Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Erwerbslosenquote steigt bedingt um 0,6 Prozent — Mit Arbeitsmarktreport

rast Lüneburg. „Der Stellenmarkt fiel im Januar nicht in die übliche Winterstarre, sondern verzeichnete weiterhin eine hohe Arbeitskräftenachfrage“, kommentiert Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, den Arbeitsmarktreport für Januar: „Insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit wurden mehr Arbeitskräfte als vor einem Jahr gesucht.“ Dennoch stieg die Arbeitslosenquote für Stadt und Landkreis Lüneburg um 537 auf 5825 Frauen und Männer, damit betrug die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen 6,2 Prozent, im Dezember waren es 5,6 Prozent und im Januar vor einem Jahr 6,5 Prozent. „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen war für den Januar durchaus typisch. Gründe dafür waren unter anderem die saisonalen Entwicklungen in den überwiegend witterungsabhängigen Branchen sowie die Jugendarbeitslosigkeit“, sagt Passier.

Im Januar meldeten sich aus Stadt und Kreis 1652 Personen neu oder erneut arbeitslos, 61 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1116 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit (-10). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 244 Stellen auf 1370 gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 81 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 256 neue Arbeitsstellen, 26 mehr als vor einem Jahr.

Die saisonalen Entwicklungen spiegeln sich auch in den Arbeitslosenzahlen bei Frauen und Männern wider: Da in witterungsbedingten Branchen — wie Bauhauptgewerbe und Landwirtschaft — überwiegend Männer beschäftigt sind, stieg die Arbeitslosigkeit bei den Männern mit 11,7 Prozent deutlich stärker als bei den Frauen mit 8,0 Prozent. Zudem meldeten sich junge Fachkräfte, die nach dem Ende ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung nicht im Ausbildungsbetrieb bleiben konnten, arbeitslos. So erhöhte sich die Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der unter 25-Jährigen um 16,3 Prozent (71 Personen) auf 507 Betroffene. Ihnen macht Agenturchef Passier Mut: „Auf Grund der guten Arbeitskräftenachfrage rechne ich damit, dass sie rasch wieder eine berufliche Perspektive finden und die Arbeitslosenzahlen in dieser Personengruppe in den kommenden Monaten sinken.“

Der Lüneburger Agenturchef Bernd Passier weiß: „Die Unternehmen suchen nach wie vor in erster Linie ausgebildete Fachkräfte. Die Agentur und die Jobcenter unserer vier Landkreise haben ihre gemeinsame Bildungszielplanung darauf abgestellt. So werden für Ungelernte zum Beispiel Umschulungen zu Maschinen- und Anlagenführern und in verschiedenen Handwerksberufen gefördert. Auch kürzere Qualifizierungsmaßnahmen wie zum Berufskraftfahrer gehören zum Angebot.Wir haben auch in diesem Jahr ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um Arbeitslose marktgerecht zu qualifizieren und Unternehmen bei der Einstellung schwächerer Bewerber mit Eingliederungszuschüssen zu unterstützen.“

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag in Stadt und Kreis Lüneburg im Januar bei 7382 Betroffenen, die Zahl stieg gegenüber Dezember um 360 Personen (plus 5,1 Prozent) und verringerte sich verglichen mit Januar 2015 um 305 Personen (minus 4,0 Prozent).

Arbeitsmarktreport Januar 2016

One comment

  1. Karlheinz Fahrenwaldt

    Hier die tatsächlichen Zahlen:

    Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Januar 2016 3.653.317

    Offizielle Arbeitslosigkeit im Januar 2016 2.920.421

    Nicht gezählte Arbeitslose verbergen sich hinter:

    Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II 161.070
    Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten) 65.889
    Förderung von Arbeitsverhältnissen 2 7.734
    Fremdförderung 107.779
    berufliche Weiterbildung 160.916
    Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte) 149.306
    Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose) 3.290
    Kranke Arbeitslose (§126 SGB III) 76.912
    Nicht gezählte Arbeitslose gesamt 732.896

    Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht
    Januar 2016, Seite 71. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige
    geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten
    älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II,
    53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, befinden sich in der Gruppe Älter als 58, beziehen
    Arbeitslosengeld I oder ALG II.