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Uta Hesebeck und Jörg Silex sind federführend für das Projekt Erneuerung der Wandrahmbrücke zuständig. Foto: t&w
Uta Hesebeck und Jörg Silex sind federführend für das Projekt Erneuerung der Wandrahmbrücke zuständig. Foto: t&w

Die Tage der alten Wandrahmbrücke an der Willy-Brandt-Straße sind gezählt

as Lüneburg. 250 Tonnen wiegt das Brückenoberteil der Wandrahmbrücke, das Bagger im März zerlegen werden. Die einzelnen Teile fallen dann auf Schuten, die sich dicht an dicht in der Ilmenau positioniert haben. Von dort werden die Brücken-Brocken dann mit Lastern abtransportiert. Den kompletten Ablauf und Zeitplan für Abriss und Neubau der Wandrahmbrücke erläuterten jetzt Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau bei der Stadt, und Brückenbauingenieur Jörg Silex.

Wie berichtet, muss die Wandrahmbrücke erneuert werden, weil der Spannstahl korrosionsgefährdet ist. Dafür ist die Willy-Brandt-Straße im Bereich zwischen der Kreuzung Stresemannstraße/Ebert-Brücke und der Wandrahmstraße in der Zeit vom 20. Februar bis voraussichtlich Mitte November voll gesperrt.

An dem Wochenende 20./21. Februar prüft die Stadt erst einmal, ob die Ampelanpassungen funktionieren. Mit der Einrichtung der Baustelle wird ab dem Montag begonnen, in der Woche werden auch sechs Bäume rund um die Baustelle gefällt. Der Abriss der Brücke beginnt laut Silex in der Woche ab dem 29. Februar, zirka fünf Wochen wird er dauern. Bis etwa Anfang Juni laufen Betonarbeiten für Fundamente und Widerlager, parallel werden die Stahlträger für die Brücke angefertigt und vor Ort vormontiert. Danach geht es an den Oberbau: Einbau der Stahlträger und der Fertigteile aus Stahlbeton. Bis zur Freigabe der Querung Mitte November müssen unter anderem noch die Abdichtung, der Anschluss der Versorgungsleitungen und der Aufbau der Geländer erledigt werden. Ihr Gesicht wird die Brücke nach dem Neubau nicht verändert haben, allerdings ist — und das wird Radler freuen — die Durchfahrt 20 Zentimeter höher.

Mit Verzögerungen wegen möglicher Blindgänger, wie sie nebenan auf dem Areal des Neubaugebietes Ilmenaugarten gefunden wurden, rechnet die Stadt nicht. „Alles frei“, erklärte Uta Hesebeck. Die Kosten für die Erneuerung der Brücke inklusive Umleitungsbeschilderungen, Änderung der Ampelschaltungen sowie ökologischer Baubetreuung (weil sich die Brücke im FFH-Gebiet befindet) belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro, Fördermittel in Höhe von 60 Prozent fließen vom Land.

Infos zur Brückenerneuerung bietet die Stadt im Internet unter www.hansestadtlueneburg.de/vollsperrung oder am Bürgertelefon unter Tel. 3093100.

Umleitungskonzept der Stadt

Fast 30000 Fahrzeuge rollen täglich über die Willy-Brandt-Straße, die Vollsperrung in einem Teilbereich wird erhebliche Auswirkungen haben, dessen ist sich Ordnungsamtsleiter Joachim Bodendieck bewusst. Deshalb hat die Stadt an einem Umleitungskonzept gefeilt.

„Die Fahrzeugverkehre möchten wir so weit wie möglich über die Ostumgehung leiten“, sagt Bodendieck. Große Tafeln hat die Stadt dort mit Hinweisen auf die Baustelle bereits installiert. Über die Abfahrten Kaltenmoor, Hagen, Bleckeder Landstraße, Bockelmannstraße und Lüneburg Nord soll der Verkehr in die Haupteinfahrtsstraßen in die Stadt fließen. Wer es nicht vermeiden kann, näher an die Baustelle zu rücken, sollte zum Umfahren möglichst die Route Friedrich-Ebert-Brücke, Theodor-Heuss-Straße und Dahlenburger Landstraße beziehungsweise umgekehrt wählen. Die Ampelschaltungen werden auf dieser Strecke an die neue Verkehrsführung angepasst. Die Stadt bittet Autofahrer darum, nicht alternativ durch den Blümchensaal zu fahren, da über diese Route Buslinien umgeleitet werden. Eine Anpassung der Ampelschaltungen gibt es dort nicht.

Für den Radverkehr gibt es eine ausgewiesene Umleitungsroute: Diese führt von der Scharffkreuzung über die Altenbrückertorstraße, Kalandstraße, Rote Straße, Barckhausenstraße zur Goethestraße. Außerdem verweist die Stadt auf die neuen Wege-Verbindungen am Lösegraben-Wehr und über die neue Brücke zwischen Ilmenaugarten und Friedrich-Ebert-Brücke sowie am Wasserturm.

Für Busse gibt es Streckenveränderungen: Die Überlandbusse 5100, 5110 und 5900 fahren vom ZOB über den Schwalbenberg, Blümchensaal zum Clamartpark.

Die Uni-Linie 5001 fährt über den Sande, bedient aber die Haltestellen Feldstraße und Rote Bleiche weiter. Zeitliche Verzögerungen sind möglich.