Mittwoch , 28. September 2016
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In der eigenen Tischlerei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg erhalten Menschen mit Behinderungen eine Chance, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Foto: nh
In der eigenen Tischlerei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg erhalten Menschen mit Behinderungen eine Chance, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Foto: nh

Lebenshilfe Lüneburg-Harburg: neue Tischlerei in Winsen

lz Lüneburg/Winsen. Der Holzgeruch hat sich im Neubau längst breit gemacht. Sägen, Fräsen, Hobel, Schleifer laufen in der Tischlerei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg am Borsteler Grund in Winsen/Luhe auf Hochtouren. Die Beschäftigten der Werkstatt für Menschen mit Behinderung sind schon vor der offiziellen Einweihung ihres Arbeitsplatzes am 19. Februar eifrig bei der Sache. Von der Palette bis zum Einbauschrank werde hier produziert, skizziert Tischlerei-Leiter Thomas Jahn die Bandbreite.

Er schwärmt von der Austattung. Unter Anleitung von Jahn und drei Gesellen fertigen 27 Frauen und Männer mit vorwiegend geistiger Behinderung kleine und große, filigrane und sperrige Holzartikel an. „Wir haben Platz für 36 Beschäftigte. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit bei etwa 30 Jahren. Grundsätzlich können in der Tischlerei Menschen mit Behinderung vom 16. Lebensjahr bis zur Rente arbeiten“, sagt Jahn. Ein Berufsbildungsbereich ist angeschlossen. In diesem werden junge Leute auf die Arbeit in der Tischlerei vorbereitet.

Frauen und Männer sägen an einer Station in der Werkhalle Keile aus wärmebehandeltem Holz zurecht, die zum Beispiel im Hamburger Hafen für die Ladungssicherung von Schiffs­containern eingesetzt werden. An einer anderen Stelle hobeln sie Buchenholz-Bretter, die später als Frühstücksbrettchen auf Küchentischen dienen. In einer weiteren Ecke der Halle nageln drei Männer Paletten zusammen, auf denen die Lüneburger Firma H.B. Fuller Klebstoffe lagern wird.
In einer Spritzkabine werden Würfel aus Buchenholz mit einer weißen Farbschicht lackiert. Per Hand erhalten die Würfel danach ihren Feinschliff. 10 000 Würfel im Jahr sollen es werden, die der Kunde beschriftet und als Werbeträger nutzt. „Unsere Kunden kommen größtenteils aus der Region“, sagt Jahn. „Wir sind Dienstleister und Zulieferer für Industrie, Handel und Handwerk.“

Teile wie Fensterkreuze, Leisten für Saunen, Pfosten für Gartenhäuser, Lampenschirme, Design-Zeitungstische, Rollbretter für Logistiker und Fertighausteile für Modulsysteme sind weitere Produkte, die die Beschäftigten der Tischlerei anfertigen. Zudem schafft die Tischlerei Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten in den Kreisen Harburg und Lüneburg sowie rund um Hamburg. Denn dort kauft sie Holz, beauftragt Logistiker für den Transport ihrer Produkte und lässt Werkzeuge und Maschinen von Service-Unternehmen warten und instand setzen.