das liegt in den Archiven der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Roland Jahn, Chef der Behörde, war am Dienstag im Landkreis Lüneburg unterwegs, zu Vorträgen in Scharnebeck, Melbeck und Lüneburg. 100 Schülerinnen und Schüler aus den Real- und Hauptschulklassen der Oberschule am Schiffshebewerk kamn in das Forum des Schulzentrums, folgten gebannt den Ausführungen von Jahn und diskutierten mit dem ehemaligen Bürgerrechtler.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Print-Ausgabe der Landeszeitung.

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Zur Person

Roland Jahn wurde 1953 in Jena geboren. Nach Schule und Grundwehrdienst bei der kasernierten Bereitschaftspolizei begann er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Jena. Jahn war Mitbegründer der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena, protestierte gegen fehlende Meinungsfreiheit und zunehmende Militarisierung in der DDR. Nach seiner Kritik an der Ausbürgerung Wolf Biermanns wurde er 1977 vom Studium exmatrikuliert. Seine Kommilitonen mussten darüber abstimmen. Die hatten sich vorher noch für ihn ausgesprochen, als es zur Abstimmung ging, votierten sie mit 13:1 gegen ihn. Später erfuhr Jahn, dass die Staatssicherheit die Studenten massiv unter Druck gesetzt hatte.

Zur Bewährung wurde Roland Jahn als Transportarbeiter eingesetzt. In der Folge nahm er immer wieder an Demonstrationen und Aktionen gegen das Regime teil. 1983 wurde Jahn wegen „öffentlicher Herabwürdigung der staatlichen Ordnung“ zu 22 Monaten Zuchthaus verurteilt, im gleichen Jahr gegen seinen Willen ausgebürgert.
Von West-Berlin aus hielt Jahn Kontakt zur DDR-Opposition. Für ZDF und ARD berichtete er über Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in der DDR. Im Januar 2011 wurde er vom Bundestag zum Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen gewählt. Am 14. März 2011 trat er sein Amt an.