Aktuell
Home | Lokales | Lüneburgs Kreisrätin Monika Scherf auf dem Sprung nach Winsen
Kreisrätin Monika Scherf steht vor dem Wechsel ins Winsener Kreishaus. Darüber entscheidet der Harburger Kreistag am 17. März. Foto: nh
Kreisrätin Monika Scherf steht vor dem Wechsel ins Winsener Kreishaus. Darüber entscheidet der Harburger Kreistag am 17. März. Foto: nh

Lüneburgs Kreisrätin Monika Scherf auf dem Sprung nach Winsen

ml Lüneburg. Lüneburgs Kreisrätin Monika Scherf wird ihren Schreibtisch vermutlich früher räumen als vorgesehen. Ende April läuft die achtjährige Amtszeit der Wahlbeamtin im Lüneburger Kreishaus aus. Bereits zum 1. April könnte die 51-Jährige ein neues Büro beziehen — 20 Kilometer von der Hansestadt entfernt als Kreisrätin im Kreishaus in Winsen.

Jetzt hat Harburgs Landrat Rainer Rempe (CDU) die Diplom-Ingenieurin seinem Kreistag als Kandidatin für den Posten vorgeschlagen. Die Aufgaben sind in weiten Teilen identisch mit denen, die Scherf bereits in Lüneburg erledigt hat. Beschlossen werden soll die Personalie bei der Kreistagssitzung am 17. März. „Frau Scherf hat in dem Bewerbungsverfahren ihre hohe fachliche Kompetenz unter Beweis gestellt, wobei ihr die bisherige Tätigkeit im Landkreis Lüneburg sehr zugutekommt“, begründete Rempe seine Entscheidung.

Ein Urteil, das viele Abgeordnete des Lüneburger Kreistags teilen dürften. Unterstützt von FDP und Linken hatte die CDU im September 2015 beantragt, auf eine Ausschreibung der Stelle der Kreisrätin zu verzichten, Scherf auch über 2016 hinaus zu halten. Alle Seiten hätten der Diplom-Ingenieurin gute Arbeit bescheinigt, argumentierten die Christdemokraten — und stießen bei der Mehrheitsgruppe auf taube Ohren.

SPD und Grüne fügten sich dem Wunsch von Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) die Stelle auszuschreiben. Zum Verhängnis wurde Scherf ihre Kandidatur bei der Landratswahl 2014. Angetreten war die Parteilose damals für die CDU und gegen ihren eigenen Chef — von dem zum Zeitpunkt der CDU-Nominierung im Oktober 2013 noch nicht klar war, ob er überhaupt noch einmal kandidieren würde dürfen. Erst eine Gesetzesänderung in Hannover im Dezember ermöglichte der SPD, Nahrstedt trotz seines Alters noch einmal auf den Schild zu heben.

Mit dem Ende in Lüneburg ergab sich für Scherf in Winsen die Chance zum Neuanfang: Mitte Oktober 2015 beschloss der Lüneburger Kreistag in geheimer Abstimmung, die Stelle der Kreisrätin auszuschreiben. Zeitgleich erklärte Harburgs Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt seinen Abschied zum Ablauf seiner Wahlzeit Ende Februar. Zu gering seien die Aussichten, als dritter CDU-Mann vom Kreistag erneut gewählt zu werden. Vor allem SPD und Grüne hatten sich im Nachbarkreis für eine Bewerberin ohne Parteibuch starkgemacht.

Eine klare Mehrheit gibt es im Harburger Kreistag nicht: Das Kommunalparlament setzt sich aus sechs Fraktionen zusammen, dazu kommen fünf einzelne Abgeordnete. Die meisten Sitze haben CDU (23), SPD (17), Grüne (9), FDP (3) und Wählergemeinschaft (3). Stimmen am 17. März mindestens 32 der insgesamt 63 Abgeordneten für Scherf, wechselt die 51-Jährige nach Winsen. „Harburg ist ein starker, guter Landkreis. Deshalb freue ich mich sehr, dass Landrat Rempe mich vorgeschlagen hat“, sagte Scherf auf LZ-Anfrage.

Durchgesetzt hat sich die Lüneburgerin gegen 29 andere Bewerber. Zum Auswahlgremium gehörten neben dem Landrat auch alle Fraktionsvorsitzenden im Kreistag. Die beiden Bewerberinnen der Endrunde stellten sich schließlich dem Kreisausschuss und den Fraktionen in Einzelgesprächen vor.
In Lüneburg dagegen geht die Suche nach einem Kreisrat weiter. Die erste Ausschreibungsrunde blieb ohne Ergebnis.