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Ende des Jahres muss die Vamos-Kulturhalle umziehen. Foto: t&w
Ende des Jahres muss die Vamos-Kulturhalle umziehen. Foto: t&w

Vamos-Kulturhalle hat an der Uni keine Zukunft

ap Lüneburg. An der Entscheidung gebe es nichts mehr zu rütteln: Ende des Jahres muss das Vamos umziehen. Die Universität, die die Liegenschaft an die Campus Management GmbH verpachtet hat, habe andere Pläne für das Areal. Das machte Susanne Ohse, Projektleiterin des Zentralgebäudes, jetzt deutlich.

Der Mietvertrag des Vamos auf dem Uni-Campus läuft Ende 2016 aus. Das war eines der Themen, als der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages in dieser Woche im Senatssaal der Leuphana tagte. Eigentlich war der Libeskind-Bau zentrales Thema, doch die Grünen-Landtagsabgeordnete Miriam Staudte sprach das Thema an. „Der Erhalt des Vamos ist ein Thema, das die lokale Öffentlichkeit und mich als regionale Abgeordnete sehr interessiert“, sagte sie und verwies auf die im Rahmen einer Petition mehr als 3000 gesammelten Unterschriften. Im Dezember hatte der Verein Campus die Petition gestartet. Campus-Chef Klaus Hoppe war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In der Ausschusssitzung ließ Susanne Ohse durch ihre deutlichen Äußerungen wenig Raum für die Hoffnung auf einen Erhalt am aktuellen Standort: „Das Vamos ist Teil des Grundstockvermögens der Universität, und die darf mit ihren Liegenschaften auch andere Pläne umsetzen.“ Der Verkauf der Liegenschaft, in der derzeit das Vamos Feste feiert und Künstler auftreten lässt, könnte ebenso wie die Uni-Standorte in Volgershall und dem Roten Feld dringend benötigtes Geld in die Uni-Kasse spülen.

Mit dem Betreiber Campus Management, der Tochtergesellschaft des Vereins Campus, habe man schon seit 2012 regelmäßig Gespräche geführt und den Vertrag schon von 2015 auf 2016 verlängert, merkte die Projektleiterin an. „Das ist kein faires Spiel, man hätte schon seit drei Jahren nach einer anderen Liegenschaft suchen können.“ Jetzt Druck durch die Öffentlichkeit auszuüben, sei fragwürdig. Das sieht auch Vizepräsident Holm Keller so, der seiner Kollegin beipflichtete: „Die preisgünstige Vermietung von Flächen an andere Firmen ist nicht Aufgabe der Uni. Hier gibt es einen Zielkonflikt.“ Man sei nicht in der Lage, die Campus Management GmbH durch „extrem bezuschusste Flächen“ zu unterstützen. „Wir werden das Vamos aber natürlich in eine geeignete Liegenschaft begleiten“, versprach Keller, der auch darauf hinwies, dass die Kulturhalle am jetzigen Standort nicht mehr an allen Ecken im besten Zustand sei.

Erste Gespräche für Immobilie im Roten Feld

Der geplante Verkauf des Uni-Standortes am Rotenbleicher Weg geht voran: 20 Investoren und Planungsbüros hätten Interesse bekundet, sagt Susanne Ohse, Projektleiterin des Libeskind-Baus. Der Verkaufserlös soll bekanntlich in die Baufinanzierung des Zentralgebäudes auf dem Campus an der Scharnhorststraße fließen.

Mitte November hatte die Universität bekanntgegeben, dass der Gebäudekomplex in Innenstadtnähe zum Verkauf stünde. Sie eröffnete ein Interessenbekundungsverfahren. Einen möglichen Verkaufspreis wollte die Leuphana damals wie heute nicht nennen, Susanne Ohse sagt aber, man sei dazu verpflichtet, den besten Preis zu erzielen. „Die ersten Interessenten führen schon Gespräche mit der Stadt“, sagt sie. „Interessante städtebauliche Konzepte“ seien zu erwarten. Auch Vizepräsident Holm Keller ist sicher, dass sich der Verkauf lohne: „Die Uni versucht hier nicht, totes Holz zu veräußern.“

2 Kommentare

  1. „Die preisgünstige Vermietung von Flächen an andere Firmen ist nicht Aufgabe der Uni. Hier gibt es einen Zielkonflikt.“ Man sei nicht in der Lage, die Campus Management GmbH durch „extrem bezuschusste Flächen“ zu unterstützen. Damit und mit dem Hinweis, das die Campus Management schon Jahre Zeit hatte sich Alternativen zu suchen, ist eigentlich schon alles gesagt. Als Beobachter der Szene finde ich es schon seit Jahren interessant, wie Herr Hoppe für seine persönlichen wirtschaftlichen Interessen die Uni und andere öffentlichen Geldgeber vor seinen Karren spannt. Dabei war er sehr erfolgreich und hat mit guter Arbeit und geschickter Organisation es geschafft, von einem, dem studentischen Wohl, verpflichteten Non Profit Verein, zum Gesellschafter und Geschäftsführer der Campus Management GmbH aufzusteigen und diese GmbH zu einer persönlichen Cash Cow zu entwickeln. Da darf jetzt durchaus die Zeit kommen, dieses Cash in eine Alternative Veranstaltungsimmobilie zu Investieren. Ich denke mit dem Organisationstalent und den Fähigkeiten Strippen zu ziehen, wird Herr Hoppe ein erfolgreiches Nachfolgeprojekt entwickeln. Glück auf! Das Vamos Stammpublikum würde sich freuen und der Steuerzahler auch.

    • Mit gewisser Verwunderung verfolge ich seit geraumer Zeit die immer wiederkehrenden Kampagnen für den Erhalt der VAMOS-Kulturhalle. Zu dieser Angelegenheit sollte man doch einfach mal Lüneburg´s Oberbürgermeister Mädge befragen.

      Die Stadt hat angeblich schon vor Jahren mit dem Besitzer der Nachbargrundstücke, dem LKH VVaG, über den direkt neben dem VAMOS gelegenen Grundstücksteil einen Pachtvertrag abgeschlossen. Der LKH VVaG hatte diese Grundstücke vor Jahrzehnten zwecks Neubau seines Verwaltungsgebäudes erworben. Seitdem liegen diese Traumgrundstücke brach. Derzeit befinden sich dort Stellplätze eines Autohauses, Bedarfsparkplätze und Brachflächen.

      Unterhalb eines dort schon befindlichen Blockheizwerks soll nämlich ein Parkhaus entstehen. Im Gegenzug soll dann die Heinrich-Böll-Straße, die das Gesamtgrundstück des LKH VVaG durchschneidet, zurückgebaut werden, um so wieder eine zusammenhängende Fläche entstehen zu lassen, über deren zukünftige Verwendung zurzeit nichts bekannt ist.

      Eine neue Zufahrtsstrasse für das geplante Parkhaus, den LEUPHANA-Campus und das dahinter liegende Wohngebiet würde dann zwangsläufig über das VAMOS-Gelände verlaufen. Dies war allerdings schon damals allen Beteiligten klar.

      Ebenfalls klar ist schon lange, dass eine aufstrebende Stadt wie Lüneburg eine große Veranstaltungshalle benötigt. Das eigentliche Problem ist doch, dass die Stadt genau dieses angesichts eines am Ende vielleicht 100 Millionen Euro teuren Universitätspalastes nicht auf die Reihe bekommt.

      Apropos Veranstaltungshalle: oben erwähnte Freiflächen würden sich ideal für einen solchen Bau eignen. Optimale Verkehrsanbindung und Parkflächen wären gegeben. Bestand da nicht mal eine Baubindung für die Käufer? Aber vielleicht ist das ja schon der heimliche Plan der Stadt, denn eines ist mal gewiss: der LKH VVaG wird dort niemals mehr bauen.