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Die Arbeiten im Bienenbütteler Gewerbegebiet Am Klaepenberg schreiten voran: „Almased“ baut ein neues, rund 4500 Quadratmeter großes Logistikzentrum und Verwaltungsgebäude. Foto: t&w
Die Arbeiten im Bienenbütteler Gewerbegebiet Am Klaepenberg schreiten voran: „Almased“ baut ein neues, rund 4500 Quadratmeter großes Logistikzentrum und Verwaltungsgebäude. Foto: t&w

Bienenbüttel: Almased schafft neue Jobs

emi Bienenbüttel. Das Bienenbütteler Unternehmen „Almased“ wächst. Im Gewerbegebiet Am Klaepenberg in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 4 entsteht derzeit für 1,5 Millionen Euro ein rund 4500 Quadratmeter großes neues Logistikzentrum mit vier Lkw-Anschlüssen und Verwaltungsgebäude. Im Dezember soll der Neubau fertig sein. „Wir brauchen die Lager- und Logistikkapazitäten“, sagt Geschäftsführer André Trouillé, „wollen uns dort vor allem auf die Konfektionierung und Verteilung des Produktes konzentrieren.“

Geschäftsführer André Trouillé (r.) erfand das Diätpulver vor rund 30 Jahren in Bienenbüttel. Foto: nh
Geschäftsführer André Trouillé (r.) erfand das Diätpulver vor rund 30 Jahren in Bienenbüttel. Foto: nh

Das Produkt ist ein Pulver mit den Hauptbestandteilen Soja, Joghurt und Honig, das zu Diätzwecken eingesetzt wird. Produziert wird es an einem geheim gehaltenen Ort, versandt bislang von Hannover aus, verkauft vor allem in Apotheken. In zwei Häusern in Bienenbüttel kümmern sich derzeit nach Angaben von Trouillé 25 Mitarbeiter um allgemeine Verwaltungstätigkeiten von Buchhaltung bis Marketing, künftig will der Betrieb auf 30 Mitarbeiter anwachsen. Ob alle mit ins neue Gebäude umziehen werden, stehe noch nicht fest.

Die Mitarbeiter, die größtenteils aus dem Bienenbütteler Umfeld kommen, seien jedenfalls ein Grund dafür, warum der Betrieb ausgerechnet an diesem Standort erweitern wolle, sagt der 61-jährige Firmenchef. Ein weiterer Grund: „Das Produkt Almased ist hier erfunden worden. Alles braucht seine Wurzeln.“ Bienenbüttel sei ein „aufstrebender Ort“, die Verkehrsanbindung „sehr gut“. Das sei „von der Logistik her eine prima Sache“.

Diese Worte hört Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke gern. „Wir freuen uns, dass die Firma Almased seit ihrer Gründung in der Einheitsgemeinde ansässig ist, zeigt es zugleich, dass Bienenbüttel als Standort für Gewerbegebiete attraktiv ist“, macht er Werbung für seine Gemeinde.

Mit dem Verkauf an die Firma „Almased“ habe die Einheitsgemeinde Bienenbüttel den letzten vorhandenen Quadratmeter Gewerbeland zu Beginn des Jahres 2015 veräußert. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes ist bereits in Planung, Interessenten gebe es schon, sagt Franke. „Aktuell liegt der Flächennutzungsplan zur Genehmigung bei der Kreisverwaltung, wir sind hier in einer engen Abstimmung.“ Läuft alles nach Plan, könnten sich noch in diesem Jahr die ersten Betriebe ansiedeln.
Das Bienenbütteler Unternehmen „Almased“ will unterdessen auch auf internationaler Ebene größer werden. „In England haben wir angefangen, in den USA sind wir sowieso schon, in diesem Jahr wollen wir auch nach Frankreich expandieren“, sagt Geschäftsführer André Trouillé.

Kuriose Erfolgsgeschichte

Eine Frau im gelben Bikini und eine englische Bulldogge joggen am Strand: Viele Menschen kennen den TV-Werbespot, dessen Ausstrahlung vor der Tagesschau „Almased“ rund 40 000 Euro gekostet haben soll. Doch nur wenige wissen, dass das Unternehmen, das sein Geld vor allem mit einem Nahrungsergänzungsmittel als Abnehmhilfe verdient, in Bienenbüttel gegründet wurde.

Dahinter verbirgt sich die kuriose Erfolgsgeschichte des ehemaligen Tabakhändlers André Trouillé, die vor 30 Jahren eher zufällig ihren Lauf nahm.

Andrés Vater Hubertus Trouillé hatte in Bienenbüttel eine Heilpraktikerpraxis eröffnet und wollte aus den Hauptbestandteilen Soja, Joghurt und Honig ein Mittel entwickeln, das den Stoffwechsel seiner Patienten verbessern sollte. Sein Sohn experimentierte daraufhin in der elterlichen Küche mit verschiedenen Herstellungsweisen – bis er schließlich ein gelbes Pulver kreiert hatte. Das nahm er zunächst im Selbstversuch ein, später bot er es auch Apotheken an. Erst, als die Nachfrage stieg, wurde bekannt, dass viele das Produkt zum Abnehmen benutzten – ein lukrativer Nebeneffekt.