Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Initiatoren des Projekts, allesamt Studenten der Leuphana, freuen sich auf die kommenden Monate: (oben, v.l.) Juri Geddert, Sandra Schories, Paul Wunderlich und (unten) Antje Hollander. Es fehlt auf dem Foto die fünfte Initiatorin Katrina McKee. Foto: tt
Die Initiatoren des Projekts, allesamt Studenten der Leuphana, freuen sich auf die kommenden Monate: (oben, v.l.) Juri Geddert, Sandra Schories, Paul Wunderlich und (unten) Antje Hollander. Es fehlt auf dem Foto die fünfte Initiatorin Katrina McKee. Foto: tt

Leuphana: Studenten starten Projekt zu Permakultur

tt Lüneburg. Neben ihrem Nebenfach Nachhaltigkeitshumanwissenschaften eint die fünf Studenten der Leuphana vor allem eins: Der Wunsch, ein großes Problem im Kleinen anzugehen. Antje Hollander, Sandra Schories, Katrina McKee, Juri Geddert und Paul Wunderlich starteten deshalb ein Projekt zum Thema Permakultur. Der Duden definiert das Wort so: „Eine Anbaumethode, deren Ziel es ist, nutzbare Ökosysteme zu schaffen, die sich selbst erhalten können.“ Genau das haben die Studenten vor. In Zusammenarbeit mit dem Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg möchten sie eine Parzelle in der Anlage Am Pferdeteich permakulturell gestalten und dabei rund um die Themen Permakultur und Ernährungssouveränität informieren. „Wir sind selbst noch keine Experten auf diesen Themengebieten, aber möchten das zusammen mit allen Interessierten werden“, erläutert Antje Hollander die Idee. Der Garten soll dafür von März bis Oktober zu einem offenen Ort für alle Interessierten und das Zentrum des Austauschs werden.

Anlass für die Initiative sind gravierende globale Probleme: Laut Weltagrarbericht 2014 leiden weltweit rund 795 Millionen Menschen an Hunger, während paradoxerweise noch nie mehr Lebensmittel pro Kopf produziert wurden als heute. Dazu kommt eine Marktdominanz großer Supermarktketten und ein Verlust von 75 Prozent der Kulturpflanzenvielfalt in den vergangenen 100 Jahren.

„Wir möchten etwas im Kleinen bewegen. Wir möchten einen Raum schaffen, wo das Nahrungsmittel und die Ernährung im Mittelpunkt stehen“, erklärt Sandra Schories. „Wichtig ist uns der Kommunikationsprozess, der ins Leben gerufen wird.“ Dazu ist geplant, Experten einzuladen, die zu verschiedenen Themen referieren. Gestartet werden soll im März mit einem Vortrag zum Thema Permakultur, „damit wir dann alle den selben Wissensstand haben“, wie Schories erklärt.

Doch vor allem geht es um das konkrete Gärtnern: Die Parzelle von etwa 250 Quadratmetern wird dafür von allen Interessierten gemeinschaftlich gestaltet und gepflegt. „Wir möchten normales Gemüse anpflanzen, das sich gegenseitig nützt“, erzählt Hollander. Beispielsweise soll in einem Abschnitt Grünkohl und Rosenkohl in Kombination mit Erdklee gepflanzt werden. „Der Erdklee dient dann als natürlicher Mulch, der die Energie im Boden hält“, erklärt die Leuphana-Studentin. „Verschiedene Pflanzen haben verschiedene Effekte aufeinander. Diese Effekte wollen wir uns zunutze machen.“

Auch der Vorsitzende des Kleingärtner-Bezirksverbandes, Joachim Roemer, freut sich auf die kommenden Monate: „Ich bin gespannt, was bei diesem Projekt am Jahresende herauskommt und freue mich, dass unser Verein dem Projektteam dafür Gartenfläche zur Verfügung stellen kann.“

Neben der fortwährenden Gartenarbeit wird jeweils an den ersten Samstagen der Monate März bis Oktober ein größeres Treffen stattfinden. Losgehen wird es am 5. März ab 10 Uhr mit einem kleinen Gartenfest als Startschuss für das Unterfangen. „Jeder ist herzlich willkommen mitzuhelfen und dabei etwas über Themen wie Permakultur und natürlichen Pflanzenschutz zu erfahren“, freut sich Juri Geddert. „Vorwissen ist dafür nicht vonnöten.“ Ein Ende des Projekts im Herbst ist dabei nicht das Ziel: „Im Idealfall schaffen wir etwas, das weit über den Oktober hinausgeht.“